Brief an die „Gestalter“ der Stadt Braunschweig

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Sehr geehrte Damen und Herren,

wir wenden uns mit diesem Brief an Sie, da es um die Stadt Braunschweig, UNSERE (Heimat)Stadt, geht. Genauer gesagt, geht es um das Braunschweiger Nachtleben. Dieses hat sich in den vergangen Jahren massiv verändert. Leider zum Schlechten.

Braunschweig ist die zweitgrößte Stadt in Niedersachsen. Zudem ist sie eine Universitätsstadt mit über 15.000 Studenten. Die Freizeitgestaltung und die Anziehungskriterien haben sich in Braunschweig in den vergangenen Jahren sehr vorteilhaft entwickelt. Der Ausbau der Volkswagen Halle, das Einkaufszentrums „Schlossarkaden“ und die Sanierungen des inneren Stadtkerns, sowie die Ausbesserung der Verkehrsanbindung, haben positiv zur Stadtentwicklung und zum Stadtbild beigetragen.

Allerdings ist diese positive Entwicklung nur in der Freizeitgestaltung am Tage sichtbar. In der Nacht schwindet dieses positive Bild. Die Bar- und Clubszene in Braunschweig entwickelt sich stetig zurück. Zudem ähneln die wenigen noch vorhandenen Clubs in Braunschweig sich immer mehr, sodass es zunehmend „egal“ ist, welche Location am Abend von den jungen Erwachsenen aufgesucht wird. Dies ist, unserer Meinung nach, eine hindernde Entwicklung der Stadt und des Stadtbildes. Denn eine Universitätsstadt ist zwar einerseits durch ihre Lehr- und Ausbildungsmöglichkeiten attraktiv, allerdings auch durch ihre Freizeitgestaltungsmöglichkeiten und besonders durch ihr Nachtleben. Schwinden die Clubs in Braunschweig, so verringert sich – langfristig gesehen – auch die Attraktivität der Stadt für Studenten und somit potentiellen Akademischen Nachwuchs und gebildeten Einwohnern.

Aber nicht nur der Vereinheitlichung der Clubs in Braunschweig sehen wir negativ entgegen. Auch die immer weiter aufkommende Ausländerfeindlichkeit an den Türen dieser Locations. Denn, die ehemalige Hansestadt ist nicht nur für deutsche angehende Studenten attraktiv, sondern auch für Erasmusstudenten. Auf Grund unserer Arbeiten in dem International Office der TU Braunschweig, haben wir mehrfach erlebt, dass ausländische Studenten der Zutritt zu Discotheken und Clubs auf Grund ihrer Herkunft untersagt wurde. Somit verschlechterte sich das Bild dieser Kommilitonen und Freunde bezüglich der sonst so offenen und freundlichen Stadt dramatisch. Auch wenn diese Aussortierungen nicht offiziell sind, so sind sie doch offensichtlich und jedem bekannt. Diese Ausländerfeindlichkeit wirkt sich zudem auf die Attraktivität der Stadt aus.

 

Des Weiteren wollten die Erasmusstudenten so schnell wie möglich ihre Studienzeit beenden. Sie fuhren anschließend mit einem ablehnenden Gefühl der Stadt gegenüber zurück in ihre Heimatstädte und berichteten natürlich dort ihren Freunden sowie Kommilitonen von ihren schlechten Erfahrungen. Und wie bekannt ist, verbreiten sich negative Erfahrungen und bleiben zusätzlich länger in Erinnerung der Mitmenschen, als positive.

Uns geht es allerdings nicht nur um die Studenten. Denn auch die Touristen schätzten das Nachtleben der Stadt Heinrichs des Löwen. Dies liegt jedoch auch einige Jahre zurück. Mittlerweile ist der derzeitige Tourismus in der Stadt eher ein Tagestourismus. Menschen kommen nach Braunschweig, um einzukaufen oder sich sportliche oder musikalische Events anzusehen. Dies scheint auf den ersten Blick positiv zu sein. Allerdings füllen diese Aspekte nicht die Betten der Braunschweiger Hotels.
Es wäre sinnvoller für die Tourismusindustrie, würde die Stadt auch ihre abendliche Attraktivität ausbauen. Bekanntermaßen zählen hierzu nicht nur die Discotheken und Clubs, sondern auch die Bars, alternative Kinos oder (preiswerte) kulturelle Ereignisse. Uns ist gewiss bekannt, dass diese vorhanden sind, allerdings ähneln sie sich doch in starkem Maße.

Zudem wäre es von der Stadt zuvorkommend, wenn sie ebenfalls den ersten Schritt wagt und zum Beispiel die Fahrzeiten der öffentlichen Verkehrsmittel wieder ausbaut. Die meisten jungen Menschen wollen am Wochenende nachts länger als 1:00 Uhr unterwegs sein. Die einzige Möglichkeit ist, wenn man nicht bis um 6 Uhr warten möchte und sich kein Taxi leisten kann, sich unter möglichen Alkoholeinfluss selber ans Steuer seines Fahrzeuges zu setzen, um zu dem Zeitpunkt nach Hause fahren zu können, wenn man es selber für richtig hält. Dies hat ein hohes Verkehrsrisiko zur Folge. Auch wenn es massive Aufklärungsarbeiten bzgl. Alkohol am Steuer gibt und es auch Ausnahmen hiervon gibt, wäre es sicherlich förderlich, würden die Betriebszeiten der Bahnen und Busse verlängert werden.

Wir wollen mit diesem Schreiben darauf aufmerksam machen, dass sich das Nachtleben, welches auch von unseren Nachtbarstädten Salzgitter, Wolfenbüttel, Peine und Wolfsburg u.v.m. geschätzt wurde, sich zunehmend verschlechtert. Außerdem sollte es Ziel der Stadt sein, anziehend für junge Menschen zu sein, sodass diese in die Stadt ziehen und nicht aus den Städten flüchten. Denn eine Vergreisung der Stadtbevölkerung ist für die Industrie und Wirtschaft wenig vorteilhaft. Daher bitten wir die zuständigen Personen – Barbesitzer, Clubbesitzer, Freizeitgestalter -, sich unsere Denkanstöße zu Herzen zu nehmen und mutig zu sein. Sie sollen sich trauen und wagen, einen anderen Weg zu gehen, ausländerfreundlich sein und einen Schritt aus dem „Einheitsbrei der Braunschweiger Clubs und Bars“ raus wagen. Wir wissen, dass die jungen Erwachsenen und Erwachsenen diesen Schritt sehr begrüßen und auch unterstützen werden.

Eine Freundesgruppe Ende 20ig-jähriger, die seit über acht Jahren in dieser Stadt wohnen

 

 


Kommentare   
 
0 #2 W Karl Schmidt 2012-03-07 18:58
Wieso, weshalb, warum „Blödsinn“, werter Kommentator. „Blöd“ ist es allenfalls in solchem Ton und inhaltlich voll daneben auf die geäußerten Anliegen der Briefschreiber einzugehen.
Auch wenn man nicht mit allem übereinstimmt, werden dennoch bedauernswerte Defizite angesprochen, die einer Stadt und Bürgern, die vorgeben weltoffen zu sein, nicht würdig sind. In Hochschulen und Betrieben international besetzt verträgt sich einfach nicht mit verschlossenen Türen im sozialen Umfeld.

Es ist aber auch schade, dass es unseren ausländischen Mitbürgern so wenig gelingt die Vielfalt des internationalen Flairs, der Kulturen oder Gastronmie dauerhaft in den öffentlichen Raum zu integrieren.
Schade, in anderen Städten ist das sehrwohl gelungen.
 
 
 
0 #1 Oliver Westphal 2012-03-07 00:11
So einen Blödsinn habe ich lange nicht gelesen.
Die Schreiber dieses Briefes sollten sich erstmal ein bisschen informieren.
Die Bahnen fahren z. B. Samstag auf Sonntag bis 2, teils bis halb 3 und ab 4.30./4.45 wieder.
Fr./sa. zwar nur bis 1 aber auch ab 4.30/4.45 aus der City raus.
Und ein „alternatives“ Kino gibts auch, schon mal was vom Universum gehört ?!?

 
 
 
 

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