Innenverdichtung geht vor Außenversiegelung!

Zweifellos hat die Diskussionsveranstaltung "Umweltpolitik abgemeldet" am 7.9.2017 das Augenmerk auf die kritischen Aspekte des geplanten interkommunalen Versiegelungsgebietes Salzgitter-Braunschweig gelenkt. In der Braunschweiger Zeitung wurden die Vorzüge eines Gewerbegebietes demgegenüber erneut hervorgehoben (Regionalteil der BZ vom 3. März).

Unter Berücksichtigung des erheblich eingeschränkten Naturraums der Stadt und der regional unterpräsentierten Waldfläche ist ein großflächig versiegelter Zustand des eher naturbelassenen Planungsgebietes fachlich nicht zu befürworten. Als Ausgleich für andere Maßnahmen im Stadtbereich wäre vielmehr eine Bewaldung desselben zu erwägen, um die umliegenden kleineren Waldflächen (Timmerlaher Busch, Geitelder Holz, ...) im Anhalt an das Biotopverbund-Konzept Braunschweig sinnvoll zu vernetzen und lebenswert zu gestalten.

Ohne die wirtschaftlich berechtigten Nutzungsansprüche in diesem für das Gewerbe angemeldeten Gebiet zu unterschätzen, ist und bleibt die gleichzeitige Bereitstellung von Landschaftsfunktionen wie der Erholung für die eng besiedelten, benachbarten Wohngebiete ebenso wie die Nutzfunktion (Bildung, Waldprodukte wie Holz) ein für die Bevölkerung ebenfalls bedeutendes Ziel. Die aktuelle Auslastung in der Region bereits vorhandener Gewerbeflächen ist kritisch zu prüfen, um die finanzielle Nachhaltigkeit eines solch ambitionierten Vorhabens abzusichern und damit den Grundsätzen der kommunalen Haushalte beider beteiligter Städte gerecht zu werden. Im Planungsprozess ist folglich mit Sorgfalt abzuwägen, um im Ergebnis eine Lösungen mit langfristig positivem Gesamtnutzen für die Kommunen zu finden.

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