Von Jürgen Hübschen
Vorbemerkung der Redaktion: Jürgen Hübschen war Luftwaffenoberst, Raketenspezialist, Diplomat und hoher Mitarbeiter im Ministerium der Verteidigung, mit pazifistischen Positionen hat er offenbar wenig im Sinn. Dafür hat er ein umfassendes militärisches und politisches Fachwissen und verfügt über mehr Erfahrungen als die allermeisten forschen Kriegsertüchtiger (so war er während des Irak-Krieges der USA drei Jahre als Militärattaché in Bagdad). Wenn er sich im hohen Alter, das seine Denkfähigkeit offenbar nicht beeinträchtigt hat, zu Wort meldet und dabei riskiert, von seinen ehemaligen Kameraden geschnitten und diffamiert zu werden, muss das schon besondere Gründe haben. Er will uns an seinen Erfahrungen teilhaben lassen und vor allem warnen. Er zitiert den spanischen Regierungschef Sanchez, der es nach dem Merz-Besuch in Washington als naiv bezeichnete, „zu glauben, dass blinder, unterwürfiger Gehorsam Führung bedeutet“. Sanchez beharre auf der Einhaltung des Völkerrechts, Probleme seien nicht nur mit Bomben zu lösen. Hübschen schließt seinen Aufsatz mit der Bemerkung, es wäre gut, wenn das auch der Bundeskanzler begreifen würde. a.m.
Ist der aktuelle Krieg der USA gegen den Iran eine Blaupause des amerikanischen Angriffs auf den Irak in 2003?
Nach jahrelangen Sanktionen gegen den Irak begann am 20. März 2003 mit der Operation „Iraqi Freedom“ der Krieg der USA gegen den Irak. Begründet wurde der Krieg am 5. Februar 2003 durch den damaligen US-Außenminister Colin Powell vor dem UN- Sicherheitsrat im Wesentlichen mit drei Behauptungen:
- Der Irak verfügt über biologische und chemische Massenvernichtungswaffen und ein geheimes Atomwaffenprogramm.
- Der Irak entwickelt Raketen, die auch die USA erreichen werden.
- Der Irak unterstützt den internationalen Terrorismus.
Alle drei Behauptungen waren falsch, und der Weltsicherheitsrat verweigerte den USA das Mandat für einen Angriff auf den Irak. Trotzdem begann am 20. März 2003 die völkerrechtswidrige Operation „Iraqi Freedom“. Bagdad wurde am 9. April eingenommen, und die große Saddam-Hussein-Statue gestürzt. Ende 2003 wurde der ehemalige Präsident festgenommen und am 30. Dezember 2006 hingerichtet. Der fragwürdige Prozess hatte vor einem irakischen Gericht stattgefunden und hatte sich nur mit Vorwürfen gegen Saddam Hussein bis zum Jahre 1984 befasst, also der Phase, in der er noch kein Verbündeter der USA gewesen war. Im Jahr 2011 zogen die letzten US-Soldaten aus dem Irak ab und hinterließen ein zerstörtes und auch heute noch politisch instabiles Land.
Nach jahrelangen Sanktionen begannen die USA am 28. Februar 2026 mit einem Angriff auf den Iran die Operation „Epic Fury“. Der Weltsicherheitsrat war vorab nicht beteiligt worden, und deshalb gab es kein UN-Mandat.
Begründet wurde der völkerrechtswidrige Angriff vor der Weltöffentlichkeit im Wesentlichen mit drei Behauptungen:
- Der Iran arbeitet an einem Programm zur Entwicklung von Atomwaffen.
- Iranische Raketen sind auch eine Bedrohung für die USA.
- Der Iran unterstützt den internationalen Terrorismus.
Alle drei Behauptungen sind falsch. … Weiter bei Overton





























