Volle Energie: Shotgun Justice bringen die große Bühne des Regionalen Musikfests zum Beben.
30 Minuten Heavy Metal mitten in Braunschweig
Ein Tag, 21 Spielorte, 160 Konzerte und rund 2.000 Musikerinnen und Musiker: Beim 8. Regionalen Musikfest wurde Braunschweigs Innenstadt am vergangenen Samstag, dem 12. September, zur riesigen Bühne. Unter dem Motto „Ohren auf – so klingt die Region“ zeigte das Musikfest einmal mehr, wie vielfältig die musikalische Landschaft zwischen Braunschweig, Peine, Wolfsburg, Wolfenbüttel, Salzgitter und den umliegenden Landkreisen ist. Von Klassik und Chormusik über Jazz, Blues und Pop bis hin zu Rock und Metal war praktisch für jeden Musikgeschmack etwas dabei. Und das alles bei freiem Eintritt.
Das Regionale Musikfest findet alle zwei Jahre an wechselnden Orten der Region statt. Nach Stationen unter anderem in Salzgitter, Gifhorn, Schöningen, Wolfenbüttel, Peine, Goslar und zuletzt Wolfsburg schloss sich in diesem Jahr der Kreis: Braunschweig war Gastgeber der achten Ausgabe.
Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, mit meinen Kameras einmal quer durch die Innenstadt zu ziehen und möglichst viele dieser musikalischen Stationen mitzunehmen. Bei 21 Bühnen wäre dafür allerdings ohnehin ein ziemlich straffer Zeitplan nötig gewesen. Und dann kam alles anders als geplant: Aus unerwarteten technischen Gründen musste ich meine Festivalrunde leider auf ein einziges Zeitfenster beschränken.
Für dieses eine Zeitfenster hatte ich mir unter anderem Shotgun Justice vorgenommen – und so führte mich mein Weg an diesem Abend zum Kurt-Seeleke-Platz.
Shotgun Justice auf großer Bühne
Dort standen um 20:30 Uhr Shotgun Justice auf dem Programm – und für mich war das eine besonders interessante Gelegenheit.
Im März hatte ich die Peiner Metalband bereits bei ihrer Release-Show in der Garage in Peine erlebt und darüber im Braunschweig-Spiegel berichtet ( ARTIKEL HIER ). Damals präsentierten sich Shotgun Justice erstmals mit ihrem neuen Bassisten Tom „Stoney“ Steinbock und ihrem neuen Album „Circles“. Die fünf Musiker – Marco Kräft am Gesang, Kai Brennecke und Erik Dembke an den Gitarren, Tobias Gross am Schlagzeug und Tom „Stoney“ Steinbock am Bass – stehen für handgemachten Heavy Metal mit klassischen Wurzeln, virtuosen Gitarren und modernen Einflüssen.
Nun also der nächste Schritt: Shotgun Justice nicht im engen Club, sondern auf einer großen Open-Air-Bühne mitten in Braunschweig.
Und das passte erstaunlich gut.
Wenn die Metal-Community zusammenkommt
Nur 30 Minuten hatten Shotgun Justice Zeit, um das Publikum abzuholen. Viel Zeit ist das nicht. Aber die Band nutzte sie.
Vor der Bühne versammelten sich nicht nur die Fans, die Shotgun Justice schon seit Jahren begleiten. Auch Musikerinnen und Musiker anderer Metal- und Rockbands (wie Andreas Neumann von DEAD END FUTURE), jüngere und ältere Metalheads, Familien, Freunde und jede Menge bekannte Gesichter aus der regionalen Szene fanden sich vor der Bühne ein.
Genau das machte diesen Auftritt für mich so besonders.
Während rundherum in der Innenstadt noch an zahlreichen anderen Spielorten Musik erklang, entstand am Kurt-Seeleke-Platz für eine halbe Stunde eine kleine eigene Welt. Gitarrenriffs, Schlagzeug, Headbanging und jede Menge Bewegung – und mittendrin Menschen, die einfach gemeinsam ihre Musik feiern.
Man konnte dabei sehr schön sehen, dass Metal längst keine Frage des Alters ist. Da standen mehrere Generationen nebeneinander, manche seit Jahrzehnten in der Szene unterwegs, andere vielleicht noch ganz neu dabei. Einige waren zum Zuhören gekommen, andere konnten offensichtlich keinen einzigen Takt stillstehen.
Und genau dafür sind solche Musikfeste doch da: Menschen zusammenzubringen, die sich sonst vielleicht gar nicht begegnen würden.
30 Minuten, die man nutzen muss
Für Shotgun Justice war der Auftritt gleichzeitig eine schöne Gelegenheit, sich einem größeren Publikum in Braunschweig zu präsentieren. Die Band hat in diesem Jahr bereits mehrere Festival- und Clubauftritte gespielt; das Regionale Musikfest war dabei eine weitere Station ihrer „Circles“-Phase.
Und auch wenn mein ursprünglicher Plan, den ganzen Abend fotografisch zu begleiten, leider nicht funktioniert hat, wollte ich mir diesen Auftritt natürlich nicht entgehen lassen.
Meine fünf Speicherkarten hatten an diesem Abend allerdings ebenfalls ihre ganz eigene Vorstellung davon, wie viel sie arbeiten möchten. Viel mehr als ein paar Aufnahmen nur von Shotgun Justice waren deshalb leider nicht drin.
Aber manchmal braucht es gar nicht hunderte Bilder.
Manchmal reichen ein paar Momente, um sich an die Atmosphäre zu erinnern: die Musiker auf der Bühne, die erhobenen Hände vor der Bühne, bekannte Gesichter aus der Szene und dieses ganz besondere Gefühl, wenn für 30 Minuten einfach alle dasselbe wollen – Musik hören, abrocken und gemeinsam eine gute Zeit haben.
Schade, dass ich nicht noch mehr vom Regionalen Musikfest mitnehmen konnte. Aber vielleicht ist genau das auch ein Grund, beim nächsten Mal wiederzukommen.
Und jetzt: Vorhang auf für die wenigen, aber hoffentlich trotzdem aussagekräftigen Bilder, die an diesem Abend entstanden sind.






























Alle Fotos: Dorothea „Dottie“ Lipinski / Helllove Photography

























