33.900 Fans feierten Eintrachts Bundesliga-Rückkehr

Mannschaft und Fans jubelten gemeinsam. (Foto: Braunschweig Stadtmarketing GmbH / Daniel Möller Fotografie)

Braunschweig - 28 Jahre nach der Rückkehr von Eintracht Braunschweig in die Fußball-Bundesliga haben rund 30.000 Fans mit ihren Aufstiegs-Helden eine riesige Party gefeiert. Nach einem zweistündigen Autokorso vom Stadion in die Innenstadt erreichte die Mannschaft unter frenetischem Jubel um 14.10 Uhr den Schlossplatz.

"Was wir hier erleben, toppt alles. Das ist ein unglaublicher Tag", sagte Trainer und "Feierbiest" Torsten Lieberknecht (39), "ich wusste, dass die Stadt unglaublich ist. Aber ich hätte nicht gedacht, dass sie so wahnsinnig ist. Einmal Löwe, immer Löwe." Und ein sichtlich bewegter Deniz Dogan (33) meinte: "Unbeschreiblich. Das übertrifft alle Erwartungen - Gänsehaut pur."

Die Fans verwandelten den Schlossplatz in ein blau-gelbes Fahnenmeer und skandierten immer wieder: "Nie mehr 2. Liga" und "Wir wollen Euch tanzen sehen". In all dem Trubel vergaß Lieberknecht nicht, seinem verletzten Torjäger Domi Kumbela (29) zu danken. Der Torschützenkönig (19 Treffer) der 2. Liga liegt nach einer Operation (Sehnenabrisses im Oberschenkel) noch im Krankenhaus und konnte auf dem Schlossplatz nicht dabei sein. "Kumbela ohohoh", sangen Lieberknecht und die Fans.

Vor der offiziellen Aufstiegs-Party war es nach dem abschließenden Saisonspiel gegen den FSV Frankfurt (2:2) am Sonntagabend zu Ausschreitungen in der Innenstadt gekommen. Rowdys des Klubs hatten in der Innenstadt randaliert und unter anderem Tische und Stühle von Restaurants zerschlagen. Die Polizei ging mit einigen Dutzend Beamten gegen die Chaoten vor und riegelte Teile der Innenstadt vorübergehend ab.

 

Über Braunschweig lacht die Sonne, selbst wenn der Himmel wolkenverhangen ist: 33.900 begeisterte Fans feierten heute den Bundesliga-Aufstieg der Eintracht mit einer überschwänglichen, emotionalen und harmonischen Party in Blau-Gelb. Es herrschte wahre Gänsehaut-Atmosphäre, die die unglaubliche Bedeutung dieses sportlichen Erfolgs für die Fans überdeutlich werden ließ.

Der Empfang der Eintracht-Mannschaft auf dem Schlossplatz stand in der glorreichen Tradition des 3. Juni 1967, als auf dem Altstadtmarkt die Deutsche Meisterschaft zelebriert wurde.Nach 28 Jahren ist der große niedersächsische Traditionsklub, Gründungsmitglied der Bundesliga 1963, zurück im Oberhaus. Der Traum von Liga 1 ist endlich wieder in Erfüllung gegangen. Viele Enttäuschungen in den vergangenen fast drei Jahrzehnten wurden heute zu den Akten gelegt. Voller Euphorie wurde ein neues Kapitel der Vereinsgeschichte, die seit 1895 geschrieben wird, aufgeschlagen.

Die Feier drückte den immensen Stolz vieler Bürger und Bürgerinnen der Stadt auf die Mannschaft von Trainer Torsten Lieberknecht aus. Sie begann mit dem Autokorso vom Eintracht-Stadion aus in die Innenstadt. Die Straßen säumten tausende von Schaulustigen. In Volkswagen-Cabrios kamen Mannschaft und Verantwortliche unter dem frenetischen Jubel der Zigtausend vor dem Schloss an. Die blau-gelbe Glückseligkeit nahm endgültig ihren Lauf.

 

Ein solcher Erfolg war dem Team zu Saisonbeginn nicht zugetraut worden. Ähnlich unterschätzt wurde 1967 auch die Meistermannschaft um Lothar Ulsaß. Jene Elf begründete aber den Mythos Eintracht Braunschweig, der dieser Tage die ganze Region erfasst hat. In dieser Saison gelang nach 1974 und 1981 mit Zweitliga-Tabellenplatz zwei zum dritten Mal die Rückkehr in die Bundesliga. Nach dem Selbstverständnis der sangesfreudigen Fans gehört Eintracht auch genau dort hin. Bereits nach dem Saisonabschluss am Sonntag mit dem 2:2 gegen den FSV Frankfurt war die Feierstimmung in Braunschweig riesig, auch wenn der Aufstieg schon zuvor feststand.

Den wie von einer schweren Bürde befreiten losgelösten Eintracht-Anhängern rief Erfolgscoach Lieberknecht zu: „Es ist uns eine große Ehre, als Enkel der 67er Mannschaft bezeichnet zu werden.“ Er traf damit genau ins Herz der Fans und betonte, dass seine Spieler sich Eintracht mit ebensolchem Herzblut verschrieben hätten.

Der bodenständige, sympathische Trainer hatte die Mannschaft kurz vor dem drohenden Abstieg in die Viertklassigkeit 2008 übernommen und seither mit einem klaren Konzept zurück in die Eliteliga geführt. Mit dieser Leistung reiht er sich ein in die kleine, aber feine Reihe der großen Eintracht-Trainer: Meistertrainer Helmuth Johannsen (1963-1970) und Branco Zebec (1974-1978). Wie sie besitzt Lieberknecht schon jetzt Kultstatus.

Blau-gelbe Konfettidusche

Nach der Meisterelf 1967 und dem Zweitliga-Aufstiegsteam 2011 trug sich die Mannschaft um Kapitän Dennis Kruppke als dritte Eintracht-Formation überhaupt ins Goldene Buch der Stadt ein. Als Eintracht-Präsident Sebastian Ebel, Trainer Torsten Lieberknecht, Mannschaftskapitän Dennis Kruppke und alle anderen im „Blauen Saal“ unterschrieben, brandete draußen auf dem Schlossplatz Applaus auf. Die Fans hatten ein gutes Gespür für diesen besonderen Moment. Die Zeremonie war auf mehreren Großbildwänden übertragen worden.

„Es ist ein bewegender Moment, so der Präsident Ebel. Die Symbolik wird die Spieler ein Leben lang begleiten. Das ganze Team hat dem Namen Eintracht alle Ehre gemacht“, sagte er.Er nannte Eintracht den Gegenentwurf von viel Geld und hohen Ablösesummen. Als Saisonziel gab der Präsident Platz 15 aus. „Der Weg geht weiter“, prophezeite er vor der prächtigen Kulisse.

Die mehrstündige Aufstiegsfeier wurde umrahmt von einem abwechslungsreichen Programm. Ab 12 Uhr brachten Stadionsprecher Stefan Lindstedt und radio SAW-Moderator Warren Green das Publikum in Stimmung, Rock DJ Handtrix sorgte für Musik. Unmittelbar vor der Ankunft heizte die Rolling-Stones-Coverband Voodoo Lounge ein. Mit Marc Wittfelds „Braunschweig Pension“ und The Esprits feat. Brace traten auch Künstler auf, die sich von der Leistung der Fußballer inspirieren ließen und emotionale Aufstiegssongs präsentierten.

Additional information

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok