Bruder Hahn soll leben

Eine gute Alternative: Eier von Initiativen gegen Kükentöten

 · Bruderhahn-Initiativen verhindern massenhaftes Töten männlicher Küken

· Eier nicht überall verfügbar – größtes Angebot bei Bio-Eiern

· Verbraucherzentrale Niedersachsen: Initiativen und Zweinutzungshuhn fördern

Hannover, 15.04.2019 – Brüder von Legehennen legen keine Eier und setzen kaum Fleisch an. Daher werden Millionen männlicher Küken jedes Jahr direkt nach dem Schlüpfen getötet – auch bei Biohühnern. Wer das Kükentöten nicht unterstützen will, kann Eier von Initiativen kaufen, die die Bruderhähne aufziehen. Bei einem Marktcheck hat die Verbraucherzentrale Niedersachsen überprüft, wo diese Eier gekauft werden können. Das Ergebnis: In sechs von elf Lebensmittelmärkten sind Eier „ohne Kükentöten“ im Sortiment.

Die Aufzucht der männlichen Küken ist neben der Geschlechtsbestimmung im Brut-Ei oder dem Einsatz von Zweinutzungshühnern ein möglicher Weg, das sinnlose Kükentöten zu beenden. Das Prinzip: Über einen Aufschlag beim Eier-Preis wird die teurere Auf-zucht der Bruderhähne subventioniert. Das Fleisch kann zu bezahlbaren Preisen angeboten werden.

Marktcheck zeigt: Eier ohne Kükentöten nicht überall erhältlich

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen hat nach 2017 erneut geprüft, von welchen Ini-tiativen und zu welchen Preisen Eier ohne Kükentöten angeboten werden. In sechs der elf aufgesuchten Märkte sind Eier aus allen Haltungsformen im Sortiment. Sie kosten mit einer Ausnahme zwischen drei und 28 Cent pro Ei mehr als herkömmliche Eier. Bei ALDI, Lidl, Kaufland, combi und famila sind keine Eier aus einer entsprechenden Initia-tive erhältlich.

Größtes Angebot bei Bio-Eiern

In fünf Märkten sind Bio-Eier der Initiativen Bruderhahn Initiative Deutschland (BID), Al-natura Bruderküken Initiative, haehnlein sowie Spitz & Bube erhältlich. Sie kosten vier bis 28 Cent mehr als ein herkömmliches Bio-Ei. In einem Fall (Spitz & Bube) werden die Eier sogar drei Cent günstiger angeboten als vergleichbare Bio-Eier.

Eier ohne Kükentöten aus Freilandhaltung sind nur bei REWE zu finden und drei Cent teurer als gewöhnliche Freiland-Eier. Eier aus Bodenhaltung stammen von der Initiative HERZBUBE sowie Spitz & Bube. Im Vergleich zu herkömmlichen Eiern aus Bodenhal-tung zahlen Verbraucher acht bis zehn Cent mehr pro Ei.

Kükentöten muss verboten werden

„Das massenhafte Töten der Legehennen-Brüder muss nicht sein, denn die Aufzucht der männlichen Küken ist bereits jetzt eine gute Alternative“, betont Janina Willers, Er-nährungsexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Eier ohne Kükentöten sind zum Teil nicht wesentlich teurer als herkömmliche Eier, allerdings nicht in allen Läden zu finden. „Die Bruderhahn-Initiativen sowie den Einsatz von Zweinutzungshühnern hal-ten wir für nachhaltig und im Sinne des Tierwohls für einen guten Weg. Alle genannten praxistauglichen Alternativen sollten dringend umgesetzt werden, damit das sinnlose Töten verboten wird“, fordert Willers. Weitere Informationen 

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