Bertelsmann-Krankenhaus-Studie: Vorbereitung zur Privatisierung

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OP-Besteck. Paulwip / pixelio.de

Der kritische Bürger Thomas Damrau hat sich die Studie, die die Bertelsmann-Stiftung zum Thema „Restrukturierung der Krankenhauslandschaft“ veröffentlicht hat und die heute bundesweit und auch in der Braunschweiger Zeitung Beachtung fand, durchgeschaut, und ist zu folgendem Fazit gekommen: (UM)

Reichen 600 Krankenhäuser für ganz Deutschland, wie die Bertelsmann-Stiftung der Presse mitgeteilt hat? Kann ich nicht beurteilen. Interessanterweise kann es die Studie, die Bertelsmann als Beleg veröffentlicht hat, auch nicht beurteilen.

Die Diskussion um die künftige Anzahl von Krankenhausstandorten in Deutschland ist ein schönes Beispiel, wie wissenschaftliche Studien missbraucht werden.

Die Studie denkt lediglich über den Großraum Köln nach und postuliert, dass im Jahr 2030 14 Standorte statt 38 in dieser Region genug sein könnten. Die Studie stellt aber ausdrücklich fest: “Eine solche Konzentration der Krankenhauskapazitäten in ländlichen Regionen würde jedoch unter sonst gleichen Bedingungen zu erheblichen Einschränkungen der Erreichbarkeit führen”. (Seite 84)

Was macht die Bertelsmann-Stiftung daraus? Sie rechnet die “Köln-Studie” auf ganz Deutschland mit seinen 1400 Standorten hoch: 14 zu 38 verhält wie 516 zu 1400. Die 516 werden zu 600 aufgerundet. Und plötzlich sieht es so aus, als habe die Studie über ganz Deutschland nachgedacht.

Wenn die Diskussion um eine Restrukturierung der Krankenhauslandschaft Fahrt aufnehmen sollte, kann Bertelsmann in einigen Monaten die These nachreichen, dass eine solche massive Transformation nur in Public-Private-Partnership möglich sei.

Dazu: „Medienhype um die Klinikstudie der Bertelsmann-Stiftung“ in Telepolis oder „Krankenhäuser schließen – Leben retten?“ – Öffentlich-rechtlicher Kampagnenjournalismus zur besten Sendezeit

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