Fridays for Future Konstanz zur Notwendigkeit der Klimaneutralität deutscher Städte

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22. Juli 2020 – 1,5 Tage Mahnwache für den Antrag Konstanz klimapositiv 2030. Foto: Fridays For Future Konstanz

Fridays for Future setzt sich in vielen deutschen Städten dafür ein, dass zeitnahe Klimaneutralität erklärt wird, um die Ziele der Pariser Klimakonferenz zu erreichen. In Konstanz hat der Gemeinderat einen solchen Antrag jetzt abgelehnt. Die SPD der Stadt veröffentlichte dazu eine Erklärung …. und FFF Konstanz reagiert mit einer fachlich exzellenten Retourkutsche, die dazu geeignet ist, den Zögernden und Zaudernden Schamröte und Angstschweiß ins Gesicht zu treiben. Wieviele CO2–Äquivalente stehen uns eigentlich gerechter Weise noch zu? Irgendwas zwischen gar keine mehr und bis zur nächsten Bundestagswahl ist Schluss!

Engagement für das Überleben unseres Planeten gehen hier Hand in Hand mit versiertem Klimawissen und angewandter Mathematik.

Wir dokumentieren im folgenden den Beitrag von Manuel Oestringer, FFF Konstanz:

Sorry Leute, das wird jetzt leider etwas länger, muss aber sein. Die SPD Konstanz schreibt über den Antrag, den sie gerade im Gemeinderat abgelehnt hat, nachdem Konstanz sich das Ziel hätte setzen sollen bis 2030 klimapositiv zu werden:

“Eine Gruppe von Menschen, wie FfF, meinen, es würde reichen, die globalen Szenarien auf Konstanz zu übertragen und daraus abgeleitet einfach zu beschließen, dass wir 2030 klimapositiv sind, weil das eben so sein müsse ohne zu berücksichtigen, ob und wie das unter den hier gegebenen Umständen überhaupt machbar ist.

Genau das aber dürfen wir als Gemeinderäte, zumindest wenn wir unserer Verantwortung gerecht werden wollen, eben nicht tun. Wir müssen unser Handeln an den realen Gegebenheiten und Möglichkeiten hier vor Ort ausrichten, und mit einem konkreten Fahrplan mit Erfolgskontrolle und ständig optimierten Maßnahmen schnell voran zu gehen.

Eine solche Herangehensweise ist im Gegensatz zu einer Willensbekundung zugleich auch wissenschaftlich. Warum das?

Von Lord Kelvin, dem Begründer der nach ihm benannten Temperaturskala und damit hier sehr passend, soll der Satz stammen: „If you can´t measure it, it´s not science“ also „was man nicht messen kann, ist nicht Wissenschaft“.”

Well, liebe SPD, guess what:

Ohne hier auf all den Schmarrn den ihr später noch ausgiebig erzählt (wie z.B. eure wilde Theorie von den zwei Absenkpfaden, bei dem wir uns einfach so immer mehr dem für 2030 annähern) einzugehen, nehmen wir mal Stellung zu den ersten 1 ½ Absätzen:

Möchten wir die Erderhitzung auf 1,5 KELVIN gegenüber vorindustriellem Niveau begrenzen, dann müssen wir unsere Treibhausgasemissionen drastisch reduzieren und dürfen nicht mehr als eine sehr kleine Menge an CO2-Äquivalenten ausstoßen. An dieser Stelle der kleine Einschub: Dank Lord Kelvin haben wir mittlerweile eine Temperaturskala mit der wir diese Erderhitzung messen können. Genausogut können wir auch messen, welche drastischen Konsequenzen folgen, wenn wir diese Grenze überschreiten.

Was wir, mithilfe der Messergebnisse die wir bereits haben berechnen können, wissen, ist die Menge an CO2, die wir weltweit noch ausstoßen dürfen um diese wichtige Grenze nicht zu überschreiten. Diese betrug 2018 noch 420 Gt, mit dem wichtigen Einschub, dass womöglich nocheinmal 100 Gt von diesem Budget abgezogen werden müssen, falls der Permafrost taut. Tut er leider, also hatten wir 2018 noch 320 Gt. Wir können auch messen, wie viel Emissionen wir jedes Jahr ausstoßen: ca. 40 Gt. Macht also, zwei Jahre später noch ein Restbudget von 240 Gt.

Nun ist die große Frage, wie teilen wir das Budget gerecht auf die Welt auf, so dass niemand benachteiligt wird.

Der offensichtlichste Ansatz wäre es zu sagen, wir teilen das gesamte Budget gerecht auf die Menschen auf, so dass jeder Mensch gleich viel bekommt. Dies wäre fair, denn schließlich sind alle Menschen gleichberechtigt.

Der vollständige Beitrag von FFF Konstanz ist als PDF hier verfügbar.

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