Anstrengungen und kein Ende

alt

11 Jahre ist es her, genauer: am 22.07.1997 veröffentlichte die Braunschweiger Zeitung einen Leserbrief von Sigrid Probst. In diesem Leserbrief, unter der Überschrift "Riesige Anstrengungen", kommentierte sie die Schulausschuss-Sitzung vom 27.06.97, indem sie unter Nennung der Bedarfszahlen darauf hinweist, wie notwendig eine 4. IGS in Braunschweig ist. Daran hat sich bis heute nichts geändert. 11 Jahre mussten ins Land gehen, 11 Jahre verpasste Bildungschancen, Eltern- und Kinderleid durch Abschulung und Sitzenbleiben; Millionen an Kosten sind dadurch entstanden. Jedoch auch 11 Jahre Bürgerengagement für größere Chancengleichheit. Zur Erinnerung: noch am 18.12.07 lehnte die CDU/FDP-Koalition und OB Hoffmann im Rat der Stadt eine 4. IGS ab.
Nun sehen wir nach vorne und warten auf das Resultat der Elternbefragung. Ich bin mir sicher, eine 5. IGS liegt für Braunschweig drin.
Eine Elternbefragung für eine vierte IGS hat begonnen. Infoabende am 3. und 8. Dezember 2008. Dazu die Pressemeldung der Stadt.

Und als die Prinzessin den Quadriga-Prinz küsste, verwandelte er sich in einen Frosch

Wie hat er das nur gemacht, der Dr. Gert Hoffmann, dieses Wunder von Braunschweig? - fragen sich viele weltweit, oder doch in ganz Deutschland: Soeben hatte die Stadt noch sehr viel Schulden und - schwuppdiewupp, welch ein Wunder! - schon hat sie auf einmal sehr viel Geld!

Dabei ist das finanzwirtschaftliche Rezept des Braunschweiger Oberbürgermeisters sehr einfach: Langfristiges städtisches Vermögen, Substanz wird verkauft und der Erlös wird verwendet für vergleichsweise kurzfristige Liquidität (ca. zwei Wahlperioden) und Investitionen in Image-Pflege, "Leuchtturmprojekte", teuer in Szene gesetzte Feuerwerke, die sicher stellen, dass man gesehen wird und die staunende Mitwelt sich verblüfft fragt: Wie macht er das nur, dieses Wunder?

Doch nicht alle sind von der Wunderrezeptur so begeistert wie Hoffmann selbst. Und wenn er jetzt verstärkt auf einen Ausbau des Zusammenschlusses zur Region drängt, bekommt er ein geteiltes Echo. Denn manche Nachbarn befürchten, unter dem Deckmäntelchen der Region sei der beherzte Griff in die Kassen der Nachbarn das Hauptmotiv für die grenzüberschreitenden Zukunftsträume des Braunschweiger Oberbürgermeisters.

Weiterlesen: Und als die Prinzessin den Quadriga-Prinz küsste, verwandelte er sich in einen Frosch

Schulstreik - eine Nachlese

Wenn 100.000 Schülerinnen und Schüler in Deutschland während der Unterrichtszeit auf die Straße gehen, um für mehr und bessere Bildung zu demonstrieren, dann ist das Lamento über die unpolitische Jugend, das allenthalben zu hören ist, völlig fehl am Platze. Dass Politikerinnen und Politiker, die für das deutsche Bildungsdesaster verantwortlich sind, sogleich von linker politischer Unterwanderung sprechen, zeigt entweder Hilflosigkeit durch fehlenden Durchblick, arrogante Ignoranz oder beides. Das Einteilen in links oder rechts, wie es in der Politik üblich ist, interessiert junge Menschen nicht. Sie sind weniger ideologisch festgelegt. Das macht sie schwer kalkulierbar. Das ist ihre Stärke.

Weiterlesen: Schulstreik - eine Nachlese

Schülerdemo: ein Lob an die Braunschweiger Polizei

Der Fall Cécile Lecomte ist eine Sache: "In Gewahrsam genommene Personen sollen nur von Personen gleichen Geschlechts betreut werden," heißt es beispielsweise in der einschlägigen Polizeigewahrsamsordnung - und niemand kann ernsthaft behaupten, dass dies in Braunschweig nicht möglich gewesen wäre. Denn Zeit genug, um sich auf die Ankunft einer Frau in eine Haftanstalt vorzubereiten, die in erster Linie eingerichtet wurde, um extrem gewaltätige Männer unter Kontrolle zu halten, bestand allemal. Unseres Wissens hat die zierliche Cécile noch nie jemandem ein Haar gekrümmt, noch nicht einmal einem schwer bewaffneten Polizisten ... Der Fall gehört einfach nur aufgeklärt und sollte sich so sicherlich nicht wiederholen.

Ein anderer Fall, die Braunschweiger Schüler-Demonstration:
Sie war sicherlich dabei, die Braunschweiger Polizei. Doch sie ist nirgendwo zu sehen, auf keinem einzigen Bild ein Schlagstock oder ein Schutzschild, wie leibhaftige Schutzengel wirkte sie unsichtbar im Hintergrund - Danke! (Hannover zeigt, dass es auch anders geht)

Machtvolle Demonstration der Schüler

 

alt

Wir lassen uns von Politikern, die verantwortlich sind für massiven Unterrichtsausfall, unglaublichen Schulstress, zu großen Klassen, hohe Kosten und dem ideologischen Beharren auf einem dreigliedrigen Schulsystem nicht vorschreiben, ob wir in der Unterrichtszeit zur Demo gehen oder nicht. "Wir lassen uns nicht MUNDLOS machen" war der Tenor in Anspielung auf die Braunschweiger CDU-Landtagsabgeordnete, die gegen diese Demo gewettert hatte. Kein Wunder, denn sie ist für das Bildungsdesaster in Niedersachsen mit verantwortlich.

alt

Weiterlesen: Machtvolle Demonstration der Schüler

Schülerstreik in Braunschweig - Lehrstunde in Demokratie

alt (Foto von Timo)

Der Arbeitskreis Schulstreik ruft alle Braunschweiger Schülerinnen und Schüler am 12. November um 10:00 Uhr zu einer Großdemonstration auf. Motto: “Bildungsblockaden einreißen” (siehe Flugblatt mit dem Aufruf). An diesem Vormittag sollen alle den Unterricht bestreiken, um auf die schlechten Lernbedingungen aufmerksam zu machen.

Am 04.11.2008 lud der Arbeitskreis zur Informationsveranstaltung in die TU-Mensa ein. Das war auch notwendig, denn viele Fragen standen im Raum. Besonders Fragen zur Rechtmäßigkeit des Fernbleibens vom Unterricht mussten beantwortet werden.

Weiterlesen: Schülerstreik in Braunschweig - Lehrstunde in Demokratie

Anmerkungen zum Artikel "Quadriga oder wie man städtisches Geld zu sich umleitet ..."

Im meinem -zugestanden: polemischen- Artikel "Quadriga oder wie man städtisches Geld zu sich umleitet ..." vom 18.10.08 kam ich zu dem Schluss, dass die Borek-Stiftung der Stadt ein Geschenk macht, das dieser Stiftung gemäß Schenkungsvertrag verblüffenderweise -die städtischen Prognosen zugrunde gelegt- 160 000 € im Jahr Gewinn einbrächten.Von verschiedenen Seiten habe ich gehört, dass diese Vereinbarung dennoch in Ordnung sei, weil die Borek-Stiftung das so gewonnene Geld für kulturelle oder soziale Zwecke verwenden würde.

Weiterlesen: Anmerkungen zum Artikel "Quadriga oder wie man städtisches Geld zu sich umleitet..."

Vortrag am Freitag: Schulsanierung durch Privatisierung? Wer gewinnt, wer verliert?

Privatisierungskritiker aus ganz Deutschland treffen sich in Braunschweig

Am 1.-2.11. 2008 findet in Braunschweig die 2. Bundeskonferenz für den Erhalt öffentlichen Eigentums statt. Vertreter von Antiprivatisierungsinitiativen aus mehr als 20 Städten tauschen sich über ihre Erfahrungen und Pläne aus. Das offizielle Programm findet sich hier.

Weiterlesen: Vortrag am Freitag: Schulsanierung durch Privatisierung? Wer gewinnt, wer verliert?

Verfehlter Vergleich

(Collage) Mit der Göttin auf Augenhöhe - Allegorie oder Offenbarung?

Auch in der Stunde des gößten Erfolgs und der Erfüllung, auch in der Stunde der feierlichen Übergabe der Quadriga findet Dr. Gert Hoffmann sicheren Blickes das Haar in der Suppe des ungetrübten Glückes, er findet etwas zu mäkeln. Es gäbe da Leute in Braunschweig

die mäkelten herum, dass die Stadt nun beispielsweise die Pflege der Quadriga zahlen müsse. Hoffmann:"Das ist ungefähr so, als wenn jemand ein Auto gewinnt und fordert, dass ihm fü alle Zeiten auch noch Versicherung und Spritkosten gezahlt werden." (BZ, 28.10.08)

Der Vergleich hinkt in mehrfacher Hinsicht, entscheidende Merkmale sind ausgespart:

Weiterlesen: Verfehlter Vergleich

Schöner Schein - Glück allein?

Mit mehr als einjähriger Verspätung traf sie in Braunschweig ein, die Quadriga. Gestern wurde das golden glänzende Ensemble vom Braunschweiger Stadtmarketing der Öffentlichkeit vorgestellt.

Es gab einmal alljährliche Verwaltungsberichte der Stadt, mit nüchternen, sachlichen, ehrlichen Informationen über das, was sich in den verschiedenen Bereichen der Stadt alljährlich getan hatte. Diese Berichte wurden komplett abgeschafft und damit auch die sachliche Informationspolitik - angeblich aus Kostengründen.

Stattdessen werden nun Aber-Millionen in die städtische Werbung gepumpt, und man hat vor allem bei der Verwaltungsspitze den Eindruck, dass sie sich selbst so an der Eigenwerbung berauscht und von ihr gefangen ist, dass sie den schönen Schein der Werbewelt nicht mehr von der Realität unterscheiden kann, die leider häufig etwas nüchtern ausfällt.

alt

Offenbar gibt es aber auch mehr und mehr Leute die auch mal hinter die schönen Kulissen schauen wollen.

Die Organisatoren einer parallel dazu organisierten Informationsveranstaltung - Schlossparkfreunde (weitere Berichte auf ihren Seiten) wurden unterstützt von anderen Bürgerinitiativen - fühlten sich vom ungewohnten Ansturm auf ihr Informationsmaterial geradezu überrannt.

alt

Weiterlesen: Schöner Schein - Glück allein?

Additional information