60 Jahre ist es her …

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Meine erste Pflanzung – heute ein 60jähriger Jungeichenbestand Foto: Karl-Friedrich Weber

Von einem Jugendtraum, der wahr wurde

32. Waldbrief vom 10.4.2021

„Beschränken wir unsere egoistische Benutzungsweise des Waldes nur bis zu jenem Maße, bei welchem es uns möglich wird, die Voraussetzungen zur Selbstverjüngung des Waldes zu erfüllen, so wird uns die Natur niemals ganz im Stiche lassen, und unsere ergänzende Hilfe durch die Kunst hat sich dann auch eines doppelt gesicherten Gedeihs zu erfreuen.“

Dr. Karl Geyer – Der gemischte Wald 1886, Seite 137

Nicht nur in eigener Sache …

Diese Rückbesinnung schreibe ich nicht nieder, um meinen beruflichen Werdegang darzulegen, sondern um ein Zeitbild zu zeichnen – mit den Augen und Gefühlen eines Sechzehnjährigen, der am Beginn seiner forstlichen und berufsständischen Prägung stand. Nach meiner Bewerbung für die forstliche Laufbahn im Niedersächsischen Landesdienst, der Vorstellung im Braunschweiger Jägerhof Riddagshausen, dem damaligen Sitz der Forstabteilung des Regierungspräsidenten, und nach einem Eignungstest in der Sportschule Barsinghausen, erfolgte die Einberufung zum Dienstantritt am Montag, den 4. April 1961.

Der Abschied von meinen Eltern war kurz. Gefühle zu zeigen, war nicht in der Zeit. Schließlich war ich von nun an ein junger Mann. Ich stieg in den Bus und vom Bahnhof Goslar in den Zug nach Braunschweig – von dort in den Zug nach Vorsfelde. Nach drei Stationen hielt der Zug in Wendhausen, dem Sitz der gleichnamigen Försterei. Ich sollte erst Weihnachten wieder zu Besuch nach Hause kommen und meine heimatlichen Harzberge sehen. Es hieß damals, junge Leute müssten sich abnabeln.

Meine Mutter hatte mir auf den Weg gegeben, alle Leute im Dorf zu grüßen, was ich auch tat. Da stand ich nun mit Herzklopfen vor der Försterei, in einem neuen Lodenmantel, der fast bis an die Fersen reichte, einem kleinen Koffer in der Hand und einem Rucksack auf dem Rücken, die mein ganzes Hab und Gut enthielten. Wie wenig an Notdurft man doch benötigt. Weiter:

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