Start Politik Nato präsentiert neue Sieges-Doktrin gegenüber Russland

Nato präsentiert neue Sieges-Doktrin gegenüber Russland

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Nach den eindringlichen Warnungen des US-Außenministers Marco Rubio vor einer Ausweitung des Ukraine-Kriegs letzten Donnerstag[1], wird nun die NATO voraussichtlich am Montag ihre neue Kriegsplanung durch den Oberbefehlshaber, US-General Grynkewich, verkünden, ein Plan, wie ein „Sieg“ über Russland gelingen kann, eine „Theory of Victory“.

Angeblich geht es nur um Verteidigung des Bündnisses, aber aus der Geschichte sind genügend Beispiele bekannt, wie Angriffskriege durch provozierte Verteidigungsfälle begonnen wurden, z.B. der Zweite Weltkrieg 1939, der Irakkrieg 2003, der Vietnam-Krieg nach dem Tonkin-Zwischenfall 1964 u.a.. Nun sollen nach dieser Doktrin Nato-Truppen einen russischen Überfall auf das Baltikum unmittelbar abwehren und dabei High-Tech-Systeme, Drohnen und KI einsetzen dürfen, die die russischen Fähigkeiten zur Kommunikation und Koordination seiner Streitkräfte sofort außer Gefecht setzen sollen. Dabei soll auch der Atomkrieg eine Option sein.

In dem Plan soll eine Abfolge von militärischen Aktionen als Reaktion auf einen potentiellen russischen Angriff festgelegt werden, der Russland rasch kampfunfähig machen soll.

„Angesichts der unruhigen und komplexen globalen Sicherheitsumgebung müssen wir jetzt Bedingungen schaffen, um Aggressionen abzuschrecken und, wenn nötig, zu gewinnen, wenn sie [die NATO-Staaten im Baltikum, R.F.] angegriffen werden“, sagte Col. Martin O’Donnell, ein Sprecher von Grynkewich.

Eric Bonse schreibt dazu in seinem Blog „LostinEU“:

Die Ukraine-Ultras frohlocken: „An der Ostflanke wird gerade der Tag durchgespielt, an dem Russland angreift“, heißt es auf X.  „Moskau soll wissen: Jeder Schritt nach Westen wird zum Fiasko.“ Das Rezept stamme aus der Ukraine.[2] Allerdings fehlt bisher die nukleare Komponente – Russland ist die größte Atommacht der Welt und dürfte sich nicht einfach so ergeben. Da trifft es sich „gut“, dass am Freitag die Atomwaffen-Übung der NATO „Steadfast Noon“ beginnt, zur nuklearen Abschreckung, wie es heißt.

Das Konzept sieht auch die Möglichkeit von Militäroperationen auf feindlichem Gebiet vor, so die italienische Nachrichtenagentur Ansa, die als erste darüber berichtete. Die NATO unterhält bereits multinationale Kampfgruppen an ihrer Ostflanke, die unter den Konzepten der Allianz für den Kampf gegen Kriege schnell verstärkt werden sollen und im Ernstfall eines Angriffs sofort reagieren dürfen, ohne erst auf eine Entscheidung aus dem NATO-Hauptquartier warten zu müssen.[3]

Genau dort liegt meines Erachtens das größte Risiko einer militärischen Konfrontation, die Möglichkeiten für gezielte Provokationen oder durch Zufall entstehende Zwischenfälle: Wie leicht können bewaffnete Drohnen abgelenkt werden oder von ihrer Flugbahn abkommen und in NATO-Ländern Zerstörungen und Todesopfer bringen? Wie leicht kann es sein, dass ukrainische Ultras – zu allem entschlossen – solche Szenarien vorbereiten und durchführen? Schließlich schreckten sie auch nicht davor zurück, die Nordstream-Pipelines zu zerstören und wer weiß, welche Kooperationen mit US-Geheimdiensten und Militärs da möglich sind. In Zeiten der Blockkonfrontation während des Kalten Kriegs gab es immerhin zuverlässige Kommunikationskanäle, über die beide Seiten sich im Krisenfall verständigen konnten. Das fehlt heute, zumindest bei den Europäern.

Am erschreckendsten aber ist die Tatsache, dass sich diese Operationspläne gegen eine der zwei größten Atommächte richten und die russische Atomdoktrin unmittelbar herausfordern können. Schon werden von russischer Seite deutliche Warnungen ausgesprochen in Richtung deutscher Rüstungsstandorte. Sollte Merz tatsächlich so verrückt sein, Taurus-Marschflugkörper an die Ukraine zu liefern oder vergleichbare Systeme, dann würden diese Produktionsstätten „legitime Kriegsziele“ darstellen aus russischer Sicht. Wenn Deutschland dann den NATO-Verteidigungsfall ausrufen und zurückschlagen würde, wäre das der Beginn eines dritten Weltkriegs. Deutschland würde das nicht überleben. Es ist nicht mehr fünf vor zwölf vor einem Atomkrieg, vermutlich nur noch eine Sekunde davor. Nun wäre es Zeit für mutige Politiker aufzustehen und laut Stopp zu rufen und sofortige Verhandlungen mit Russland zu fordern – nicht zuerst über einen Friedensplan für die Ukraine, sondern über einen beiderseitigen Nichtangriffsvertrag nebst entsprechenden vertrauensbildenden Maßnahmen. Genau so etwas hat schon der russische Außenminister Lawrow vorgeschlagen!

Die Reaktion der Bundesregierung? Null.

Diese Regierung treibt uns in ein unermessliches Kriegsrisiko.

Wie lautet nochmal der Amtseid? … dem Wohl des ganzen Volkes dienen…?


[1] https://www.berliner-zeitung.de/article/ukraine-rubio-strategisches-patt-eskalation-nato-10474331

[2] https://lostineu.eu/nato-praesentiert-neue-doktrin-fuer-sieg-ueber-russland/

[3] https://www.stripes.com/theaters/europe/2026-10-06/nato-victory-battle-plan-23069963.html

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