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Die familiären Folgen nationalsozialistischer Haft und Verfolgung. Gespräch mit Mattis Dänhardt, Sohn des im Strafgefängnis Wolfenbüttel inhaftierten Artur Dänhardt

Die Geschichte wirkt bis in die Gegenwart nach. Nicht nur die Biografien der NS-Verfolgten selbst, sondern auch die Leben ihrer Familienangehörigen waren von den Erfahrungen und Folgen des Nationalsozialismus geprägt. Zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar lädt die Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel zu einem Gespräch mit Mattis Dänhardt ein, dem Sohn des politisch Verfolgten Artur Dänhardt (1905-1995). Die Gedenkstättenleiterin Martina Staats führt das Gespräch und geht dabei u. a. den Fragen nach, wie in der Familie mit der Haftgeschichte des Vaters umgegangen wurde, welche Rolle die gesellschaftliche Anerkennung als NS-Verfolgter spielte und wie eine Entschädigung für erlittenes NS-Unrecht aussehen kann.
Der Verlagsbuchhändler Artur Dänhardt lebte ab 1927 mit seiner Familie in Hamburg. 1928 trat er der SPD bei und schloss sich im Herbst 1933 einer Widerstandsgruppe an, die heimlich Flugblätter erstellte. Als Regimegegner geriet Artur Dänhardt bereits im November 1933 ins Visier der Nationalsozialisten und wurde verhaftet. In der Polizeihaft und im KZ Fuhlsbüttel wurde er mehrfach schwer misshandelt. Vom Hanseatischen Sondergericht zu 16 Monaten Haft verurteilt, kam er am 5. Februar 1934 in das Strafgefängnis Wolfenbüttel, wo er bis zum 8. März 1935 inhaftiert blieb. Er konnte nach Hamburg zurückkehren und wurde nicht erneut verhaftet. Noch kurz vor der Befreiung durch die Alliierten zog Artur Dänhardt nach Sachsen in die Nähe von Dresden. Nach dem Krieg engagierte er sich dort für den gesellschaftlichen Neuaufbau in der DDR. Beruflich war er weiter im Kulturbereich tätig und wurde 1959 zum Leiter des Kunstmuseums „Grünes Gewölbe“ ernannt.
E-Mail: wolfenbuettel@stiftung-ng.de
Zugang zur Veranstaltung über den Parkplatz der Volksbank



















