Ausstellung: Der Mensch sei nicht (s)eine Wüste

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Von Vincent Thoss

Im Selbtverständnis der Magnikirche, den Chor der Kirche wiederholt für Ausstellungen zur Verfügung zu öffnen, wird erneut eine künstlerische Arbeit ausgestellt, um darin den Kirchenbesuchern Gedanken zu einem „Tagesthema“ vorzustellen. Der Ausstellungstitel und die gezeigten Exponate sind eine Position des Künstlers zu der Welt, in der wir uns bewegen, unser Sein täglich uns beschäftigt. Alle Fotos Vincent Thoss

Die Technik dieser Exponate wird als „Zeichnung“ bezeichnet, doch geht es über den klassischen Begriff Zeichnung hinaus. Zeichnung ist enthalten, meist als Basis des Arbeitsprozesses, doch wurden sie mit verschiedensten erweiterten Techniken vermengt. Der Unterschied zur regulären Malerei wird deutlich durch einen hohen „Experimentalanteil“.

Die Anregung zum Ausstellungstitel unn der Auswahl der Bilder ist entnommen dem Buch von R.D.Precht (2020) “ Künstliche Intelligenz und der Sinn des Lebens“, darin dem ersten Kapitel -Zwei Linien- (S.9 ff.) Dieses hat in seiner inhaltlichen Präsenz mir den Begiff Wüste gebracht, der Mensch ist „seine“ Wüste.

Ohne aus genanntem Buch zitieren zu wollen, sind es die Begriffe, die allein dem Homo sapiens zuschreibbar sind. Es sind dieses die sapentia (1) und scientia (2), also allgemein die dem Menschen eigene Fähigkeit zum Bewußtsein.

Europäer haben in ihrer Umwelt keinen Wüstenkontakt; der Begriff Wüste ist vordergründig eine Metaffer, eher eine Bedrohung, Unsicherheit, Existenzverneinung, eine zu vermeidende (Lebens)Situation. Wer sich in Wüste freiwillig (in Realität) begibt, wird neben dem Durst auch erfahren: Laute Stille, befriedigendes Nichts in Fülle, Vielfaltigkeit von Farben, Material, Geräusch von unbekannter Seite.

Und es wäre möglich zu erfahren, wie zu sich selber Kontakt aufzunehmen ist, zu sich selber aufmerksam zu sein und sich selber (irgendwie) zuzuhören. Erfährt der Mensch über sich, seiner Wüste? Erkenntnisse? Aufforderung und Anweisung zur Handlung? Erfährt Mensch dann, dass er lange dabei ist, Wüsten zu produzieren für (s)einen Profit und Kapital, für sein Erdzeitalter, das Monetozän ?

Die Wasserwüsten, die Trockenwüsten, die lebensfeindlichen Areale für die Menschen, ohne ihren gewohnten Komfort, diese sind zunehmende Weltrealitäten; schon fast unumkehrbar. Die biologische Welt und somit die moralische wird weiterhin leichtfertig und unbedacht aufs Spiel gesetzt, wird ungeschönt fortgesetzt.

Hat sich eine Einstellung dafür entwickelt, dass es „wüstet“, ist es in unsere Handlung bereits eingefügt? Wenn, dann ist es gering, zu schwach ausgebildet. Es bleibt der persönliche Rückzug auf das Ich. Oder in eine futuriostische Welt, die alles beherrschbar (weiterhin) möglich sein lässt.

Die Reihung der Exponate zeigt die Idee eines „roten Fadens“. Einige Exponate sind abstarkter im Inhalt, also für den Betrachter eine Freiheit in der Interpretation; vielleicht lassen diese Teile mit dem Begriff „Wüste“ interpretieren. In einigen Darstellungen ist der Aspekt von „Mensch“ zu finden; der BetrachterIn wird eigene Erzählungsstränge sich erfinden wollen.

Was für die Besucher dieser Kirche gezeigt wird, soll gefallen, auch nachdenkenswert, und „unterhalten“. Es darf gerne kommentiert werden im Besucherbuch am Eingang des Hauses. Ebenso mag Kontakt zum Künstler selber aufgenommen sein per Mail Kommentar und ggf. Kaufanfragen.

www.artsvincent.de Mail: artsvincent@arcor.de

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