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8.Juli um 18 Uhr: Prof. Peter Brandt spricht in der Martinikirche über neue Entspannungspolitik

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Foto: wikipedia CC BY-SA 3.0

Thema: „Eine neue Entspannungspolitik: weltfremd – oder notwendig und machbar?“ Aber wer ist Peter Brandt? Zunächst ist er der Sohn von Willy Brandt, dessen Entspannungspolitik so erfolgreich war, weil sie es schaffte, eine Bresche in den Kalten Krieg zu schlagen und letztlich die deutsche Wiedervereinigung zu ermöglichen. Als Historiker ist Brandt mit dieser und der neueren Geschichte bestens vertraut. Die Sozialdemokratische Partei war stolz auf diese Politik, während sie sie heute als überholt darstellt.

Peter Brandt und seine Mitstreiter in der SPD treten dem gegenüber für eine neue Entspannungspolitik ein. Sie wollen sich nicht damit abfinden, dass die andere Seite als Feind behandelt wird, dem man nur mit Hochrüstung und Waffenlieferungen begegnen kann. Sie verweisen darauf, dass auch die Gegner im Kalten Krieg sich feindlich gegenüber standen, dass sie sich gegenseitig ausspionierten und dass sie durch immer neue Rüstung sogar den Atomkrieg riskierten (ein paarmal gab es äußerst kritische Situationen). Und trotzdem war es möglich, einen Weg der Verständigung und sogar der (teilweisen) Abrüstung zu finden. Deshalb tritt Brandt auch heute unbeirrt für ein neues Konzept der „Gemeinsamen Sicherheit“ ein.

Deshalb hat er zusammen mit anderen auch einen umfassenden Vorschlag zur Lösung des Ukrainekrieges ausgearbeitet, Titel: „Den Krieg mit einem Verhandlungsfrieden beenden“; daran beteiligt waren u. a. der langjährige UN-Diplomat Michael von der Schulenburg und der ehemalige Inspekteur der Bundeswehr Harald Kujat. Der Friedensvorschlag wurde 2023 vorgelegt und Anfang dieses Jahres aktualisiert. In den meisten Medien wurde nicht einmal darüber berichtet. Wer sich selber ein Bild machen möchte, kann dies hier tun:

https://michael-von-der-schulenburg.com/wp-content/uploads/Verhandlungsvorschlag-zur-friedlichen-Loesung-de-Ukrainekrieges.pdf

Peter Brandt, nach wie vor Mitglied der SPD, tritt mit einer vom Parteivorstand unabhängigen Meinung hervor. Er hat die „Initiative für eine neue Entspannungspolitik“ mit gegründet und arbeitet als wissenschaftlicher Berater des Erhard-Eppler-Kreises, einem Netzwerk von mehrheitlich prominenten Sozialdemokraten (darunter Gernot Erler, Rolf Mützenich oder Ralf Stegner).

Seine Autobiografie „Sich ändern, um sich treu zu bleiben: Erinnerungen und Begegnungen“ (Dietz 2026) liegt beim Verlag. Wenn sie bis dahin ausgeliefert ist, wird sie bei der Veranstaltung erhältlich sein und kann auf Wunsch vom Autor signiert werden.

Die Veranstaltung findet im Rahmen des Flaggentages statt. Anlass des diesjährigen Flaggentagsveranstaltung ist der 30. Jahrestag des Gutachtens des Internationalen Gerichtshofes von 1996, in dem die Völkerrechtswidrigkeit von Atomwaffen festgestellt wurde. Die Stadt Braunschweig ist seit langem Mitglied der Weltorganisation „Mayors for Peace“ (BürgermeisterInnen für den Frieden), deren über 900 deutsche Mitglieder jährlich am 8. Juli die Mayors-for-Peace-Flagge vor ihren Rathäusern hissen. Sie wollen so verdeutlichen, dass es kein zweites Hiroshima und Nagasaki (oder Schlimmeres) geben darf.

Das Flaggenhissen wird in Braunschweig dieses Jahr um 16:00 h auf dem Platz der deutschen Einheit, vor dem Rathaus, stattfinden. Peter Brandt wird auch daran teilnehmen. Sein Vortrag folgt dann zwei Stunden später.

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