Mit drei hochkarätigen Vortragsveranstaltungen startet das Friedensbündnis Goslar ins neue Jahr.
Die Goslarer Friedensgespräche widmen sich im ersten Quartal zentralen Fragen zu Frieden, Krieg und gesellschaftlichem Wandel. Den Auftakt macht am Donnerstag,
15. Januar, um 19 Uhr der Geschichtsphilosoph und Autor Dr. Hauke Ritz
im Kulturmarktplatz Goslar. Unter dem Titel „Krise des Westens – Chance für eine Neuerfindung Europas?“ analysiert er den globalen Umbruch, den Verlust westlicher Dominanz und das Entstehen einer multipolaren Weltordnung. Europa müsse seine Rolle neu bestimmen – dies setze eine Auseinandersetzung mit den Ursachen des Ukrainekriegs, dem Scheitern der Friedenschance von 1989 sowie
dem Nord-Süd-Konflikt voraus. Ritz plädiert für eine kulturell fundierte Neuerfindung Europas als Grundlage politischer und ökonomischer Souveränität. Der promovierte Philosoph lehrte unter anderem in Gießen und Moskau, war für den DAAD tätig und ist Autor mehrerer viel beachteter Bücher, darunter „Warum der Weltfrieden von Deutschland abhängt“ und gemeinsam mit der Politikwissenschaftlerin Ulrike Guérot „Endspiel Europa“.
Am Mittwoch, 18. Februar, um 19 Uhr spricht der Journalist und Autor Fabian Scheidler zum Thema „Friedenstüchtig – Wie entkommen wir der selbstzerstörerischen Kriegslogik?“.
Achtung: Die Veranstaltung findet nicht im Kulturmarktplatz, sondern im Festsaal des Hotels Goldene Krone, Breite Straße 46, statt. Scheidler beschreibt einen zunehmend militarisierten politischen Ausnahmezustand und warnt vor den sozialen, demokratischen und ökonomischen Folgen einer als alternativlos dargestellten Kriegslogik. Gleichzeitig zeigt er Perspektiven für einen anderen Umgang mit den globalen Krisen auf. Scheidler ist Autor des internationalen Bestsellers „Das Ende der Megamaschine“, Mitbegründer von Kontext TV und Träger des Otto-Brenner-Medienpreises für kritischen Journalismus. Als Dramaturg und Theaterautor arbeitete er viele Jahre für das Berliner Grips Theater.
Den Abschluss bildet am Mittwoch, 11. März, um 19 Uhr im Kulturmarktplatz Goslar der Vortrag der Medien- und Kommunikationswissenschaftlerin Dr. Mandy Tröger mit dem Titel „Waffen für Werte?“. Sie untersucht die zunehmende mediale Moralisierung von Krieg und Rüstung seit Beginn des Ukrainekriegs. Eine der auffälligsten Entwicklungen sei die zunehmende Militarisierung – nicht nur in der Politik, sondern auch in der Sprache, in den Leitmedien und im gesellschaftlichen Selbstverständnis. Die Referentin analysiert die Rolle verschiedener medialer Mittel bei der Erzeugung gesellschaftlicher Zustimmung für entsprechende politische Programme. Tröger ist Gastprofessorin an der Universität Tübingen, habilitiert in Medienwissenschaft und war bis 2025 Kolumnistin bei der Berliner Zeitung. Seit 2024 ist sie Mitherausgeberin von „Journalistik/Journalism Research“.
Im Anschluss an die Vorträge beantworten die Referierenden Fragen aus dem Publikum. Der Eintritt ist frei, Spenden zur Finanzierung der Friedensgespräche sind willkommen. Aufgrund begrenzter Plätze wird eine Anmeldung unter goslarer.friedensgespraeche@posteo.de dringend empfohlen.





























