Magni-Bürgerschaft hilft Bienen mit Blumensaaten

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Bienen brauchen bestimmte Blumensorten zur Nektarernte. Der Verein „Bürgerschaft Magniviertel“ verteilte jetzt an die Haushalte kostenlos Sämereien. Wildbiene auf Wiesenflockenblume Foto: Dr. Martin Bollmeier/NABU

Eine bunte Frühlingsüberraschung fanden rund 700 Haushalte im Magniviertel dieser Tage in ihren Briefkästen: Der Verein Bürgerschaft Magniviertel e.V. verteilte Saat-Tütchen mit einer bunten Blumenmischung für das ganze Jahr an die Bewohner.

Als Biene verkleidet, verteilt Initiatorin Martina Bartling die Blumensaatmischungen an die Haushalte im Magniviertel.
Foto: Bürgerschaft Magniviertel e.V. /Kerstin Lautenbach-Hsu

Nicht nur eine farbenfrohe Dekoration für den nahenden Frühling und Sommer, sondern ein Beitrag zur Biodiversität. Die Initiatorinnen Martina Bartling und Ursula Derwein: „Wir wollen die BürgerInnen vor Allem dazu anregen, Habitate für Bienen und Insekten zu schaffen. Dazu eignen sich Balkonkästen, Randstreifen im Hintergarten oder auch Baumscheiben.“

Rüdiger Steinmetz, Ulla Derwein (beide Bürgerschaft Magniviertel), Peter Steinbach der Spender (Samenhaus Knieke) und Martina Bartling (Bürgerschaft Magniviertel, von links) wollen mehr Bienen ins Magnviertel locken. Foto: Kerstin Lautenbach-Hsu

Unter dem Motto „Es summt und brummt im Magniviertel“ hatten die rund hundert Mitglieder der Bürgerschaft schon vor einem Jahr die BewohnerInnen zu einer ersten Informationsveranstaltung eingeladen. Vertreter des Fachbereichs Stadtgrün hatten über aktuelle Fördermöglichkeiten von Dach-, Fassaden-, Innenhof- und Gartenbegrünung informiert. Uwe Alpert von der Stadtimkerei Okeraue sprach über bienenfreundliche Bepflanzungen auf Balkonen und Terrassen. Eigentlich sollte in diesem Jahr ein Bienenmarkt mit Informationsständen auf dem Magnikirchplatz stattfinden – doch der muß wegen Corona ausfallen. So kamen die Mitglieder der Bürgerschaft Magniviertel e.V. auf die Idee mit den Samentüten.

700 Tütchen mit Blumensaat für Schmetterlinge und Bienen hat der Verein Bürgerschaft Magniviertel e.V. an die Haushalte verteilt.
Foto: Bürgerschaft Magniviertel e.V. /Kerstin Lautenbach-Hsu

Das Samengemisch enthält rund 30 insektenfreundliche und nektartragende Sorten und Arten mit einer maximalen Wuchshöhe von etwa 30 Zentimetern. Peter Steinbach, Inhaber des Samenhauses Knieke sponserte die Aktion. Rüdiger Steinmetz, Vorstandsmitglied der Bürgerschaft Magniviertel: „Das Thema ‚Grün im Magniviertel‘ wurde von Mitgliedern der Bürgerschaft aufgegriffen, nachdem Probleme durch Dürrejahre und Tropennächte auch im Magniviertel immer spürbarer wurden. Gleichzeitig gab es alarmierende Meldungen über das Bienensterben.“

Auch wer seinen „grünen Daumen“ noch nicht entdeckt hat, kann sich an die Aussaat der robusten und bunten Blumenmischung heranwagen. Ein Fleckchen im (Dach-)Garten oder Hinterhof sollte sonnig bis halbschattig liegen und vor der Aussaat gründlich von tief wurzelnden Wildkräutern oder Gras befreit werden. Die Samen werden nicht zu dicht ausgestreut und etwa einen Zentimeter tief in die Erde eingearbeitet. Für eine bessere Verteilung kann man die Samen vorher mit Sand mischen. Dann noch regelmäßig mit einer Gartenbrause gießen und auf freundliches Wetter hoffen – nach ca. 5 Wochen sollten die ersten Keimlinge sichtbar sein. Für die Aussaat im Blumenkasten oder einer Pflanzschale steht die „Bauanleitung“ auf der Rückseite der Samentüte.

Hosenbiene auf der Blüte des Habichtkrauts. Foto: Dr. Otto Boecking, LAVES Institut für Bienenkunde

Ein eigenes „Bienenbeet“ auf der Terrasse oder dem Balkon ist sicher auch für viele Kinder eine freudige Aufgabe! Tipp des Autors: Wer keinen eigenen Balkon hat, der sät dann einfach auf dem langweiligen Löwenwall, dem stupiden Aegidienmarkt, auf der Wiese vor dem Städtischen Museum oder im Randstreifen der Schloss-Arkaden. Rund um die Kirche St. Magni ist auch noch viel Platz! Und wenn die Sämereien ausgehen: Ein Tütchen für ca. 2 Quadratmeter kostet etwa 2,25 Euro.

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