
Von Kerstin Vogt, Akademiedirektorin
im März setzen wir eine Veranstaltung fort, die im letzten Halbjahr begonnen hat. Toleranz – eine braunschweigische Tradition. Gerade das längere und multiperspektivische Format war für das Thema sehr förderlich. Wer nicht so viel Zeit mit regionaler Geschichte verbringen kann, dem sei der Abendvortrag von Prof. Beutel zu unserem Namenspatron, Abt Jerusalem, herzlich empfohlen.
Ebenso herzlich weise ich auf eine außerplanmäßige Veranstaltung hin, die nicht in unserem Programmheft abgedruckt ist. Lesung und Gespräch mit Igal Avidan am 18. März, der positive Beispiele von jüdisch-arabischem Zusammenleben in Israel zeigt. Auch darüber lohnt es zu reden:
Unsere Veranstaltungen im März 2026:
„… und es wurde Licht!“ – Jüdisch-arabisches Zusammenleben in Israel. Lesung und Gespräch mit Igal Avidan
Mittwoch, 18.03.2026, 19:00 – 21:00
„Dieses wunderbare Buch! Es ist für mich das Buch der Stunde, und zwar über den ganzen Gaza-Komplex hinaus. Das ist ein Buch, das man unbedingt lesen sollte, denn es berührt auch sprachlich etwas, das in den deutschen Nachrichten so oft schiefläuft und es weist wesentlich darüber hinaus.“ Jan Feddersen, taz-Journalist im Interview mit Igal Avidan (Das komplette Interview als Einstieg zur Veranstaltung findet man hier: https://www.youtube.com/watch?v=yoiPeokyHQE )
Gute Nachrichten sind selten eine Meldung wert – auch nicht, wenn sie aus Israel kommen. Dabei gibt es sie, und sie sind nachzulesen in diesem Buch, das rechtzeitig zum 75. Jahrestag der Staatsgründung erscheint. Der israelische Journalist und Autor Igal Avidan berichtet, entgegen der üblichen Fernsehbilder, aus einer bewegten Gesellschaft, in der Juden und Araber längst ein Zusammenleben gefunden haben, das den Vorstellungen von ewigem Hass (von Politikern auf beiden Seiten gern geschürt) nicht entspricht. Eine friedliche und zugleich brüchige Co-Existenz auf dem Vulkan – davon erfährt man in diesen Reportagen aus dem Alltagsleben in Israel. Gegenseitige Pogrome sind zwar an der Tagesordnung, gegenseitige Hilfe, Solidarität, Nachbar- und Freundschaft aber auch. Dieses Buch zeigt, dass die israelische Gesellschaft – allen Rückschlägen zum Trotz – dabei ist, zusammenzuwachsen.
Igal Avidan, 1962 in Tel Aviv geboren, hat in Israel Englische Literatur und Informatik und dann in Berlin Politikwissenschaft studiert. Seit 1990 arbeitet der Nahostexperte als freier Berichterstatter aus Berlin für israelische und deutsche Zeitungen und Hörfunksender.
Anmeldung unter: www.thzbs.de/ev-akademie?kathaupt=11&knr=AJ260318
Mensch oder Maschine? Zu den Auswirkungen von KI auf den Kulturbereich
Mittwoch, 11.03.2026, 19:00 Uhr – 21:00 Uhr
Werden wir in Zukunft nur noch von Maschinen gemachte Musik hören? Werden die nächsten Bestseller von Maschinen geschrieben? Was in der Bildenden Kunst wird noch von Menschen gemacht werden? Was ist künstlerische Arbeit eigentlich noch wert angesichts der Nutzung von KI? Was bedeutet KI für die Vermittlung künstlerischer Kompetenzen? Anhand dieser und weiterer Fragen werden an diesem Abend die Chancen Künstlicher Intelligenz in den Künsten und im „Kulturbetrieb“ ausgelotet, die Risiken beschrieben und die kulturpolitischen Herausforderungen benannt werden.
Referent: Olaf Zimmermann, ehemaliger Kunsthändler, ist seit 1997 hauptamtlicher Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Spitzenverband der Bundeskulturverbände.
Ergänzungen und Anregungen zur Diskussion: Dr. Sarah Kuschel, Programmleiterin Bildende Kunst, und Dr. Olaf Kutzmutz, Programmleiter Literatur an der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel.
Anmeldung unter: www.thzbs.de/ev-akademie?kathaupt=11&knr=AJ260311
Tagung: Die braunschweigische Tradition der Toleranz II
Donnerstag, 12.03.2026, 13:00 Uhr – 21:00 Uhr
Das Programm finden Sie im angehängten Flyer!
Anmeldung unter: www.thzbs.de/ev-akademie?kathaupt=11&knr=AJ260312
Wer war Abt Jerusalem? Vortrag von Prof. Dr. Albrecht Beutel
Donnerstag, 12.03.2026, 19:00 Uhr – 21:00 Uhr
Johann Friedrich Wilhelm Jerusalem als Basisgestalt theologischer Aufklärung.
In vier komplementären Zugriffen erläutert der Vortrag die wegweisende Bedeutung des Braunschweiger Aufklärungstheologen Johann Friedrich Wilhelm Jerusalem (1709–1789) auf allgemeinverständliche Weise. Dabei kommen seine programmatischen, weithin ausstrahlenden Zentralimpulse ebenso in den Blick wie seine umfassende dynamische Vernetzung, desgleichen sein weitsichtiges Plädoyer für eine Vereinigung der christlichen Kirchen und seine modernitätsträchtige Transformation der Lehre von der Person und religiösen Funktion Jesu Christi. Mit dem Bild eines bleibend anregenden Aufklärers, das daraus entsteht, erhält der Theologe Jerusalem ein kritisch-respektvolles Ehrengedächtnis als Impulsgeber der Neologie.
Referent: Prof. Dr. Albrecht Beutel, seit 1998 Professor für Kirchengeschichte an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster. Seit 2013 Projektleiter der kritischen Hybrid-Edition „Bibliothek der Neologie“.
Anmeldung unter: www.thzbs.de/ev-akademie?kathaupt=11&knr=AJ260312B
Das seltsamste Teilchen der Welt (Christian Spiering)
Dienstag, 17.03.2026, 19:00 Uhr – 21:00 Uhr
Im Jahr 1930 führten Unstimmigkeiten bei radioaktiven Zerfällen einen genialen Physiker zu dem Schluss, dass es ein bislang unbekanntes Teilchen im Universum geben muss – das Neutrino. Wenn in der Welt der physikalischen Teilchen ein Preis für Rätselhaftigkeit verliehen würde, dann ginge er mit Sicherheit an dieses Geisterwesen: In jeder Sekunde fliegen unbemerkt Billionen Neutrinos durch einen Menschen hindurch, ohne auch nur die winzigste Spur zu hinterlassen! In sieben Porträts spannt der Referent einen weiten Bogen von der um den Nobelpreis betrogenen Lise Meitner bis mitten hinein in die Gegenwart. Und er erzählt, was die Neutrinos uns – Kindern des Kosmos – über unsere eigene Existenz zu sagen haben.
Referent: Christian Spiering, Berlin, zählt zu den international renommierten Vertretern der Neutrino-Astrophysik und ist durch seine Rolle bei den Neutrino-Teleskopen am Baikalsee und am Südpol einer der Pioniere des Feldes. Bis 2013 leitete er die Neutrino-Gruppe am DESY, 2014 initiierte er das „Global Neutrino Network“.
Anmeldung unter: www.thzbs.de/ev-akademie?kathaupt=11&knr=AJ260317
Ich freue mich auf gute Gespräche und Begegnungen mit Ihnen
Ihre
Kerstin Vogt, Akademiedirektorin
P.S.: 16 Evangelische Akademien stärken mit ihren Angeboten die demokratische Kultur in Deutschland. Bei uns können unterschiedliche Interessen, Meinungen und Positionen auf Augenhöhe verhandelt werden. Zum Beispiel bei Podiumsdiskussionen, auf Tagungen, bei Studienreisen und im digitalen Raum. Auf Youtube gibt es jetzt eine kurze Vorstellung der Akademien: www.youtube.com/watch?v=N_gRg4whPr0

























