Start Politik „2 Jahre Sprachcafe – 2 Jahre Willkommens-Kultur in Schöppenstedt“

„2 Jahre Sprachcafe – 2 Jahre Willkommens-Kultur in Schöppenstedt“

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Willkommens-Kultur, vor allem für Ukrainische Flüchtlingen, wird in der Region Schöppenstedt großgeschrieben – und das seit 2 Jahren.

Beim Unterbringen von Neuankömmlingen in der Samtgemeinde Schöppenstedt ist Andreas Hoyer (Sozialamt) die erste Anlaufstelle / die erste Ansprechperson um die Unterbringung zu organisieren.

Es wurde und wird dabei immer wieder deutlich, wie schwer die deutsche Sprache in den unterschiedlichsten Situationen ist. Es wird Mut und Übung benötigt um vorhandene, meist erst jetzt gelernte,  Sprachkenntnisse sicher anzuwenden. Dies funktioniert ohne weitere Unterstützung nur in Einzelfällen.

Hier unterstützt das Sprachcafe inzwischen bei unterschiedlichstem Sprachniveau. Separate Kurs-Gruppen für Anfänger und Fortgeschrittene, Gesprächsgruppen und Einzelgespräche. Dabei werden oft auch Probleme mit Behörden besprochen und Behördengänge mit Übersetzung organisiert. Hier ist vor allem Gottfried Schulz sehr engagiert.

Das Angebot im Sprachcafe ist vielfältig, locker und respektvoll und immer in angenehmer Atmosphäre. Dies ist möglich durch inzwischen vielen deutschen und ukrainischen Ehrenamtlichen, und durch die regelmäßige finanzielle Unterstützung durch die Evangelische Erwachsenbildung und einigen anderer Spender*innen.

Anlässlich „2 Jahre Sprachcafe“ stellte sich ein Team vom Sprachcafe im Radio Okerwelle vor, und beging dieses Jubiläum mit einer zweisprachigen Andacht in der St. Stephanus Kirche. Die Andacht hielt Propst Martin Cachej. Die Sprachlehrerin im Sprachcafe, Lidia Ovchinnikova, übersetzte die Ansprache ins Ukrainische, denn die meisten Andachtsbesucher waren Ukrainer*innen. Musikalisch unterstützt wurde die Andacht mit der ukrainischen Gruppe „InSence“. Nach der Andacht gab es im Gemeindehaus „Segensreich“ eine kleine Feier. Viele Begleiter und Unterstützer des Sprachcafe waren bei Andacht und Feier mit dabei. So auch Dr. Peter Straßer, der von Anfang an mit Mitteln der Evangelischen Erwachsenbildung die Sprachkurse unterstützt. Als Vertreterin der Freiwilligen Agentur (die vor allem beim Start des Sprachscafe unterstützend tätig war) war Frau Alysse Boisneau nach Schöppenstedt gekommen.

Bürgermeisterin Andreas Föniger brachte einen finanziellen Gruß mit, ebenso die Wochenmarkt-Griller und der Sozialverband / Kreisverband Wolfenbüttel.

Martin Cachej betonte in seine Andacht: „Was aus einer Zeit der Unsicherheit heraus entstanden ist, ist zu einem lebendigen Ort der Begegnung geworden. Ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen, einander kennenlernen, miteinander sprechen, lachen, lernen – und manchmal einfach da sind.“

Was das Sprachcafe für die die ukrainischen Flüchtlinge bedeutet berichtet Anastasia Udovenko, die bei der Radio-Live-Sendung aktiv und bei der Andacht/Feier als Teilnehmerin dabei war, mit folgenden Worten:

„Die Teilnahme an der Radiosendung am 5. Februar war für mich etwas ganz Besonderes. Es war mein erstes Mal im Radio und gleichzeitig das erste Mal, dass ich öffentlich auf Deutsch über meine Erfahrungen sprechen durfte. Vor der Sendung war ich sehr nervös und angespannt, ich hatte große Sorge, Fehler zu machen. Während des Gesprächs habe ich jedoch viel Offenheit, Respekt und eine sehr angenehme, unterstützende Atmosphäre gespürt. Nach der Sendung war ich sehr glücklich und erleichtert – es war ein neuer und wichtiger persönlicher Schritt für mich.

Der Gottesdienst und die Feier am 6. Februar haben mich emotional sehr berührt. Der Gottesdienst war für mich in dieser Form neu und ich habe ihn als sehr offen, herzlich und verbindend erlebt. Die Worte, die Musik und das gemeinsame Erleben haben mir ein tiefes Gefühl von Gemeinschaft, Menschlichkeit und innerer Ruhe gegeben. Auch die anschließende Feier war warm, lebendig und sehr schön gestaltet.

Beide Tage waren für mich etwas Besonderes und zum Teil auch neu. Ich wusste schon vorher, wie wertvoll das Sprachcafé ist, aber in diesen Tagen habe ich es noch einmal ganz bewusst gespürt – und dafür bin ich sehr dankbar.

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