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“Quo vadis Friedenszentrum“

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mit diesen Worten beendete Herr Pastor Busch von der Katharinen-Kirche seinen Beitrag (siehe im Kommentar) zum Vortrag von Herrn Lüders im Gewerkschaftshaus. Das Friedenszentrum gibt ihm hier eine Antwort.

Friedenszentrum Braunschweig den 22.2.2026

Sehr geehrter Herr Pastor Busch,

“Quo vadis Friedenszentrum ?“ ja Herr Busch , wohin geht das Friedenszentrum?

Das Friedenszentrum kennt seinen Weg und zeigt ihn durch eine Vielzahl unterschiedlicher Referenten und Quellen.

Das Friedenszentrum wendet sich sich gegen jede kriegerische Gewalt und setzt sich für friedliche Konfliktlösungen ein. Es steht zum Gewaltverbot der UN- Charta und des Grundgesetzes, die beide die Vorbereitung und Durchführung von Angriffskriegen verbieten. Wir wenden uns gegen jede Form der Androhung militärischer Gewalt, um politische oder wirtschaftliche Interessen durchzusetzen oder um Informationshoheit oder kulturelle Dominanz zu erreichen. Des weiteren wenden wir uns auch gegen Wirtschaftssanktionen, die die Bevölkerung betroffener Staaten vielfach existenzieller Gewalt aussetzen und interne Konflikte anheizen.

Wir stehen zu der aus der Erfahrungen zweier Weltkriege resultierenden Forderung “Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!“. Beides, Faschismus und Krieg, sind Willkür- und Gewalt-verherrlichende politische Prinzipien, die wir als ein Verbrechen gegen die Menschen ansehen. Mit Personen, die diese Ziele vertreten, befürworten oder anstreben, werden wir nicht zusammenarbeiten.

Das Friedenszentrum erreicht die Öffentlichkeit mit einem vielseitigem Informations- und Diskussionsprogramm durch unsere Vortragsreihe „Wege zu einer Kultur des Friedens”, die neben friedenserhaltenden Themen auch Kriegsursachen, Kriegsfolgen und mögliche Lösungsmöglichkeiten erörtert.

Das Thema Israel und Palästina begleitet uns seit längerer Zeit – auf der Suche nach einem Weg zum Frieden*. Mit dem Thema Antisemitismus haben wir uns u.a. in einem Vortrag von Herrn Professor Lothar Zechlin auseinandergesetzt, bei dem es um die verschiedenen Definitionen des Antisemitismus ging.**

Ihre Kritik an der Analyse von Herrn Dr. Lüders nehme ich als Ihre Meinungsäußerung , es steht Ihnen frei es so zu sehen .

Wir bedauern zutiefst das Scheitern der Friedensarbeit von Jitzchak Rabin und Jassir Arafat und das Ende des Oslo-Prozesses Mitte der 1990er-Jahre, da wir überzeugt von der Notwendigkeit der Koexistenz beider Völker als Voraussetzung für Sicherheit und Frieden in der Region sind. Möglichkeiten des Zusammenlebens gibt es bereits. In den Jahren nach Oslo eskalierte jedoch die Unterdrückung der palästinensischen Bevölkerung durch immer rigidere Formen der Besatzung – aktuell kulminierend im Massenmord an der Zivilbevölkerung in Gaza. Bezogen auf den Vortrag von Dr. Lüders teilt das Friedenszentrum die Sicht des Internationalen Gerichtshofes, der gegen das israelische Vorgehen in Gaza wegen Völkermordes ermittelt. Aufgrund der pazifistischen Ausrichtung des Friedenszentrums verurteilen wir alle Formen von Gewalt, das menschenverachtende Vorgehen der Hamas-Terroristen genauso wie die israelische Gewalt gegen Bürger und gegen unter Besatzung lebende entrechtete Menschen. Wir sehen keinen Grund, die Einladung von Herrn Lüders zu bedauern. Wir möchten darauf hinweisen, dass vom internationalen Strafgerichtshof ein Haftbefehl gegen Ministerpräsident Netanjahu ergangen ist.

Wir beobachten in unseren Leitmedien und in den politischen Parteien eine Einengung der Meinungskorridore. Bezogen auf die aktuellen verschiedenen Konflikte in der Welt (zum Beispiel Ukraine, Gaza, Sudan, Iran) sehen wir häufig eine Berichterstattung, die mehr bewertet statt zu informieren und dabei mit zweierlei Maß misst, je nachdem, ob die Akteure auf Seiten des Westens stehen oder ob sie als
Feinde definiert werden.

Die unerträgliche Zahl an meist zivilen Opfern wurde als Propagandalüge der Hamas dargestellt und erst, nachdem die israelische Regierung 70.000 palästinensische Opfer im Gazastreifen in den letzten vier Jahren zugegeben hat, ist in einem etwas verdrucksten Kommentar in der Tagesschau diese Zahl in den Leitmedien genannt worden. Laut aktuellen wissenschaftlichen Untersuchungen (zitiert etwa in der renommierten internationalen Medizin-Zeitschrift „The Lancet“) dürfte sie sogar im 6-stelligen Bereich liegen.

Bei Veranstaltungen, die sich mit der aktuellen politischen Lage auseinandersetzen, wissen wir uns als Friedenszentrum in der Verantwortung, eine Alternative, vielleicht sogar ein Korrektiv zu der einseitigen Berichterstattung in den Leitmedien und politischen Parteien zu bieten. Das tun wir nach bestem Wissen und Gewissen.

Eine Einschätzung der aktuellen politischen Situation in Israel beschreibt der aus Israel stammende Leiter der Anne-Frank-Bildungsstätte, Prof. Meron Mendel, die er 2024 in der Evangelischen Akademie vorgetragen hat, in seinem Buch „Über Israel reden – Eine Deutsche Debatte“. Es steht in der Bücherei des Friedenszentrums .

Zitat Seite 66:

Heute blicke ich mit Angst auf die politische Entwicklung in Israel und stelle fest, dass die größten Gefahren für die Sicherheit des Landes nicht nur von den arabischen Nachbarländern ausgehen, sondern auch und ganz besonders vom Aufstieg des religiösen Nationalismus, von der Intoleranz und Demokratiefeindlichkeit in der israelischen Gesellschaft selbst. Was bedeutet Solidarität mit Israel heute? Wie kann eine deutsche Staatsräson für Israels Sicherheit das Land vor der Gefahr der demokratischen Selbstzerstörung schützen?“

Ich empfinde Ihren Leserbrief als „Einen wilder Ritt voller Behauptungen“. Ihrem letzten Satz kann ich allerdings zustimmen. Ich persönlich bevorzuge dialogische Formate , wie wir sie in zuvor statt gefundenen Veranstaltungen in der Magnikirche, betreffend des Ukrainekrieges genutzt habe. Das monologische Format war unsere bewusste Entscheidung, angesichts der erschütternden Kriegsführung der israelischen Regierung im Gaza Streifen.

Wünschenswert wäre zum Beispiel eine Veranstaltung mit dem o.g. Prof. Meron Mendel und einem vielleicht nicht so israelkritischen Counterpart unter Umständen in der Evangelischen Akademie .

Hochachtungsvoll

Dr. med. Dieter Daunert

Sprecher der Regionalgruppe Braunschweig der IPPNW Mitglied und Vorstand des Friedenszentrum

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* »Menschen wollen Frieden – Graswurzelbewegungen für Frieden in Israel und Palästina«
(Archiv 2024)

Donnerstag, den 22.2.2024, 17.00-19.00 Uhr Pastor Eckehard Binder wird uns gemeinsame Friedensinitiativen aus Israel und Palästina vorstellen: „The Mother`s Call“ mit der Initiative
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13. »Combatants for Peace, ein israelisch-palästinensischer Versuch der Konfliktlösung« (Archiv 2024)

Am Montag, den 12.2.2024 um 19 Uhr stellt die israelisch-palästinensische Organisation „Combatants for Peace“ in der St. Petri Kirche (An der Petrikirche 9) in Braunschweig ihre Ziele und Aktivitäten …

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** WEGE ZU EINER KULTUR DES FRIEDENS – März 2021: »Israelkritik gleich Antisemitismus?« (Wege zu einer Kultur des Friedens) Vortrag und Diskussion mit Prof. Lothar Zechlin Video zur Veranstaltung vom 11.3.2021 https://youtu.be/IZ2MsDXGf_M Der Zoom-Vortrag von Prof. Zechlin „Israelkritik gleich Antisemitismus?“ am …Zur aktuellen politischen Lage in Israel – Teil1 (Archiv 2020)

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21. Zur aktuellen politischen Lage in Israel – Teil 3 (Archiv 2020) .. in früheren Jahren bereit sein könnten, Ihr Leben und das von Israelis nicht mehr zu schonen. die Friedensverträge mit Jordanien und Ägypten gerieten in Gefahr. die Region würde destabilisiert. Ei …

22. Zur aktuellen politischen Lage in Israel – Teil 4 (Archiv 2020)

26.6.2020 Zum Thema Annexion in Israel zulasten der Palästinenser… gibt es eine
Erklärung von der IALANA. IALANA fordert klare Stellungnahme und politische Schritte der Bundesregierung gegen die Pläne …

23. Zur aktuellen politischen Lage in Israel – Teil 5 (Archiv 2020) 29.6.2020 Zum Thema Combattants for Peace Der Annexionsplan der israelischen Regierung gefährdet den Frieden – Ein Aufruf zum Handeln „Wir, die Combatants fur Peacen Israel/Palästina (CfP) und ihre …

24. Das freie Wort zu Israel und Palästina – Stellungnahme des Friedenszentrums und offener Brief
der IPPNW (Archiv 2019)

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1 Kommentar

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