Start Kultur Mehr als ein Konzert: „Mr. Nice Guy“ spenden Hutgage für Hospizarbeit

Mehr als ein Konzert: „Mr. Nice Guy“ spenden Hutgage für Hospizarbeit

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Von links: Christian „Léo“ Leonhardt, Dagmar Huhnholz (stellvertretende Geschäftsführerin des Hospiz Wolfsburg) und Tom Stoney

Dieser Artikel bezieht sich inhaltlich auf Ereignisse aus dem vergangenen Jahr. Er war ursprünglich für den Dezember, für die Weihnachtszeit vorgesehen, konnte jedoch aus technischen Gründen nicht wie geplant erscheinen. Hinzu kam ein Einschnitt, der unsere Redaktion tief erschüttert hat: Unser Chefredakteur, „Schorse“, erkrankte schwer und verstarb zum Ende des Jahres 2025. Sein Abschied, „Nachruf auf Hans Georg Dempewolf“, ist weiterhin auf der Website des Braunschweiger Spiegel zu lesen. Auch dieser Text steht in seinem Geist – denn Schorse war überzeugt davon, dass Kultur Haltung braucht und Haltung sichtbar sein muss.

Musik kann unterhalten, verbinden, aufrütteln. Manchmal tut sie aber noch etwas anderes: Sie übernimmt Verantwortung. Genau das hat die Band Mr. Nice Guy getan – leise, konsequent und mit einer Selbstverständlichkeit, die berührt.

Im Sommer des vergangenen Jahres spielte die Band beim Festival „Rock im Museum – Für Demokratie, für Vielfalt und gegen Rechts“ in Königslutter. Nach längerer Pause kehrte das Open-Air-Format zurück und füllte das Museumsgelände mit lauter Gitarren, engagierten Texten und einem Publikum, das mehr wollte als bloße Unterhaltung. Organisiert wurde das Festival von Christian „Léo“ Leonhardt und Tom Stoney – mit dem erklärten Ziel, musikalische Vielfalt mit einer klaren gesellschaftlichen Haltung zu verbinden.

Wie bei vielen unabhängigen Festivals verzichteten Mr. Nice Guy auf eine feste Gage. Stattdessen ging ein Hut durch das Publikum. Am Ende kamen 500 Euro zusammen – ein Betrag, den die Band bewusst aufrundete und vollständig spendete. Die Entscheidung fiel zugunsten der Hospizarbeit Region Wolfsburg e.V.

Diese Arbeit ist unendlich wertvoll und bekommt viel zu wenig Aufmerksamkeit, betonen die Musiker. Besonders bewegt habe sie, dass die Hospizarbeit Menschen in extremen Lebenssituationen begleitet und dabei auch Kindern einen geschützten Raum bieten kann. Ein Aspekt, der für die Band eine große Rolle spielte.

Mit ihrer Spende wollten Mr. Nice Guy nicht nur finanziell unterstützen, sondern auch den Blick auf ein Thema lenken, das in der Öffentlichkeit oft verdrängt wird. Hospizarbeit bedeutet Nähe, Zeit, Würde und Mitgefühl – genau dort, wo das Leben am verletzlichsten ist.

Dass dieses Zeichen ausgerechnet bei einem Festival gesetzt wurde, das sich ausdrücklich für Demokratie, Vielfalt und Menschlichkeit positioniert, ist kein Zufall. Es zeigt, dass Musik mehr sein kann als Bühne und Applaus. Sie kann Haltung zeigen und sie kann helfen.

Das Festival „Rock im Museum“ wird auch in diesem Jahr wieder stattfinden. Welche Bands auftreten werden, ist derzeit noch nicht bekannt. Sobald es dazu neue Informationen gibt, werden wir darüber berichten. Schon jetzt laden wir alle Interessierten herzlich ein, das Festival im Blick zu behalten und sowohl dem Braunschweiger Spiegel als auch „Rock im Museum“ zu folgen, um keine Neuigkeiten zu verpassen.

Unten findet ihr einige Impressionen vom letztjährigen „Rock im Museum“. Alle Foto-Copyrights: Dorothea „Dottie“ Lipinska / Helllove Photography

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