"Alle Jahre wieder..."

Auf dem Weihnachtsmarkt treffen sich Gefühle mit Umsatz unter Alkoholeinfluss Foto: Braunschweig Stadtmarketing GmbH/Philipp Ziebart


Nein, neu ist das nicht. "Alle Jahre wieder" wird darüber geschrieben, immer, wenn das "Christuskind kommt - auf die Erde nieder". Dann erklingen Schalmei, Trompeten, das zarte Glockenspiel. Chöre schmettern das bachsche Oratorium, und es wird ganz warm ums Herze. Dazu diese Pressemitteilung des Stadtmarketings: "30 Tage Adventslichtzauber enden mit Musik"

Nein, neu ist das nicht. "Alle Jahre wieder" müssen auch die Kassen klingeln, sofern es noch welche gibt. Der Internethandel passt noch nicht so recht ins kommunale Marketinggeschehen. Weihnachten ist die umsatzstärkste Zeit im Jahr. Etwa ein Drittel der Umsätze werden in den letzten Wochen vor Weihnachten gemacht. Wenn´s Weihnachten nicht läuft mit den Umsätzen, wann dann? Pressemitteilung des Stadtmarketings.

Weihnachten ist auch die Hochzeit des Stadtmarketings. Der Weihnachtsmarkt 2019 beginnt in Kürze mit der Planung. Die Gefühlsebene des Konsumenten gilt es so zu bearbeiten, dass Gefühle in Umsatz umgesetzt werden. Gefühle sind der entscheidende Schlüssel zu Kaufhandlungen - nicht Notwendigkeiten. Denn die, die des brauchen, haben eh kein Geld, um Notwendigkeiten umzusetzen.

Das gerade geborene Christuskind hatte auch nur eine Krippe und die Eltern hatten nichts. Aber da kamen wenigsten die Reichen (die aus dem Morgenland) und brachten was mit. Vielleicht ist das so was wie HARTZ IV. Ob das alles so stimmt wissen wir nicht, aber die Geschichte ist nicht schlecht. Das Marketing würde sagen: "Storytelling".

FAZIT: Der braunschweiger Weihnachtsmarkt war stimmungsvoll und gut besucht. Vergleicht man die Weihnachtsmärkte mit anderen Städten, so ist der in Braunschweig mit am schönsten, was auch am Ambiente um den Dom liegt. Kulturell war der Markt gut eingebunden, und die Marktstände waren schön geschmückt. Sicherlich auch ein Verdienst des Stadtmarketings, das entsprechende Vorschriften erlässt. Auch gut, dass die elektrische Energie als Bio-Energie von Veolia eingekauft wurde.

Das, was gelegentlich störte, war das Gegröle besoffener Marktbesucher während der Veranstaltungen im Dom. Aber dem ist wohl nicht abzuhelfen.

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