Braunschweiger Bakterienfresser auf dem Vormarsch

Phagen (rot) angedockt an das Bakterium Pseudomonas aeruginosa (blau)

Im Zeitalter der Antibiotika-Resistenzen und multiresistenter Keime spielen "bakterienfressende" Phagen eine immer größer werdende Rolle. Das Leibniz-Institut DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorga-nismen und Zellkulturen hat in der Phagen-Forschung eine herausge-hobene Position und ist gleichzeitig die umfangreichste Phagen-Sammlung in Europa.

Wer nicht phagt, der nicht gewinnt: Phage4Cure soll „Bakterienfresser“ in die klinische Anwendung bringen

Braunschweiger Phagen-Expertin Dr. Christine Rohde berichtete im ZDF ("Heilen ohne Antibiotika. Wie wir in Zukunft Infektionen behandeln können") über den zukünftigen Einsatz von Phagen gegen den Krankenhauskeim Pseudomonas aeruginosa

Presseerklärung

Immer wieder Cannabis!

Cannabistee in Braunschweig

Seit diesem Sommer lesen wir wiederholt in der Braunschweiger Zeitung von dem Kampf der Braunschweiger Staatsanwaltschaft mit ihrem Herausforderer, der Hanfbar, und könnten amüsiert die Beobachterrolle in dem „Schauspiel“ einnehmen, hätte es nicht für den Betreiber so schwerwiegende Folgen wie Inhaftierung und Untersuchungshaft. Und das alles wegen eines Kräutertees, der allenfalls eine beruhigende Wirkung hat vergleichbar mit Melisse oder Baldrian, aber keinesfalls zu einem Rausch taugt. Hier wird mit Kanonen auf Ziele geschossen, die als solche erst durch falsch formulierte Gesetze geschaffen werden. Eine Neuformulierung der entsprechenden Betäubungsmittelgesetze ist an diesem Punkt dringend erforderlich. Es wäre hilfreich, wenn die Staatsanwaltschaft nicht Scheinübeltäter verfolgt, sondern in diesem Verfahren den Ball flach hält und sich im Justizministerium für eine Reform einsetzen würde!

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Stadtrundgang zur Reichspogromnacht 1938 in Peine

Stadtrundgang zur Reichspogromnacht 1938 in Peine - die Stadt von Sally Perel, dem Namensgeber der IGS Volkmarode (um)

 

 Die brennende Synagoge in Peine, 10. November 1938 (Stadtarchiv Peine)

 

Der Arbeitskreis Andere Geschichte e.V. aus Braunschweig erinnert gemeinsam mit dem Kreisheimatbund Peine e.V. mit einem Stadtrundgang an die Ereignisse in der Reichspogromnacht in Peine vor 80 Jahren. Die Ereignisse dieses Tages lassen sich sehr genau nachvollziehen. Vor allem die Akten des Nachkriegsprozesses um die Ermordung des 17-jährigen Hans Marburger bieten dazu reichlich Material. In ihnen werden die Tatorte und Täter jener Stunden akribisch dokumentiert.

 

Der Stadtrundgang wird von Dr. Jens Binner, Historiker und 2. Vorsitzender des Kreisheimatbundes Peine e.V. durchgeführt. Der Rundgang beginnt am Sonntag, dem 11. November um 14 Uhr, Treffpunkt ist der Marktplatz in Peine.

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„Das Pogrom in der Region Braunschweig“

Mit einem „Lerntag“ gibt die Gedenkstätte KZ-Außenlager Schillstraße am Sonntag, den 4.11.2018 um 14.00 Uhr, Gelegenheit, mehr über das Novemberpogrom vor achtzig Jahren zu erfahren.

Unter dem Titel „Das Pogrom in der Region Braunschweig“ wird an diesem Nachmittag über die unterschiedlichen Vorgänge an benachbarten Orten gesprochen.

Frank Ehrhardt schildert die Entwicklung seit dem ersten „Warenhaussturm“ in Braunschweig 1933 und widmet besondere Aufmerksamkeit den Beteiligten am Prozess der beruflichen und sozialen Verdrängung der jüdischen Einwohner. Markus Weber berichtet über die Situation im Kurort Bad Harzburg, wo SA-Leute am 10. November eine Pension und ein Hotel überfielen, deren Eigner Juden waren. Dr. Manfred Grieger berichtet über Diskriminierung, Ausplünderung und Verfolgung der dort lebenden Juden am Beispiel der Landstadt Gifhorn.

Die Veranstaltung wird zu einer Kaffeepause unterbrochen. Wegen der begrenzten Zahl an Sitzplätzen ist eine Anmeldung unter 0531 / 2702565 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erforderlich.

Einen Prospekt finden Sie anbei. Für die Ausstellung „Gekommen, um zu bleiben“ folgt eine weitere Ankündigung.

CDU schlägt Einrichtung einer Oberschule vor

* Antje Keller: Um unsere Braunschweiger Schullandschaft attraktiver zu gestalten, müssen wir die Vielfalt stärken!

* Oberschule soll bereits zum Schuljahr 2019/20 starten

[BRAUNSCHWEIG, 24. Oktober 2018] In einem Antrag zur nächsten Sitzung des Schulausschusses schlägt die CDU-Fraktion die Einrichtung einer Oberschule in Braunschweig vor. Antje Keller, schulpolitische Sprecherin der CDU sagt: „Wenn wir dauerhaft die Schullandschaft stärken wollen, müssen wir ein vielfältiges Angebot schaffen. Mit einer Oberschule verbessern wir die Startbedingungen für junge Menschen, denn durch die hohe individuelle Förderung stehen ihnen viele Chancen beim Start ins Berufsleben oder auch bis zum Abitur offen.“

Die CDU-Fraktion sieht in einer Oberschule große Chancen für die Stadt, vor allem im Praxisbezug der Schule. Nicht zuletzt die enge Verzahnung zu Handwerks- und Industrieunternehmen steigert die Attraktivität der Oberschule ungemein und führt zu einer besseren Vorbereitung auf das Arbeitsleben.

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"Was geht Sie der Krieg an?" - Musik und Literatur in Zeiten des Umbruchs 1918/19

Im Rahmen des städtischen Kulturprojektes "Vom Herzogtum zum Freistaat..." findet am Sonntag, den 28. Oktober um 17 Uhr im Festsaal des Hotels Deutsches Haus ein Dichterabend mit Musik statt.

Braunschweig im Herbst 1918: Im Hotel »Deutsches Haus« trifft sich die Braunschweiger Kunst- und Kulturszene. Angesehene Literaten und Abiturienten, die noch was werden wollen, konsumieren schöne Verse auf zeitweiliger Flucht vor Kriegs-, Revolutions- und Katastrophenliteratur, während auf den Braunschweiger Straßen der Kampf um die Nachfolge des Herzogtums tobt.

Ein »Poetry Slam« auf einer Bühne des gehobenen Bürgertums vor dem sich abzeichnenden Ende des blutigen Weltkrieges und der Abdankung des Herzogs. Direkt im Hauptquartier des General Maercker, der im April 1919 im Deutschen Haus auch die Minister der linken Räterepublik in Schutzhaft genommen hat.

Der Braunschweiger Mathematiker und Komponist Hans Sommer begrüßt die »Gegenrevolution«. In seiner Tondichtung „Heil General Maercker!“ (von Sohn Otto Sommer für Klavier umgeschrieben, wird sie nun 100 Jahre später im Rahmen der Veranstaltung erstmals aufgeführt) preist er den für seine Beteiligung in Deutsch-Südwest (Namibia) hochdekorierten General Maercker.

Carolin Löffler (Gesang), Min Ren (Klavier), Götz van Ooyen und Hans Stallmach (Sprecher) lassen die Zeit des Umbruchs 100 Jahre später am selben Ort u.a. mit Texten von Ina Seidel, Ehm Welk, Fritz Barnstorf, Felix Riemkasten, Reinhard Goering, Wilhelm Hillger und der Musik Hans Sommers wieder auferstehen.

Eintritt 5 Euro. Karten an der Abendkasse. Eintritt frei für Inhaber des Braunschweig Passes, Schüler und Studenten.

 

Rekonstruktion in der Architektur: Das "Schlüsselmedium der autoritären, völkischen, geschichtsrevisionistischen Rechten TEIL II

Steinerner Gral welfischer Wesenstreue oder Disney Land? Die rekonstruierte Schlossfassade des Braunschweiger Schlosses

Zweiter Teil des vorhergehenden Beitrags: "Dem Gestern zugewandt. Steinerner Gral deutscher Wesenstreue". Stephan Trüby hat bundesweit Debatten ausgelöst, als er die Frankfurter Altstadtrekonstruktion auf eine Initiative der neuen Rechten zurückgeführt hat. Seit April leitet der Architekt das Stuttgarter Institut für Grundlagen moderner Architektur und Entwerfen.

Trüby meint, in der Neuen Rechten gibt es einen rückwärts gewandten Architekturdiskurs. Und zwar sei Rekonstruktion, wie er es in der FAS schrieb, das "Schlüsselmedium der autoritären, völkischen, geschichtsrevisionistischen Rechten". Mit "rechten Räumen" meint Trüby Gebiete, welche die neuen Rechten besetzen. Dazu gehören nicht nur Rekonstruktionen, sondern auch Rittergüter wie Schnellroda, wo das Institut für Staatspolitik, der Think Tank der neuen Rechten, und der Verlag Antaios von Götz Kubitschek ansässig sind, ebenso wie völkische Siedlungen, die es keineswegs nur in Mecklenburg oder Brandenburg gibt.

Für Braunschweig stellt sich unter Berücksichtigung der Ausführungen von Trüby die Frage, ob die Verträge der Stadt Braunschweig mit dem Münzhändler Richard Borek und die Einflussnahme des Herrn Borek auf die Stadtgestaltung, auf diesem autoritären und geschichtsrevisionistischen Verständnis beruhen. Dazu zählt sicher die Rekonstruktion der Schlossfassade und vermutlich auch die Neugestaltung (keine Rekonstruktion) der Jasperallee mit Linden als Lindenallee (dazu im Teil III ein Vorschlag). Diese Lindenallee spiegelt den Geist autoritärer Strukturen wieder und liefe einer demokratisch pluralistischen Gesellschaft zuwider.

Lesen Sie dazu: "Die Vergangenheit neu erfinden". Trüby meint: "Wir unterschätzen die Rechte. Sie verfügt, wie meine Forschungen belegen, auch über eine Architekturtheorie.""Mit dem Thema „Rekonstruktion“, so Trüby, können sich Rechte hinter einer scheinbar unpolitischen Fassade verschanzen – und dennoch höchst politische Fakten schaffen.

Dem Gestern zugewandt. Steinerner Gral deutscher Wesenstreue TEIL I

Unpolitische Gebäude gibt es nicht. Architektur diente schon immer als Projektionsfläche ihrer Zeit. In Frankfurt am Main hat man das 1974 im Stil des Brutalismus errichtete Rathaus abgerissen und so das 7000 qm große „Römer Areal“ geschaffen. Dort sind neben Neubauten auch 15 Rekonstruktionen entstanden.

Stephan Trüby hat bundesweit Debatten ausgelöst, als er die Frankfurter Altstadtrekonstruktion auf eine Initiative der neuen Rechten zurückgeführt hat. Seit April leitet der Architekt das Stuttgarter Institut für Grundlagen moderner Architektur und Entwerfen. Lesen Sie hier „Rechte Räume“ in KONTEXT.

"Platz der Republik" oder die missbräuchliche Bezeichnung "Schloss" platz

Schlossfassade in Braunschweig. Ist das etwa kein Schloss und der Platz davor etwa kein Schlossplatz?  Foto Uwe Meier

Wenn Sie es genau lesen wollen was es mit dem "Schloss" auf sich hat, dann lesen Sie das: "Das wird keine Fassade für ein Einkaufscenter, das wird ein richtiges Schloss" (1. Folge)

 Denunzierung des Namens "Platz der Republik" und die miss-bräuchliche Bezeichnung Schloss durch Pastor a. D. Joachim Vahrmeyer in der BZ vom 12.10.18.

Heute habe ich im "Braunschweiger Schloss" ein Eis geleckt. Das ist in Schlössern strengstens verboten. Die "Schloss-Arkaden" haben eine Gesamtfläche von 55.481 qm, davon entfallen 13.300 qm auf Büroflächen, Stadtarchiv und -bibliothek sowie das Schlossmuseum. Vom Haupteingang gleich rechts ist ein Kiosk mit Lotto-Annahme, links ein CafeShop-Filialist und über 30.000 qm weitere Verkaufsflächen. Das Schlossmuseum mit 600 qm (1,1%) vermittelt in den "Schloss-Arkaden" ganz versteckt das Schloss-Ambiente.

Eine unvollständig rekonstruierte Schlossfassade und das wohl kleinste Schlossmuseum in Europa, als Schloss zu bezeichnen, ist irreführend. Es ist ein Konsumpalast fürs Volk. Einmalig in Europa. Wo es kein Schloss gibt, gibt es auch keinen Schlossplatz, den es auch auf historischen Stadtplänen nie gegeben hat.

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