Marvin Sommer und seine literarischen Werke
Es gibt Begegnungen, die sich wie ein Zufall anfühlen – und sich im Nachhinein als etwas viel Größeres herausstellen.
Als ich vor Kurzem beim Konzert von Unantastbar im Westand Event & Kultur fotografierte (Ausverkauftes Westand bebt: Unantastbar sorgen für Punkrock-Ausnahmezustand in Braunschweig) fiel mir unter den vielen freundlichen und spannenden Menschen im Publikum ein Mann ganz besonders ins Auge. Sein Stil, seine Ausstrahlung – ich wollte unbedingt ein Foto von ihm machen.
Kurz darauf kamen wir ins Gespräch – und genau dieser Moment führte zu einer Begegnung, die ich so schnell nicht vergessen werde.
Denn der Mann, den ich fotografiert hatte, drückte mir einen Flyer in die Hand. Darauf: Bücher, Geschichten, kreative Welten. Und ein Name, den man sich merken sollte.
So möchte ich heute unseren Leserinnen und Lesern einen lokalen Autor vorstellen: Marvin Sommer, kreativer Kopf hinter dem Projekt Pink Cat Ideas.
Schon in diesem ersten kurzen Austausch war spürbar, dass wir ähnliche Interessen und Gedankenwelten teilen. Eine Art sofortiges Erkennen – als würde man jemanden aus derselben „Soul Tribe“ treffen. Also verabredeten wir uns für den darauffolgenden Sonntag zu einem Spaziergang im Braunschweiger Prinzenpark.
Es war ein sonniger, warmer Nachmittag. Wir liefen durch die Wege des Parks, vorbei an Wiesen und schattigen Plätzen, und setzten uns schließlich für ein langes Gespräch zusammen.
Marvin Sommer, gebürtig aus Braunschweig und heute in Wendeburg zuhause, arbeitet hauptberuflich als Medientechnologe Siebdruck. Mit einem Lachen erklärte er mir, dass das Schreiben von Science-Fiction-Geschichten und Erschaffen neuer Welten seine Leidenschaft in der Freizeit sei.
Doch Autor zu werden, war nie ein klassischer Kindheitstraum.
„Ich war nie der typische Bücherwurm“, erzählt Marvin. Zwar las er durchaus Bücher – vor allem in den Sommerferien mit seinen Eltern – doch das Schreiben als Beruf oder Leidenschaft stand zunächst nicht im Vordergrund.
Der entscheidende Wendepunkt kam während der Covid-Pandemie in den Jahren 2021 / 2022.
Wie für viele Menschen veränderten Lockdowns und Einschränkungen den Alltag. Gemeinsam mit Freunden spielte Marvin in dieser Zeit Pen-and-Paper-Rollenspiele. Aus diesen langen Spieleabenden entstanden komplexe Geschichten, ganze Welten, Figuren und Handlungsstränge.
Irgendwann kam ihm ein sehr persönlicher Gedanke: Wenn er bereits so viel geschrieben hatte, wenn über all diese langen Abende hinweg unzählige Ideen, Geschichten und Texte entstanden waren, dann konnte er auch selbst ein richtiges Buch schreiben. Nicht nur für das Spiel, nicht nur für den Moment – sondern als eigenes Werk. Genau diese Erkenntnis wurde für ihn zum entscheidenden Schritt in Richtung Autorendasein.
Und genau das tat er.
Sein erstes Buch war ein privates Herzensprojekt – nicht für den Verkauf, sondern für ihn und seine Freunde. Als Hardcover, mit Illustrationen eines Mitspielers, in kleiner Auflage selbst umgesetzt.
Dabei entdeckte er seine Leidenschaft fürs Schreiben endgültig. Ein weiteres Buch entstand aus einer persönlichen Lebensphase und half ihm, diese zu verarbeiten. Für Marvin ist Schreiben nicht nur Kunst, sondern auch eine Form der Selbstreflexion. Er betont, dass Schreiben – ebenso wie Journaling – eine der besten Möglichkeiten sei, Gedanken zu ordnen und innere Prozesse zu bewältigen. Worte auf Papier zu bringen, könne oft mehr Klarheit schaffen als vieles andere.
Aus dieser Erfahrung entwickelte sich schließlich sein öffentliches Buchprojekt: „Zweiwelten“.
Mit „Zweiwelten – Elaine und Jonas“ erschuf Marvin Sommer ein völlig eigenes literarisches Universum. Eine Welt mit einem neu erdachten Planeten (Rahnor), eigenen physikalischen Regeln und einer vollständigen Struktur, die sich bewusst von bekannten Mustern abhebt.
Besonders spannend ist dabei die Erzählweise: Zwei Hauptfiguren – Elaine und Jonas – führen kapitelweise durch die Geschichte. Doch ihre Perspektiven unterscheiden sich nicht nur durch ihre Gedanken und Erlebnisse, sondern auch durch ihren Lebensraum. Beide existieren auf demselben Planeten – und doch in völlig unterschiedlichen Welten. Sie leben auf zwei verschiedenen Seiten dieses neu erschaffenen Himmelskörpers, wodurch innerhalb derselben Realität zwei eigenständige Lebenswelten entstehen. Genau dieses Zusammenspiel macht die Geschichte so faszinierend: Es ist zugleich ein Blick auf denselben Planeten und auf zwei vollkommen verschiedene Welten, die dennoch untrennbar miteinander verbunden sind.
Das Ergebnis ist eine außergewöhnliche Erzählung, die Leserinnen und Leser in eine tiefgründige und kreative Realität entführt.
Mittlerweile ist bereits ein weiterer Band erschienen: „Zweiwelten – Yuna und Milo“. Auch hier bleibt Marvin Sommer seinem besonderen Erzählkonzept treu: Zwei Erzählperspektiven führen durch die Handlung und verweben sich zu einer gemeinsamen Geschichte. Dieses Mal spielt die Erzählung jedoch auf einem anderen Planeten (Tropica) – erneut eine vollständig entwickelte Welt mit eigenen Regeln, Strukturen und Besonderheiten. So erweitert sich das literarische Universum von „Zweiwelten“ um eine weitere faszinierende Realität, die ebenso detailreich und eigenständig gestaltet ist wie ihr Vorgänger. Und dabei soll es nicht bleiben. In dem „Zweiwelten“-Universum sollen es noch weitere Bände geschrieben und veröffentlicht werden.
Alle Bücher erscheinen unter seinem eigenen Projekt Pink-Cat-Ideas Selbstverlag und werden unabhängig veröffentlicht. Während die ersten Werke vollständig in Eigenarbeit entstanden, arbeitet Marvin inzwischen mit einer kleinen lokalen Druckerei zusammen. Besonders wichtig ist ihm dabei Nachhaltigkeit: Die Buchseiten werden auf 100 Prozent Recyclingpapier gedruckt, die Produktion bleibt regional, die Wege kurz. So entstehen Bücher, die nicht nur inhaltlich besonders sind, sondern auch verantwortungsvoll hergestellt werden.
Wer eines seiner Bücher erwerben möchte, bestellt direkt bei Marvin selbst. Über seine Website können Interessierte Kontakt aufnehmen, Bücher bestellen und sie persönlich zugesendet bekommen – oder vielleicht sogar bei einer Begegnung in der Region überreicht bekommen.
Auch das Hörbuch zum ersten Band ist bereits entstanden – aufgenommen in einem selbst eingerichteten Studio, gemeinsam mit Freunden, die ihre Stimmen für das Projekt eingebracht haben. Wieder ein Beispiel dafür, wie lokal, persönlich und gemeinschaftlich seine Projekte gedacht sind.
Neben Literatur begeistern ihn Musik, Konzerte und die alternative Kulturszene. So war es auch kein Wunder, dass wir uns ausgerechnet auf einem Rockkonzert begegneten.
Zum Abschluss unseres Gesprächs konnte ich mir noch eine persönliche Frage nicht verkneifen: Warum eigentlich „Pink Cat“? Marvin musste lachen. Katzen hätten ihn schon immer begleitet, erzählt er. Die sind einfach seine Lieblingstiere. Und Pink? Das sei ganz simpel seine Lieblingsfarbe. So einfach, so ehrlich. Dass er diese Farbe auch sichtbar lebt, merkt man sofort: Sein markanter pinker Irokesenschnitt ist längst Teil seiner kreativen Identität geworden.
Ein besonders schöner Fun Fact rundet das Ganze ab: Selbst das Logo seines Projekts – eine schwarze Katze mit pinkem Irokesenschnitt – wurde nicht von einer großen Agentur entworfen, sondern von einem befreundeten, kreativen Kopf aus seinem Umfeld gestaltet. Wieder ein Detail, das zeigt, wie sehr bei Marvin alles aus Freundschaft, Zusammenarbeit und lokaler Verbundenheit entsteht.
Und vielleicht ist genau das der schönste Gedanke an seiner Geschichte: Hier geht es nicht nur um Bücher, sondern um ein Netzwerk aus Menschen, Ideen und echter Nähe zur eigenen Umgebung – getragen von Kreativität, Vertrauen und ein bisschen Pink.
Wer kreative, ungewöhnliche und unabhängige Literatur schätzt, sollte einen Blick auf seine Werke werfen. Denn lokale Literatur lebt von Menschen wie Marvin Sommer – von Ideen, Leidenschaft und dem Mut, eigene Wege zu gehen. Weitere Informationen, Kontaktmöglichkeiten und seine Bücher finden sich unter:
Vielleicht begegnet ihr ihm bald selbst bei einem Konzert, einer Lesung oder einem Event in der Region – und nehmt nicht nur eine Erinnerung, sondern vielleicht auch ein Buch mit nach Hause!


































