
Auf dem ehemaligen Klinikgelände an der Holwedestraße soll ein sozial gemischtes und generationenübergreifendes Wohnquartier entstehen. Der Verein Quartiersprojekt Holwede e.V. setzt sich dafür ein, dass auf dem Areal nicht nur neuer Wohnraum geschaffen wird, sondern auch, dass ein lebendiger Ort für unterschiedliche Generationen, Lebensentwürfe und Formen des Zusammenlebens entsteht.
Am 13.10.2026 begrüßte der Vorsitzende des Vereins, Wolfgang Wiechers, rund 130 Besucher:innen zu einer Informationsveran-staltung über die Zukunft des Holwedequartiers in dem erhabenen Kirchensaal des Kulturraums Jakobi.
Bezahlbarer Wohnraum und vielfältige Wohnformen
Im Folgenden stellte Lielo Michelau (Vereinsvorstand) die 200-jährige wechselvolle Geschichte des Holwede-Klinikums vor.
Für die neue Nutzung des Areals verfolgt der Verein folgende Ziele:
– bezahlbarer Wohnraum für:
§ gemeinschaftliche und alternative Wohnformen, wie auch
§ studentisches Wohnen sowie
§ Wohn- Pflegegemeinschaften,
- – Nachbarschaftszentrum mit Veranstaltungs- und Gruppenräumen für Vereine, Initiativen und Freizeitaktivitäten sowie für Betreuungs- und Beratungsangebote.
- – Kindergarten
– Café oder Bistro, Kleine Dienstleistungs- und Handwerksbetriebe
Vorstellung des Siegerentwurfs
Florian Hultsch vom Architektenbüro Juhu stellte den Siegerentwurf des Architekturwettbewerbs zur baulichen Nachnutzung des Klinikgeländes vor. Dabei wurden die städtebaulichen Vorgaben und Einblicke in die vorgesehenen Entwicklungsschritte erläutert.
Vorgesehen sind u.a.:
– Bis zu 360 neue Wohnungen

– Beibehaltung des historischen Klinik-Gebäudes und des großen Parks
– Bis zu 5 neue Wohnblöcke mit Innenhof – möglichst für Gemeinschaftliches Wohnen
– Parkhaus
– Fahrrad-Stellplätze
– Öffentlicher Zugang des Geländes bis zur Oker
– Uferweg an der Oker
Der Entwurf des städtischen Bebauungsplans sieht 30 % geförderte Wohnungen vor. Weitere 10% der Wohnfläche sollen im mittleren Preissegment liegen.
Räume für Begegnung, Alltag und Nachbarschaft
Vom 2. Vorsitzenden des Vereins, Hans Golmann, wurde erläutert, dass nach den bisherigen Vorstellungen auf dem ehemaligen Klinikgelände deutlich mehr entstehen soll als eine zusätzliche Wohnsiedlung.
Der Verein setzt sich für ein vielfältiges Quartier ein, das eng mit dem Westlichen Ringgebiet verbunden und in die bestehende Nachbarschaft eingefügt sein soll. Neben Wohnungen sollen auf dem Gelände Räume für den Alltag und das soziale Miteinander entstehen.
Der Verein strebt die Einrichtung eines Nachbarschaftsbüros an – z.B. in der Nähe des Hubschrauberlandeplatzes -, das zeitnah und noch vor Baubeginn installiert werden soll. Es soll zentrale Anlaufstelle für alle Anwohner:innen und Interessierten sein sowie helfen, das Quartier Holwede zu öffnen und in das westlichen Ringgebiet zu integrieren.
Der Verein Quartiersprojekt Holwede setzt sich für die Umsetzung dieses Konzepts ehrenamtlich ein. Er wird den Entwicklungsprozess begleiten und fördern. Er wird kein Bauherr sein und auch keine Wohnungen vermieten oder verkaufen.
Fragen aus der Nachbarschaft
In der anschließenden Fragerunde wurden zusammengefasst folgende Themen angesprochen:
– Stellplätze für Autos und Fahrräder
– Car-Sharing
– ÖPNV
– Beibehaltung des umfangreichen Baumbestandes
– Der Bebauungsplan soll bis Ende dieses Jahres vom Rat der Stadt Braunschweig genehmigt sein
– Die ersten Wohnungen werden, vorsichtig geschätzt und unter Vorbehalt, voraussichtlich erst in 5 bis 6 Jahren bezugsfähig sein.
Die Entwicklung des ehemaligen Klinikgeländes soll Chance für das gesamte Westliche Ringgebiet sein.
Unterstützung durch den Rat der Stadt Braunschweig
Unter den 130 Teilnehmer:innen waren auch Stadt- und Bezirksratsmitglieder verschiedener Parteien vertreten. Ihre politische Unterstützung haben zugesagt Frau Cristina Antonelli (stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Braunschweig), Frau Annette Johannes (stellvertretende Bezirks-Bürgermeisterin des Westlichen Ringgebiets) und Atakan Koçtürk (Mitglied des Rats der Stadt Braunschweig und des Bezirksrats Westliches Ringgebiet).
Kontinuierliche Beteiligung und weitere Informationen
Der Vereinsvorsitzende Wolfgang Wiechers kündigte an, dass der Verein den Prozess engagiert begleiten wird. Er wird den Austausch mit der Nachbarschaft fortsetzen und regelmäßig über den Fortgang informieren. Dafür sollen das zuvor schon genannte Nachbarschaftsbüro und ein Stammtisch ins Leben gerufen werden, bei dem sich Interessierte über den aktuellen Stand informieren, eigene Vorschläge einbringen und weitere Schritte gemeinsam erörtern können.
Lielo Michelau / Peter Lichtenstein Verein Quartiersprojekt Holwede e.V






















