Von Thorsten Koester
- CDU fordert Ende des millionenschweren Sanierungsprojektes am Rathaus-Neubau
- Kornblum kündigt an – konkrete Folgen bleiben erneut im Dunkeln
BRAUNSCHWEIG (3. August 2026). Die CDU-Ratsfraktion steht den Überlegungen der Stadt Braun-schweig, das Gebäude der Braunschweigischen Landessparkasse an der Dankwardstraße 1 zu erwerben und dort künftig das Einwohnermeldeamt unterzubringen, offen gegenüber. Gleichzeitig fordert die Fraktion jedoch, daraus die richtigen Konsequenzen zu ziehen: Sollte der Ankauf erfolgen, müsse die geplante Sanierung des Rathaus-Neubaus grundsätzlich auf den Prüfstand gestellt und beendet werden.
Nach Ansicht der CDU eröffnet sich damit die Chance, eines der teuersten Verwaltungsprojekte der kommenden Jahre zu vermeiden und gleichzeitig eine attraktive Immobilie dauerhaft einer sinn-vollen Nutzung zuzuführen.
„Der Ankauf der Dankwardstraße kann für Braunschweig ein echter Gewinn sein – städtebaulich ebenso wie finanziell“, erklärt die planungspolitische Sprecherin der CDU-Ratsfraktion, Heidemarie Mundlos. „Wenn dort künftig das Einwohnermeldeamt untergebracht werden kann, müssen wir ehrlich die Frage stellen, ob die aufwendige Sanierung des Rathaus-Neubaus überhaupt noch erforderlich ist. Es wäre fahrlässig, beide Projekte parallel weiterzuverfolgen.“
Für Verwunderung sorgt bei der CDU erneut die Informationspolitik der Stadtverwaltung. Während Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum (SPD) den möglichen Ankauf öffentlich als Zukunftsprojekt präsentiert, bleiben die Auswirkungen auf andere Großvorhaben weitgehend offen. Dabei hatte die Verwaltung die politischen Gremien zeitgleich lediglich mit einer Mitteilung außerhalb von Sitzungen über den Stand der Gespräche informiert.
Bereits im November vergangenen Jahres hatte die CDU im Ausschuss für Planung und Hochbau einen Sachstandsbericht zur geplanten Sanierung des Rathaus-Neubaus beantragt. Die Antwort der Verwaltung fiel jedoch äußerst dürftig aus. Fest stand lediglich, dass die bisherigen Planungen die im Haushalt vorgesehenen Mittel bereits deutlich überschreiten und deshalb grundlegend überarbeitet werden müssen. Eine belastbare Entscheidung soll frühestens nach Abschluss dieser Überarbeitung möglich sein.
„Dieses Vorgehen kennen wir inzwischen leider zur Genüge“, kritisiert Mundlos. „Große Ankündigungen werden medienwirksam präsentiert, doch die konkreten finanziellen Auswirkungen bleiben im Dunkeln. Gerade bei Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe erwarten wir vollständige Transparenz und eine ehrliche Prioritätensetzung.“
Die CDU verweist darauf, dass allein im Haushalt bereits mehr als 30 Millionen Euro für die Sanierung des Rathaus-Neubaus vorgesehen seien. Gleichzeitig zeichne sich seit Monaten ab, dass diese Summe voraussichtlich bei Weitem nicht ausreichen werde. Vor diesem Hintergrund sei der Vorschlag des CDU-Ratsherrn Maximilian Pohler konsequent: Mit der Unterbringung des Einwohnermeldeamtes in der Dankwardstraße könnten erhebliche Kosten eingespart und gleichzeitig ein wichtiger Beitrag zur Belebung der Innenstadt geleistet werden.
„Braunschweig braucht keine immer neuen Prestigeprojekte, sondern kluge Entscheidungen mit Augenmaß“, betont Mundlos abschließend. „Der mögliche Ankauf der Dankwardstraße bietet die Chance, Verwaltung effizienter zu organisieren, die Innenstadt zu stärken und gleichzeitig viele Millionen Euro einzusparen. Diese Chance sollte die Stadt jetzt nutzen.“
























