Jahre im Schatten: Eine Reihe zum Erinnern an mutige Stimmen.
Im Widerstand gegen das NS-Regime zeigten zahlreiche Menschen außergewöhnlichen Mut. Viele dieser Widerständigen – unter ihnen auch Schriftsteller*innen, Künstler*innen, Angehörige von Gewerkschaften, Jurist*innen – organisierten sich im Geheimen oder übten sogar offen Kritik. Einige Namen bleiben bis heute bekannt: die Geschwister Scholl, Bertolt Brecht, Stauffenberg. Viele andere Geschichten und Namen blieben jedoch im Verborgenen oder wurden vergessen. Im Wunsch, Menschlichkeit in einer unmenschlichen Zeit zu bewahren, bezahlten diese Menschen einen hohen Preis: Verfolgung, Folter oder mit dem eigenen Leben. Sie bleiben ein Beweis dafür, dass selbst angesichts der überwältigenden Gewalt und des entsetzlichen Terrors des Nationalsozialismus immer ein Funke an Menschlichkeit, Zivilcourage und Hoffnung überlebte.
Gerade heute ist es wichtig, an diese Stimmen aus der Vergangenheit zu erinnern und gleichermaßen über unsere Gegenwart nachzudenken.
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Das kunstseidene Mädchen. 1931. 2026.
Nach Irmgard Keun in einer Bearbeitung von Regina Wenig Kühn, wild und rauschhaft – ein Leben auf Messers Schneide: Das ist Irmgard Keun, eine der erfolgreichsten Autorinnen der Weimarer Republik. Ein Leben am Abgrund: Alkoholexzesse, Exil und Verarmung, auch das ist Irmgard Keun. »Etwas Liebe muss schon dabei sein, wo blieben sonst die Ideale?« sagt Doris, die blutjunge Protagonistin aus Keuns berühmtestem Roman, »Das kunstseidene Mädchen«, der 1932 erschienen ist. Doris träumt vom Erfolg, vom Theater und vom Kino, »ein Glanz« will sie werden, raus aus der Armut, der Provinz, nach Berlin reißt sie aus, dem verheißungsvollen Sehnsuchtsort. Knallhart ist das Leben dann dort. Sich selbst muss sie zu Markte tragen. In ihrem Lebenshunger gleicht Doris ihrer Schöpferin: schnoddrig, witzig, pointiert und voller Herz.
Die Theatermacherin Regina Wenig, die sich 2021 für das JUNGE! Schauspiel in Braunschweig bereits mit Sophie Scholl auseinandergesetzt hat (»Freiheit und Widerstand«), stellt in ihrer Inszenierung Irmgard Keun neben Doris, das »kunstseidene Mädchen«. Und sie blickt nach vorne, lässt die Träume dieser Frauen weiterwandern, in eine hoffentlich verheißungsvolle Zukunft.
Aufführungsdauer: ca. 2 h 30 min, eine Pause
Content Notes: Im Stück werden Suizid und sexualisierte Gewalt thematisiert. Es wird über Nationalsozialismus und Krieg gesprochen, ebenso über Flucht und Vertreibung. All dies auf einer sprachlichen Eben. Irmgard Keuns Alkoholismus wird dargestellt.