„Belastung durch Feinstaub war 2010 so hoch wie noch nie“

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So berichtete die Braunschweiger Zeitung am 10. Januar. Das könnte stimmen – auch wenn es am Bohlweg bis zum Abbau der dortigen Messstation im Jahr 2005 meist höhere Werte gegeben hatte. Denn die jetzige Messstelle am Altewiekring (seit 2008) ist viel besser belüftet und die so ermittelten Werte verweisen schon alleine durch diesen Umstand auf deutlich höhere Belastungen in der Innenstadt.

Die Messstation ist allein wegen der Arbeiten der Fa. Bellis an den Altewiekring verlegt worden, dort sollte im Auftrag der Stadt unter weniger schwierigen Bedingungen ein „Umweltorientiertes Verkehrsmanagement“ installiert werden. Im März 2010 wurde über den erfolgreichen Abschluss des Projektes berichtet, durch veränderte Ampelschaltungen und eine teilweise Verlagerung des Verkehrs seien die Feinstaub- und NO2-Werte um 13% reduziert worden.

Skepsis ist angebracht, auch angesichts der dort insgesamt angestiegenen Messwerte. Statt die anvisierten 1 Mio. € für eine Ausweitung dieses Systems auszugeben, sollten endlich wirksamere Maßnahmen zur Reduzierung des Kfz-Verkehrs in der Innenstadt ergriffen werden. Die Einführung von Umweltzonen wird weiterhin empfohlen (Umweltbundesamt kontert dem ADAC). Auch wenn diese z.B. in Hannover noch keine ausreichende Wirkung gezeigt hat – mit mehr schmutzigen Fahrzeugen in der Innenstadt wäre die Belastung logischerweise noch höher gewesen.

Auch in Braunschweig sind dringend andere Wege zur Verminderung der Feinstaub- und NO2-Belastung erforderlich:

Nicht zuletzt wegen des Reifen- und Straßenabriebs führt kein Weg an einer Reduzierung des Kfz-Verkehrs vorbei – durch Umweltzone, Citymaut, alternierende Einfahrverbote, Grünanlagen und ähnliche Maßnahmen. Wobei dies natürlich immer durch einen entsprechend günstigen und effektiven Öffentlichen Nahverkehr zu flankieren wäre.

Das Argument des Staatlichen Gewerbeaufsichtsamtes, dass die „Feinstaub-Monate“ bedingt seien durch die Hintergrund-Belastung der „Kältehochs aus Osteuropa“ zieht dabei kaum. Denn das betrifft ja nur einen kleinen Teil der Belastungen und darf keine Ausrede sein, um in der Stadt untätig zu bleiben.

Unsere Atemluft ist ein wichtiges Lebensmittel!

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