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Richard Wagner und Homosexualität – Vortrag des Journalisten Dieter David Scholz
Viele Freunde, Anhänger und Unterstützer Richard Wagners waren homosexuell, am bekanntesten sicher sein wichtigster Mäzen Ludwig II. Manche lebten zeitweise in seiner Patchworkfamilie in Bayreuth und Venedig. Eine Spurensuche des Journalisten Dieter David Scholz auf Einladung des Wagner-Verbands Braunschweig.
In den meisten Wagnerbiographien wird das Thema „Homosexualität“ eher tabuisiert, ausgeklammert oder aber gelegentlich in völlig überzogener Weise als zwielichtige psychologische Grundierung von Person und Werk Wagners gesehen. Das ist natürlich absurd angesichts der Tatsache, dass Wagner ein bekennender und bekannter, wo nicht gar berüchtigter „Womanizer“ seiner Zeit war. Es ist abwegig, die künstlerische Schaffens¬kraft des Komponisten Richard Wagner aus seiner Homosexualität heraus erklären zu wollen. Wagner war ganz sicher nicht homosexuell!
Aber er hatte viele homosexuelle oder sexuell ambivalente Freunde, Verehrer, Mitarbeiter und Propagandisten, auch und vor allem Mäzene: den Philosophen Friedrich Nietzsche, den Dirigenten Karl Ritter und den Pianisten Alexander Winterberger beispielsweise. Auch wenn Wagner selbst nicht homosexuell war, übte er doch eine enorme Faszination auf Homosexuelle aus. Schließlich war sein spendabelster Mäzen, König Ludwig II. von Bayern, homosexuell. Als Wagner gestorben war, erklärte Ludwig II.: „Den Künstler, um den jetzt die ganze Welt trauert, habe ich der Welt gerettet.“
Der Vortrag von Dieter David Scholz stellt detailliert die Geschichte dieses Themas, die damit verbundenen Missverständnisse und Tabus, aber auch einige neue biographische Erkenntnisse dar.


















