Am vergangenen Freitagabend wurde es laut, heiß und spektakulär in Braunschweig: Völkerball kehrten zurück ins Millennium Event Center – und verwandelten die Halle einmal mehr in ein flammendes Spektakel.
Wer sich dem Sound, der Ästhetik und der Wucht von Rammstein verschrieben hat, kommt an Völkerball kaum vorbei. Seit Jahren gilt die Band als eine der eindrucksvollsten Tribute-Formationen Europas – nicht nur musikalisch nah am Original, sondern vor allem mit einer Show, die dem großen Vorbild in nichts nachstehen will. Und genau diese kompromisslose Hingabe brachte die Band am vergangenen Freitag nach Braunschweig.
Austragungsort war das Millennium Event Center, eine der beliebtesten Konzertlocations der Stadt. Wer hier schon einmal ein Konzert erlebt hat, weiß: Design, Akustik und Lichttechnik spielen auf einem Niveau, das großen Produktionen gerecht wird. Kein Wunder also, dass Völkerball hier seit Jahren regelmäßig Station machen – inklusive ihrer stetig wachsenden Pyro-Show, die in dieser Halle besonders eindrucksvoll zur Geltung kommt. Veranstaltet wurde das Ganze in Zusammenarbeit mit MEC Braunschweig, die erneut ein Gespür für ein restlos begeistertes Publikum bewiesen.
Und begeistert – das war das Publikum von der ersten Minute an. Das Konzert war nahezu ausverkauft, die Halle bis auf den letzten Platz gefüllt mit Fans unterschiedlichster Couleur: eingefleischte Rammstein-Anhänger, treue Völkerball-Begleiter, Fans von Heldmaschine – der anderen NDH-Band rund um Frontmann René Anlauf – sowie Liebhaber von Metal und Neue Deutsche Härte im Allgemeinen. Besonders schön: Die Altersstruktur war so bunt wie die Szene selbst. Von langjährigen Fans bis hin zu jungen Teenagern, die gemeinsam mit ihren Eltern ihre ersten großen Konzertmomente erlebten – alle waren da.
Schon beim Einlass lag eine spürbare Spannung in der Luft. Kaum öffneten sich die Türen, setzte eine kleine, aber entschlossene „Sprintbewegung“ Richtung Wellenbrecher ein. Erste Reihe oder nichts – schließlich wollte man möglichst nah dran sein an dem, was kommen sollte: Hitze, Licht, Explosionen.
Und Völkerball lieferten.
Die Setlist war ein Best-of-Ritt durch die Diskografie von Rammstein – von Klassikern bis hin zu neueren Songs, die längst selbst Kultstatus erreicht haben. „Sonne“, „Engel“, „Ohne dich“, „Radio“, „Dicke Titten“ – ein Hit jagte den nächsten, begleitet von einem Publikum, das textsicher und lautstark jede Zeile mitsang.
Doch ein Völkerball-Konzert ist weit mehr als Musik. Es ist ein Gesamterlebnis. Die Band hat über die Jahre eine Show perfektioniert, die mit jedem Tourstopp weiter wächst. Mehr Effekte, mehr Inszenierung – und vor allem: mehr Feuer.
Die ikonischen Elemente durften natürlich nicht fehlen: der berüchtigte Schaumkanonen-Moment bei „Pussy“, das Boot, in dem der Keyboarder während „Ausländer“ durch die Menge schwebte, der unheimliche Kinderwagen bei „Puppe“ oder der brodelnde Kessel bei „Mein Teil“. Und dazwischen: Flammenwerfer, Funkenregen und eine Hitze, die man bis in die hinteren Reihen spüren konnte.
Was besonders auffiel: die sichtbare Freude der Band. Trotz der aufwendigen Inszenierung wirkte nichts routiniert oder abgestumpft – im Gegenteil. Die Musiker genossen den Abend sichtlich genauso wie das Publikum.
Zum großen Finale wurde es dann noch einmal laut – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Wie bei jeder Show während der aktuellen Konzerttournee starteten Völkerball ihren legendären Lautstärke-Wettbewerb: Welche Stadt hat die lautesten Fans? Mit einem Messgerät ausgestattet, wurde der Geräuschpegel erfasst – und Braunschweig gab alles. Am Ende der Tour wird entschieden, welche Stadt gewonnen hat. Der Preis? Ein privates Völkerball-Konzert im eigenen Wohnzimmer. (Leider ohne Pyro – man will ja schließlich noch ein Zuhause haben 😉 )
Ob Braunschweig sich den Titel sichern konnte, bleibt abzuwarten. Sicher ist jedoch: Dieser Abend wird vielen noch lange im Gedächtnis bleiben.
Unter diesem Artikel findet ihr meine Galerie mit den schönsten Momenten des Abends – ein Blick lohnt sich.













































Photocredits: Dorothea „Dottie“ Lipinski / Helllove Photography




























Geil!
Nicht wahr? 🙂