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Wenn der Hausarzt Jazz verschreibt

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Was passiert, wenn der eigene Hausarzt nicht nur ein großartiger Mediziner ist, sondern auch ein bekannter Jazzpianist? Dann begegnet man ihm nicht nur im Sprechzimmer, wenn irgendetwas aus dem Takt geraten ist, sondern auch auf der Bühne – dort, wo Musik plötzlich zur ganz eigenen Form von Therapie wird. Genau so ein Abend liegt einige Wochen zurück. Er fand in Wendessen statt – und er klingt bis heute in mir nach.

Jan Behrens ist für mich genau diese besondere Kombination: mein Arzt, dem ich vertraue, und ein Musiker, der mit wenigen Tönen ganze Räume verändert. Es hat etwas wunderbar Eigenartiges, ihn nicht im Praxisalltag zu erleben, sondern am Klavier. Und gleichzeitig fühlt es sich erstaunlich richtig an. Denn zuhören, wahrnehmen, reagieren – das kann er in beiden Welten.

Vom Behandlungszimmer direkt auf die Bühne

Jan Behrens ist ein Pianist mit einer sehr eigenen musikalischen Sprache. Seine Musik bewegt sich zwischen Jazz, klassischer Klarheit und freier Improvisation, oft mit Anklängen an skandinavische Klangwelten. Seine Kompositionen sind ruhig und intensiv zugleich, bauen Spannungsbögen auf, lassen Raum für Stille und entfalten eine fast hypnotische Wirkung. Es ist Musik, die nicht laut sein muss, um tief zu berühren.

Eine Kirche voller Musikliebhaber

Organisiert wurde dieser besondere Abend vom Kirchbauverein Wendessen, der die Kirche in einen Konzertort voller Atmosphäre verwandelte. Bis auf den letzten Platz gefüllt, versammelten sich Musikliebhaber, langjährige Fans und neugierige Zuhörer. Die Stimmung war von Anfang an konzentriert, warm und erwartungsvoll. Schon nach den ersten Takten war klar: Das wird kein gewöhnlicher Konzertabend.

Geschichten, Musik – und ganz viel Nähe

Was diesen Abend so besonders gemacht hat, war nicht nur die Musik selbst. Jan Behrens erzählte zwischen den Stücken kleine Geschichten und Anekdoten, sprach über das Entstehen seiner Kompositionen, über Stimmungen und Gedanken. Immer wieder suchte er den direkten Austausch mit dem Publikum – offen, humorvoll und sehr nahbar.

Diese Mischung aus Musik und Worten schuf eine besondere Verbindung. Man hörte nicht einfach zu, man war Teil des Abends. Der lange, begeisterte Applaus am Ende sagte eigentlich alles: Das war ein Konzert, das man nicht so schnell vergisst.

Eine persönliche Einladung

Wenn ihr Lust habt, Jan Behrens selbst live zu erleben, gibt es im Mai die nächste Gelegenheit: Am Freitag, den 15. Mai, spielt er um 20 Uhr einen Klavierabend im Kult Theater in Braunschweig. Piano solo, Eigenkompositionen, Jazz, Improvisation – und genau diese Atmosphäre, die seine Konzerte so besonders macht.

Ich kann euch nur sagen: Es lohnt sich. Nicht, weil er „der beste Arzt“ oder „der beste Pianist“ sein muss, sondern weil seine Musik ehrlich ist, nahbar und lange nachklingt. Und manchmal ist genau das die beste Medizin.

Und zum Schluss noch eine kleine Einladung: Wer die Stimmung dieses Abends in Wendessen noch einmal auf sich wirken lassen möchte, findet im Anschluss an diesen Artikel eine Auswahl der Fotos, die ich dort gemacht habe.

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