Start Politik Michael Lüders: „Mad Max: Wie den Iran-Krieg beenden?“ (Video)

Michael Lüders: „Mad Max: Wie den Iran-Krieg beenden?“ (Video)

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Michael Lüders zu Gast in der Ev. Akademie Abt Jerusalem in Braunschweig. Foto: Uwe Meier

Der völkerrechtswidrige Krieg der USA und Israels gegen den Iran bringt uns alle, unsere Wirtschaft und unsere Gesellschaft in eine Schieflage, die mit zunehmender Länge des Krieges immer schlimmer werden wird und – wenn es ganz hart kommt – möglicherweise sogar katastrophale Ausmaße einnimmt. Wie dieser Krieg sich schon jetzt auf die Energiepreise auswirkt, wird bereits allenthalben in den Medien behandelt. Mit den mittelfristigen und langfristigen Folgen befasst sich Michael Lüders im Videobeitrag „Mad Max“ (ab Minute 34). Er sieht den Verlust 10.000er Arbeitsplätze, falls der Krieg auch nur zwei Wochen andauert; sollte er aber noch zwei Monate geführt werden, drohe ein Erliegen des Welthandels, bei 3 Monaten Fortdauer sei eine schwere globale Rezession mit Inflationsraten von 4 bis 5 Prozent bei uns zu erwarten. Wörtlich: „Dann werden wir unser Land nicht mehr wiedererkennen.“

Man schaut sich so einen Vortrag ausgesprochen ungern an. Aber es hilft nichts: was da vor unseren Augen abläuft, betrifft uns ja jetzt erst ein kleines bisschen, etwa an der Tankstelle; schon jetzt ist aber absehbar, dass Fakten der Zerstörung geschaffen wurden, die sich nicht schnell beheben lassen.

„Der Welt droht der Energiekollaps“

Mehr als 40 Energieanlagen sind am Golf inzwischen getroffen worden, die Förderung von Öl und Gas wiederherzustellen kann Monate oder sogar Jahre kosten. „Der Welt droht der Energiekollaps“ sagt die Internationale Energieagentur, wir ständen vor der „größten Bedrohung der Energiesicherheit in der Geschichte der Menschheit“. Schon beim Öl sei der Schaden größer als der der zwei Ölkrisen 1973 und 1979 zusammen; nun aber komme die Gaskrise hinzu: mit 140 Milliarden Kubikmetern Gas seien die Verluste fast doppelt so hoch wie nach dem Beginn des Ukrainekrieges (FAZ, 21.3.). Aber damit noch lange nicht genug: das Düngerangebot auf dem Weltmarkt verknappt sich, schon jetzt sind die Preise nach Angaben des Bauernverbandes um 20 Prozent gestiegen („klugerweise“ hat die EU die Einfuhr von Dünger aus Russland durch Sanktionen abgebrochen). Weltweit könnte das dazu führen, dass die Zahl der Hungernden um Dutzende Millionen Menschen wachsen wird.

Die FAZ vom 24.3. gibt einen guten Überblick, inwieweit die Lieferketten der Fabriken schon jetzt zusätzlich gestört sind. Genannt werden Schwefel, Helium, Brom, Naphtha und andere Stoffe mehr, die wichtige Industrien benötigen. Beispiel: „Ohne Helium startet keine Weltraumrakete; ohne Helium wird keine Solarzelle hergestellt und kein Chip produziert.“ Der zweitgrößte Heliumproduzent der Welt, Qatar, hat in seinen entsprechenden Betriebsanlagen bereits die Arbeit eingestellt. Schon jetzt ist der Preis für Brom um ein Dritte, der Preis für Schwefel um die Hälfte und der für Helium um zwei Drittel gestiegen. Selbst die FAZ (24.3.) formuliert in einem Kommentar mit der Überschrift „Krieg und Kontrollverlust“ folgende Warnung: „Wenn der Krieg nicht bald aufhört, wird der Preis auch in Europa nicht allein in Euro und Cent zu bemessen sein. Wirtschaftskrisen mit steigender Arbeitslosigkeit, Unsicherheit und Perspektivlosigkeit brechen Berufsbiographien und sind eng korreliert mit psychischen Erkrankungen und höheren Sterberaten.“

Man sieht: die Einschätzungen der FAZ, der Energieagentur und von Michael Lüders liegen nicht weit auseinander. Allerdings geht nur Lüders auf die Frage ein, wer uns das eingebrockt hat.

Der amerikanische Präsident hat zusammen mit der israelischen Regierung die Welt offenbar in eine bedrohliche Lage gebracht. Weder die NATO-Verbündeten noch die EU haben auch nur versucht, ihn von seinem Kurs abzubringen. Das peinliche Betragen des Bundeskanzlers bei seinem Besuch in Washington spricht für sich. Aber jetzt kristallisiert sich immer klarer heraus, dass der Krieg in unserem Interesse und in dem der Weltbevölkerung sofort beendet werden muss. Jetzt müssten der deutsche Kanzler, die EU und viele andere Staaten gemeinsam noch retten, was zu retten ist. Das geht nicht, wenn man sich Trump unterwirft – im Gegenteil. Jetzt gilt es, Schaden vom deutschen Volk und den europäischen Völkern abzuwenden.

Kann es sein, dass Trump von sich aus den Krieg beendet? Immerhin hat er ja sein Ultimatum verstreichen lassen, was gerade für ihn ein Zeichen von Schwäche ist. Vielleicht will er aber nur ein paar Tage warten, bis der nächste Flugzeugträger mit 2500 Marines aus Asien in die Region gelangt ist. Michael Lüders zeigt sich jedenfalls skeptisch. Er fürchtet, dass Trump keine Exit-Strategie hat, dass Israel den Krieg nicht beenden will und dass die Europäer zu einer unabhängigen Politik, die von den eigenen Interessen ausgeht, nicht in der Lage sind. So wie sie es hingenommen haben, dass Trumps seinerzeit das Atomabkommen mit dem Iran skrupellos zunichte gemacht hat. a.m.

Zum Video „Mad Max: Wie den Iran – Krieg beenden?“:

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