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Karl Jaspers und die NS-Psychiatrie – Vortrag von Ingo Harms (Gedenkstätte Wehnen/ Oldenburg)

14 September:17:00 - 19:00

Karl Jaspers (1883-1969) wurde in Oldenburg geboren, war später ein bekannter Psychiater und Philosoph, der sich nach dem 2. Weltkrieg auch immer wieder politisch äußerte. Die Lebensgeschichte von Jaspers ist vielschichtig und sehr interessant. Hannah Arendt hatte u.a. bei ihm promoviert, ab 1932 waren sie bis zum Tode gut befreundet. Die ehemalige Heil- und Pflegeanstalt in Oldenburg/ Wehnen wurde später nach Karl Jaspers benannt.
Im Frühjahr 2022 entzündete sich in Oldenburg ein Disput zwischen der Gedenkstätte Wehnen und der Karl-Jaspers-Gesellschaft über einen Briefwechsel aus dem Jahr 1947, der den Philosophen und Psychiater Jaspers als politischen Zauderer in Fragen der NS-Euthanasie zeigt. Es geht um die Publizierung des Buches von Gerhard Schmidt „Selektion in der Heilanstalt“, das 1946 erscheinen sollte. Es war wohl die erste übersichtliche Darstellung der NS-Euthanasie. Jaspers lehnte damals ab, ein Vorwort dazu zu schreiben. Das Buch verschwand in der Versenkung. Erst 1965 erschien es schließlich, jetzt mit einem Vorwort von Jaspers. Durch die Unterstützung von Jaspers wurde es nun einer großen Öffentlichkeit bekannt.

 

Details

  • Datum: 14 September
  • Zeit:
    17:00 - 19:00

Veranstaltungsort

Veranstalter

  • Fritz-Bauer-Freundeskreis