Zwei Tage lang wurden das KufA Haus und das Westand Event & Kultur zum Treffpunkt für Retro-Fans, Gamer, Comic-Liebhaber und Cosplayer. Das RETROnomiCON brachte am 22. und 23. August Gaming, Film- und Seriengeschichte und jede Menge Nostalgie nach Braunschweig.
Wer am vergangenen Wochenende das Gelände am Westbahnhof 13 betrat, konnte sich für einen Moment fragen, ob eine Zeitmaschine irgendwo heimlich ihre Arbeit aufgenommen hatte. Zwischen blinkenden Bildschirmen, alten Konsolen, Comics, Actionfiguren und bekannten Helden aus Film und Fernsehen wurde im KufA Haus und im Westand die Vergangenheit lebendig.
Wer die Veranstaltung noch unter ihrem bisherigen Namen kennt, dürfte allerdings zunächst gestutzt haben: Aus der „Time Warp Retro Convention“ wurde 2026 die RETROnomiCON. Bereits die Time Warp hatte sich in Braunschweig als Treffpunkt für Fans von Retrogaming, Vintage-Technik und Popkultur etabliert. Mit dem neuen Namen ging die Veranstaltung nun in die nächste Runde und öffnete ihre Türen noch weiter für die vielfältigen Welten der Retro- und Popkultur.
Zum dritten Mal lud der Kulturverein BS Oldschool e.V. zur Convention ein – diesmal auf mehr als 6.000 Quadratmetern. Und davon gab es reichlich zu entdecken.
In den Gaming-Bereichen wurde gezockt, was das Zeug hielt. Alte Heimcomputer, Arcade-Klassiker und legendäre Konsolen luden dazu ein, selbst Hand anzulegen und Spiele wiederzuentdecken, die für viele Besucherinnen und Besucher untrennbar mit der eigenen Kindheit oder Jugend verbunden sind. Die RETROnomiCON machte damit genau das, was sich die Veranstalter vorgenommen haben: Generationen zusammenzubringen und die prägenden Elemente vergangener Zeiten wieder erlebbar zu machen.
Doch Gaming war längst nicht alles.
In den Hallen warteten Händler und Aussteller mit einem wahren Paradies für Sammler und Nostalgiker. Comics und Comicbücher, Poster, Figuren, Spiele, Gadgets, Film- und Serien-Merchandise und jede Menge Dinge, von denen man vielleicht seit Jahrzehnten nicht mehr wusste, dass man sie unbedingt besitzen wollte. Die Reise führte dabei quer durch die Popkultur: von den Muppets über He-Man und Star Trek bis hin zu Star Wars.
Und wer zwischendurch einmal nach draußen ging, musste die Zeitreise keineswegs verlassen. Auf dem Parkplatz des Westand warteten gleich mehrere automobile Stars der Popkultur: zwei detailgetreue K.I.T.T.-Replikas aus „Knight Rider“ sowie der legendäre Van des A-Teams. Für viele Fans waren die Fahrzeuge mindestens genauso ein Fotomotiv wie die Kostüme und Ausstellungsstücke in den Hallen – und natürlich wurde auch hier ausgiebig fotografiert und gestaunt.
Dazwischen begegnete man immer wieder Figuren, die eigentlich nur aus Film, Fernsehen, Comics oder Videospielen stammen sollten. Rund 50 Cosplayer waren an den beiden Veranstaltungstagen als Walking Acts unterwegs.
Und genau sie prägten das Bild des Festivals ganz entscheidend.
Viele Besucherinnen und Besucher waren selbst kostümiert unterwegs. Freunde kamen gemeinsam, Familien mit ihren Kindern streiften durch die Hallen, Fans tauschten sich aus, fotografierten sich gegenseitig und ließen sich auf die vielen kleinen und großen Geschichten ein, die überall zu entdecken waren.
Die Atmosphäre? Fantastisch.
Überall war Bewegung. Es war voll, bunt und laut. Aus verschiedenen Ecken drangen Musik, Gespräche und die Geräusche der Spiele, während sich die Besucher durch die Hallen bewegten. Mal blieb man vor einem Stand stehen, mal vor einer beeindruckenden Figur, mal vor einem alten Computerspiel, das plötzlich Erinnerungen an längst vergangene Nachmittage zurückbrachte.
Auch das Bühnenprogramm sorgte für Unterhaltung. Besucher konnten an Sessions, Vorträgen und Interviews mit den Gästen teilnehmen und dabei nicht nur zuschauen, sondern tief in die Geschichten hinter Filmen, Serien, Games und der Popkultur eintauchen. Dazu kamen Ausstellungen, Showacts, Communities und verschiedene Wettbewerbe.
Ein besonderer Höhepunkt war natürlich der Cosplay-Wettbewerb. Auf der Bühne wurden aus Fans plötzlich ihre Lieblingsfiguren – und spätestens hier wurde deutlich, wie viel Kreativität, Arbeit und Leidenschaft hinter den Kostümen steckt. Für eine besonders schöne Überraschung sorgten dabei zwei spontane neue Teilnehmerinnen: Sailor Moon und Chibi Moon, die sich kurzerhand noch dem Wettbewerb anschlossen und damit für zusätzliche Begeisterung im Publikum sorgten. Die Emotionen waren ohnehin groß: Begeisterung, Applaus, Lachen und so manche erstaunte Reaktion inklusive.
Auch ein bekanntes flauschiges Gesicht aus der Region ließ sich das Spektakel nicht entgehen: Lenny von den Brunswiek Puppets, seines Zeichens echter Braunschweiger Flauschfluencer, stattete der RETROnomiCON ebenfalls einen Besuch ab und mischte sich unter die Fans.
So wurde aus einer Convention ein ganz besonderes Wochenende: ein Treffen von Generationen, Fans und Freunden, bei dem nicht nur die Vergangenheit gefeiert wurde, sondern vor allem die gemeinsame Begeisterung.
Denn genau das macht den besonderen Reiz der RETROnomiCON aus. Hier muss man kein eingefleischter Gamer sein und auch nicht jede Star-Wars-Figur beim Namen kennen. Es reicht, ein bisschen neugierig zu sein – und vielleicht eine Schwäche für Dinge zu haben, die man schon längst vergessen glaubte.
Für zwei Tage wurde Braunschweig zur Spielhalle, zur Comicwelt, zum Filmstudio und zum Wohnzimmer der Popkultur.
Und wer dabei war, weiß: Ein bisschen Retro-Fieber darf ruhig bleiben.
Einige Eindrücke von diesem außergewöhnlichen Wochenende gibt es in unserer Fotogalerie zu sehen.



































Copyrights: Photos by Dorothea „Dottie“ Lipinski / Helllove Photography





















