Glyphosat in aller Munde: eine Einschätzung

0

Das Roundup (Wirkstoff Glyphosat) ist so alt, dass auch dieser alte zweckentfremdete Trecker es schon mal gespritzt haben könnte.

Mit Glyphosat steht das wichtigste Pflanzenschutzmittel (Herbizid) weltweit zur Entscheidung in der EU an. Mit einer Nichtzulassung des Wirkstoffs in Brüssel würde der Landwirtschaft und dem Gartenbau ein bedeutender Baustein in der Produktion fehlen, weil bestimmte, auch umweltschonende, Produktionsverfahren nicht mehr möglich wären (z. B. die Minimalbodenbearbeitung vor Aussaat).

Wie wird es weitergehen mit Glyphosat? Es ist zwar Spekulation, aber solange die SPD auf ihrem „NEIN“ beharrt, wird die EU nicht abstimmen lassen. Ein Kompromiss könnte erzielt werden, und könnte folgendermaßen aussehen:

Unter der Bedingung, dass es eine deutlich verkürzte Zulassung gibt – anstatt 9 (wie derzeit) z. B. nur 5 Jahre und bei weiterer Einschränkung der Anwendungsgebiete zur Riskioreduzierung und anderer Risikomerkmale, könnte die SPD auch „JA“ sagen. In diesen 5 Jahren könnte sich die Landwirtschaft auf ein Verbot einstellen. Pflanzenschutzfirmen könnten innovativ werden, um mit einem neuen Wirkstoff das billige Glyphosat zu ersetzen. Vielleicht haben sie ja schon den neuen, und viel teureren Wirkstoff in der Pipeline, was rückblickend üblich wäre. Und es könnten neue toxikologische Studien erarbeitet wrden. Der Wirkstoff Glyphosat ist jedenfalls politisch nicht mehr zu halten.

„Die Politik setzt sich an Stelle der Wissenschaft“

„Bis letzte Woche hatten wir eine Einigung“, so der Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt. „Und in der letzten Woche hat ein Koalitionspartner die Zustimmung zurückgezogen. Mein Problem damit ist, dass sich damit die Politik an die Stelle der Wissenschaft setzt.“

Mit dieser Kritik und dem letzten Satz zeigt sich, dass Herr Minister Schmidt nicht recht verstanden hat, was politisches Handeln und demokratische Selbstverständlichkeiten sind. Die Politik geht immer vor Wissenschaft, Politik hat immer das letzte Wort, und das ist gut so. Die Wissenschaft liefert nur objektive Daten und belastbare Einschätzungen an die Politik, die dann auch auf dieser wissenschaftlichen Grundlage zu entscheiden hat. Politische Entscheidungen beinhalten deutlich mehr als nur wissenschaftliche Erkenntnis. Im Grunde wissen das aber alle im Politikbetrieb, weil das der normale Prozess der politischen Entscheidungsfindung ist. Das Problem ist, dass, wenn die Politik ungerne eine Entscheidung trifft, sie geneigt ist, der Wissenschaft den Schwarzen Peter zuzuschieben. Aber das scheiterte immer.

Glyphosat – krebserregend oder nicht?

 

Möchten Sie den Artikel kommentieren

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.