Eröffnet: frauenORT Minna Faßhauer

v. links: Marion Övermöhle-Mühlbach, Michael Kleber (DGB), Lisa Simon, Heide Janicki, Marion Lenz Foto: Peter Frank, d-welt.de

Es ist ein großer Tag. Darin waren sich alle Rednerinnen an der abendlichen Veranstaltung im Gewerkschaftshaus einig. Eine Frau wurde geehrt, die noch in jüngerer Vergangenheit Anlass zu kontroversen 'Diskussionen bot. In Braunschweig sollte sie nicht geehrt werden, so noch vor einigen Jahren der Rat. Ihre Büste des Künstlers Tobias Vergin steht noch heute im Foyer des Gewerkschaftshauses.

Doch nun ist einiges anders. Minna Faßhauer, die Revolutionärin, erste Ministerin in Deutschland, Volkskommissarin für Volksbildung und Widerstandskämpferin, wurde vom Landesfrauenrat Niedersachsen geehrt, indem in Braunschweig ein frauenORT mit ihr eröffnet wird.

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Schwerpunktthema "FRIEDEN" in der Ev. Akademie Abt Jerusalem

Mit der Veranstaltung "Selig sind die Frieden stiften - Evangelische Friedensethik in turbulenten Zeiten" beginnt die Akademie Abt Jerusalem der Ev. Landeskirche mit dem Schwerpunktthema "Frieden" eine Veranstaltungsserie.

Wir beginnen die Veranstaltungsreihe mit dem Friedensbeauftragten des Rates der EKD, Herrn Renke Brahms, 1. Schriftführer des Landes Bremen. So wird in Bremen der Bischof in typisch hanseatischer Untertreibung genannt. Am 24.10.2018 folgt Willy Wimmer, ehemaliger parlamentarischer Staassekretär im Bundesministerium der Verteidigung.

Montag 15.10.2018 im Franziskussaal des Theologischen Zentrums, Alter Zeughof 2/3 in 34100 Braunschweig

Referent: Renke Brahms, Friedensbeauftragter des Rates der EKD

Leitung: Dr. Uwe Meier, Mitglied des Konvents der Ev. Akademie

Evangelische Friedensethik wie in der EKD-Friedensdenkschrift aus dem Jahr 2007 formuliert, geht vom Vorrang für zivile und gewaltfreie Konfliktlösung als erste Option (prima ratio) aus. Wie kann dieser Anspruch heute angesichts verschiedener Themen und Entwicklungen eingelöst werden? Deutschland und Europa sind umgeben von kriegerischen Konflikten, die zu großen Migrationsbewegungen führen. Wachsende ökonomische Ungleichheit zwischen reichen Nationen und globalem Süden wirkt ebenso konfliktverschärfend wie die Folgen des Klimawandels. In Deutschland hat eine Neubesinnung auf Fragen der Außen- und Sicherheitspolitik als Folge der Rede des damaligen Bundespräsidenten Gauck auf der Münchener Sicherheitskonferenz 2014 eingesetzt. Innerhalb der EU ist eine zunehmende Militarisierung zu beobachten.

Evangelische Friedensethik entwickelt sich auch im Kontext dieser Dynamiken weiter. Was genau meint das Leitbild des Gerechten Friedens? In welchem Verhältnis stehen prima ratio (als vorrangige Option für gewaltfreie Konfliktlösung) und ultima ratio (als die Anwendung von militärischer Gewalt als letztes Mittel)? Und wie können Gewaltfreiheit sowie zivile Lösungsansätze aussehen?

Berliner Compagnie: Die Sehnsucht nach dem Frühling

                    Mit nichts als Hoffnung im Gepäck 

                DIE SEHNSUCHT NACH DEM FRÜHLING 

                       Theaterstück der Berliner Compagnie über eine syrische Familie 

Die Berliner Compagnie gastiert am 22.Okt. um 19.30 und am 23.Okt. um 10.30 Uhr in dem Kulturzentrum Brunsviga, Karlstr. 65 

Was im März 2011 als friedlicher Protest gegen eine repressive Diktatur begann, wurde zum blutigsten Konflikt unserer Gegenwart. Der Krieg in  Syrien hat bisher fast eine halbe Million Todesopfer gefordert, 13 Millionen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen, die Lebenserwartung ist um 20 Jahre gesunken, 11Millionen wurden in die Flucht getrieben. Die meisten der Geflüchteten fanden im Land selbst oder in den Nachbarländern Aufnahme, Hunderttausende gelangten nach Deutschland. Hier wurden sie von den einen mit Empathie und großem Engagement aufgenommen, von anderen mit Ablehnung, Hass oder gar mit tätlichen Angriffen.  

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Denunziation zur Rettung der Demokratie?

AfD schlägt Meldeplattform für Niedersachsen vor 

Die Niedersächsische AfD sieht die Neutralität der Lehrkräfte in Gefahr. An Schulen würde gegen die AfD Stimmung gemacht. Das sei nicht nur undemokratisch, sondern auch ungesetzlich und verlangt nach entsprechenden Maßnahmen. Die Lösung der AfD: Die Schaffung einer Internetplattform, bei der Lehrer gemeldet werden sollen, die gegen die AfD argumentieren.

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Zu Viel auf Einmal: „Zerrissene Zeiten“ im Städtischen Museum

 

Oberbürgermeister Ulrich Markurth (links) und Museumsdirektor Dr. Peter Joch vor einer der zahllosen Schautafeln im Museums-Lichthof. Foto: Klaus Knodt

Das Jahr 1918 markiert in Deutschland nicht nur das Ende des Ersten Weltkriegs, sondern zugleich den völligen Zusammenbruch des alten, monarchistischen Gesellschaftssystems und das Ringen um die Demokratie. Arbeiter und revolutionäre Kräfte in Braunschweig waren Triebkraft und Vorreiter dieser gesellschaftlichen Umwälzung. Sie zwangen am 8. November 1918 den Welfen-Herzog Ernst-August zur Abdankung und deklarierten 2 Tage später die Sozialistische Republik Braunschweig unter August Merges.

 

 

OB Markurth (links) und Museumsdirektor Dr. Peter Joch bewundern eine Wahlurne der Bayerischen Landtagswahl um 1819; mithin rund 100 Jahre vor der Revolurion in Braunschweig. Foto: Klaus Knodt

Das Städtische Museum Braunschweig (SMBS) hat sich der schwierigen Aufgabe angenommen, diese Zeitenwende mit der Ausstellung „Zerrissene Zeiten – Krieg. Revolution. Und dann?“ nachzuzeichnen. Ab Donnerstag, 4. November, ist sie als Höhepunkt des stadtweiten Projekts „Vom Herzogtum zum Freistaat – Braunschweigs Weg in die Demokratie 1916 – 1923“ im Haus Am Löwenwall zu sehen. Oberbürgermeister Ulrich Markurth strich während der Vorbesichtigung heraus: „Wir haben in den städtischen Gremien lange über diese Präsentation diskutiert.“ Die Ausstellung veranschauliche „ein Lehrstück, das heute hochaktuell ist. Es zeigt, wie verletzbar die Demokratie ist“ und sei somit „eine Mahnung für heute.“ Sie „erzählt von den Potenzialen jener Aufbruchszeit und dokumentiert die – letztlich gescheiterten - Versuche, nach der Revolution die Demokratie im Alltag und in der Gesellschaft zu verankern.“ Er hoffe, dass die Ausstellung besonders „für Schüler ein interessantes Projekt ist. Keine DIN-A-5-Fibel, sondern ein Stück Geschichte zum Anfassen.“

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"menschlicher Irrsinn im „Zeitalter der Vernunft“

SPD-Wahlslogan von Mitte der 1980er Jahre

Beim Besuch der Ausstellung "Facing India" im Kunstmuseum Wolfsburg fällt ein riesengroßes Foto mit Tausenden von Häusern auf. Es zu betrachten ist faszinierend. In einer Arbeit der indischen Künstlerin Vibha Galhotra fiel mir dieses Zitat auf: …menschlicher Irrsinn im „Zeitalter der Vernunft“.

Beim Lesen des Artikels von Uwe Meier zur skandalösen Wohnungssituation in Deutschland hatte ich ständig diese kluge Äußerung im Kopf. Wie kann es sein - auch mit Blick auf die vielen Obdachlosen -, dass im heutigen und reichen Deutschland, wohlgesagt nicht im Berlin des alten Zille, sogar Menschen mit gut dotierten Berufen in vielen Städten kaum eine Wohnung finden? Was ist das für ein Land, das nicht intensiv dafür sorgt, dass alle Bürgerinnen und Bürger ohne große Schwierigkeiten angemessenen Wohnraum finden? Das Menschen Angst haben, ihre Wohung zu verlieren.

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Eröffnung frauenORT Minna Faßhauer in Braunschweig

Braunschweig bekommt zweiten frauenORT am 10. Oktober

Einladung und Eröffnung

Als erste Stadt in Niedersachsen erhält Braunschweig einen zweiten frauenORT. Mit Minna Faßhauer wird eine Frau geehrt, die 1918 als Volkskommissarin für Volksbildung erste Ministerin in Deutschland sowie eine engagierte Widerstandskämpferin war.

Am Mittwoch, den 10. Oktober 2018, 17.00 Uhr findet im Braunschweiger Gewerkschaftshaus die Auftaktveranstaltung für den frauenORT Minna Faßhauer statt. In Kooperation mit dem DGB-Kreisfrauenausschuss würdigt der Landesfrauenrat Niedersachsen e.V. damit das Leben und Wirken der Volkskommissarin für Volksbildung Minna Faßhauer (1875-1949), die als erste Frau in Deutschland ein Ministeramt innehatte. Ihre Haltung als Widerstandskämpferin ist bis heute in Braunschweig nicht unumstritten.

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Die Region Braunschweig ist erneut die forschungsintensivste Europas

Die Region Braunschweig ist die mit Abstand forschungsintensivste Region Europas, gefolgt von Wallonisch-Brabant (Belgien) und Stuttgart.  Quelle: Eurostat

EU-Statistikamt sieht die Region auf Platz eins

Gemeinsame Pressemitteilung der Braunschweig Stadtmarketing GmbH und der Braunschweig Zukunft GmbH vom 28. September 2018

Die Region Braunschweig ist wieder Europas Nummer eins in Sachen Forschungsintensität. Das geht aus aktuellen Zahlen des Statistischen Amtes der Europäischen Union, Eurostat, hervor. 9,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts wurden hier im Jahr 2015 für Forschung und Entwicklung ausgegeben. Damit liegt die Region weit vor der zweitplatzierten belgischen Provinz Wallonisch-Brabant (6,5%), gefolgt von Stuttgart (6,2%) auf Rang 3.

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Ulrike Herrmann referiert bei ARBEIT UND LEBEN zu Marx

Foto: Wolfgang-Armin Rittmeier (Regionalleiter ARBEIT UND LEBEN), Uwe Fritsch (Vorsitzender des BR VW Braunschweig), Ulrike Herrmann (TAZ) und Andreas Klepp

200 Jahre Marx. Das bedeutet keineswegs, dass seine Ideen zum alten Eisen gehören. Im Gegenteil. Wie auf der zweiten Veranstaltung der von ARBEIT UND LEBEN durchgeführten Braunschweiger Vortragsreihe „Krisen, Konflikte, Kapital“ am 26.09.2018 deutlich wurde, bewegt Marx weiterhin die Gemüter. In ihrem Vortrag „Marx reloaded. 100 Jahre Marx und was er uns heute noch zu sagen hat“ zeigte Ulrike Herrmann von der „taz“ pointiert auf, wo der Jubilar ihrer Ansicht nach richtig und wo er falsch lag.

Ulrike Herrmann machte zunächst darauf aufmerksam, dass Marx sich bei aller Genialität zunächst einmal dadurch auszeichnete, dass er es verstand, stets die richtigen Fragen zu stellen. Die zentrale Frage, die er sich angesichts der rasant wachsenden industriellen Verhältnisse in Großbritannien stellte war, wie es sein könne, dass es in einer reichen Gesellschaft eigentlich Armut geben könne. Von hier aus, so Herrmann, entwickelte er seine Analyse des Kapitalismus und seine gesellschaftstheoretischen Prognosen.

Marx ist aktuell. Der Gewerkschaftssaal konnte die Interessierten nicht fassen

Höchst lebendig stellte Ulrike Herrmann Marx‘ Vorstellungen von der Dynamik und Prozessualität des Kapitalismus dar, sprach davon, dass es innerhalb des Kapitalismus keine Statik gebe und dass der Kapitalismus als Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung historisch – wie andere und ältere Modelle –letztlich auch ein Durchgangsphänomen sei, das zu überwinden sei. Sie machte – entlang der von ihr in ihrem Buch „Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung. Die Krise der heutigen Ökonomie oder Was wir von Smith, Marx und Keynes lernen können“ (Piper 2018) vorgestellten Theorie – aber auch deutlich, dass Marx den Kapitalismus nicht als „böse“ empfand, ja dass er sogar den Verdrängungswettbewerb als Zwangsgesetz des Kapitalismus begrüßte. Denn je weniger Unternehmen es gäbe – so Herrmann – desto leichter sei es, diese wenigen auf dem Weg zum Sozialismus hin zu enteignen. Gleichzeitig machte sie deutlich, dass es in der Marx’schen Analyse – weitgehend historisch bedingt – auch vier zentrale Lücken gäbe. So hätte er sich angesichts der verelendeten Massen seiner Zeit, nicht die Entwicklung einer breiten Mittelschicht vorstellen können. Genauso wenig hätte er die Kontrolle durch den demokratischen Staat prognostizieren können. Zudem fehle es Marx an einer Geldtheorie und an der richtigen Sicht auf die Mehrwerttheorie.

Im Anschluss an den Vortrag entwickelte sich zwischen Ulrike Herrmann, Uwe Fritsch (Betriebsratsvorsitzender des VW-Werkes Braunschweig), der eindringlich den Einfluss Marx‘ auf die Themen und Problemlagen heutiger Gewerkschaftsarbeit Moderator Andreas Klepp (Rosa-Luxemburg Stiftung Niedersachsen) und dem ausgesprochen interessierten und engagierten Publikum eine höchst erhellende, durchweg leidenschaftlich und kontrovers geführte Diskussion.

Spaziergang „Auf den Spuren der Revolution…“

Baustelle Demokratie 100 Jahre Novemberrevolution Braunschweig

 Der nächste Stadtspaziergang „Auf den Spuren der Revolution…“ findet am Donnerstag, den 27.09.2018 statt. Er beginnt um 17:00 Uhr auf dem Friedrich Wilhelm Platz, vor der Villa Amsberg. Unser Spaziergangsbegleiter Peter Matuschak erwartet sie.

Die Novemberrevolution war kein Spaziergang. Es war mühsam, anstrengend, gefährlich, spannend, spontan, fundiert, erfolgreich, kurz: eine neue Welt, eine neue Gesellschaft, ein unbekanntes Leben…

Bevor es soweit war, dass am 8. November 1918 in Braunschweig der Krieg endlich beendet wurde, der Adel ins Exil geschickt wurde, die Revolution endlich begann, waren viele Vorbereitungen zu treffen, über viele Jahre. Vor allem musste immer wieder miteinander gesprochen werden, es gab viel zu planen, immerhin eine Demokratie, eine Republik, ob nun Räte oder Parlament, jedenfalls viele Diskussionen wurden geführt.

Das war nicht immer ganz einfach und auch nicht immer ganz ungefährlich. Es war Krieg! Auf andere Gedanken, als die für den „Burgfrieden“, stand Hochverrat: „…ab an die Front Soldat, 1. Reihe…“.

Sonntags ging‘s in‘s Grüne, mit Familie, wenigstens etwas frische Luft für die Kinder. Spazierengehen war hochangesagt, besonders bei in-die-Zukunft-Schauende, die eine Utopie entwickeln wollten oder zumindest eine Vision einer freien Gesellschaft. Hier konnten auch die Gespräche und Literaturdiskussionen vom Abend zuvor im Jugendheim der freien Jugend oder im Wilhelmsgarten fortgesetzt werden; die Kundgebung in 2 Wochen auf dem Hagenmarkt geplant werden; die neusten Meldungen des Volksfreund verbreitet werden.

Spazierengehen war IN. Daran knüpfen wir an: wir laden ein zum Stadtspaziergang „Auf den Spuren der Revolution…“. Wir beginnen am Alten Bahnhof, auf dem Friedrich-Wilhelm Platz, eine der ersten Stationen der Revolutionäre in der Nacht vom 7. auf den 8. November 1918.

http://novemberrevolutionbraunschweig.de/

https://www.minna-fasshauer.de/

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