Eine bewegende Filmvorführung über Seenotrettung im Mittelmeer

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Der Film wird am Sonntag, 30.06. um 11.15 Uhr, wiederholt.

Am Montag, 24.06., hatte das Universum Filmtheater in Kooperation mit dem Bündnis Seebrücke Braunschweig und Refugium Flüchtlingshilfe e.V. zur Präsentation des Films „Die Mission der Lifeline“ eingeladen. Dieser Einladung waren 50 Personen gefolgt, einschließlich des Regisseurs des Films, Markus Weinberg, sowie Axel Steier, Mitbegründer, Vorsitzender und Sprecher des Vereins Mission Lifeline e.V. Der Kinosaal war mit orange farbigen Papierbooten (orange = Farbe der Seenotrettung) dekoriert, an einem Infotisch lagen diverse Flyer aus. Zusätzlich gab es Infotafeln mit Fakten zur Thematik. Aktivisten der Seebrücken Hannover und Hildesheim waren ebenfalls zu Gast.

Mitglieder von dem Bündnis Seebrücke Braunschweig führten in die Thematik ein. So berichteten sie, dass die Hilfsorganisation Mission Lifeline e.V. u.a. im Sommer letzten Jahres 234 Menschen im Mittelmeer aus Seenot gerettet hat. Der Kapitän des Rettungsschiffes wurde verhaftet, Strafanzeige gegen ihn gestellt, weil er Menschen gerettet hatte, sein Schiff einschließlich Crew wurde festgesetzt. Dadurch geriet der Fall in die Öffentlichkeit. Empörte Menschen in der ganzen Bundesrepublik sind auf die Straße gegangen und haben ihren Unmut in die Öffentlichkeit getragen. Daraus hat sich die BEWEGUNG SEEBRÜCKE zivilgesellschaftlich gebildet.

Es folgte die Aufführung des Films, eine bewegende Dokumentation der ersten Mission des Seenotrettungsschiffes Lifeline im Jahr 2017 im Mittelmeer. Menschen in überfüllten Holz- und Schlauchbooten, teilweise kurz vor dem Sinken, darunter auch viele Kinder, konnten trotz widrigster Umstände gerettet werden. Die Crew der Lifeline war neben enormen physischen und psychischen Belastungen auch einer direkten Bedrohung durch die sogenannte libysche Küstenwache ausgesetzt bis hin zur Abgabe von Schüssen auf ihr Schiff.

Dramaturgisch äußerst geschickt und eindrucksvoll als Kontrast zur traurigen Realität im Mittelmeer wurden im Film Sequenzen der rechtspopulistischen PEGIDA Bewegung in Dresden gezeigt, die Stadt, in der der Verein Mission Lifeline gegründet wurde. Aktivisten der Mission Lifeline wurden und werden dort immer noch beschimpft, bedroht und mit Vorwürfen und Anschuldigungen bis hin zu Gerichtsverhandlungen konfrontiert.

Nach dem Film stellten sich Axel Steier und Markus Weinberg den vielen Fragen des Publikums. Aus diesen zeichnete sich neben viel Lob für die Mission der Lifeline auch Fassungslosigkeit und Betroffenheit für die katastrophalen Zustände im Mittelmeer, aber auch die Vorkommnisse in Dresden, ab. Das Publikum stellte gezielte Nachfragen und gab auch viele Anregungen. Die rechtlichen Befugnisse der EU, die die libysche Küstenwache finanziell unterstützt, wurden angezweifelt. Die beiden Vertreter antworteten ausführlich und kompetent. Das Bündnis Seebrücke Braunschweig hatte am Ende zu Spenden für die Seenotrettung zu Gunsten von Mission Lifeline e.V.  aufgerufen. Diesem Aufruf sind zahlreiche Zuschauerinnen und Zuschauer gefolgt.

Es war ein unvergesslicher Abend, der aufgrund des großen Interesses mit einem Austausch außerhalb des Kinos ausklang. Ein großes Dankeschön auch an Anke Hagenbüchner vom Universum Filmtheater und ihrem Team, ohne die, die Veranstaltung nicht möglich gewesen wäre.

Der Film wird am Sonntag, 30.06. um 11.15 Uhr, wiederholt.

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