Das Ende des Kapitalismus? Die „Megamaschine“ in der Krise

Fanian Scheidler

Dienstag, 13. Nov. 2018, 18:30 Uhr

Evangelische Studierendengemeinde (ESG) Braunschweig, Pockelsstr. 21

Die Veranstaltung wird unterstützt von der ESG Braunschweig

Der Kapitalismus stößt im 21. Jahrhundert zusehends an ökologische, ökonomische und soziale Grenzen. Die Unzufriedenheit wächst genauso wie die Skepsis gegenüber dem politischen System. Fabian Scheidler beschreibt, warum die „Megamaschine“ Kapitalismus diese Kombination von Krisen wohl nicht überlebt. Seine These: Wir stehen am Anfang einer chaotischen Übergangsphase mit ungewissem Ausgang.

Der Referent, Fabian Scheidler, ist Autor, Dramaturg und Regisseur, er ist Mitgründer des unabhängigen Fernsehmagazins „Kontext TV“. 2015 erschien sein Buch „Das Ende der Megamaschine - Geschichte einer scheiternden Zivilisation“.

 

 

EU: Das Demokratie-Defizit der Spitzenkandidaten

Weber gegen Timmermans – das wird also das “Spitzenduell” für die Europawahl. Zwei ältere weiße Männer aus der Brüsseler Blase, deren Parteien “daheim” in Bayern und Holland gnadenlos abschmieren. Webers CSU hat das schlechteste Ergebnis seit 1950 eingefahren – und sogar die CDU und ihre Kanzlerin heruntergezogen. Die PvdA von Timmermans kam bei der Wahl 2017 auf 5,7 Prozent – ein Absturz um 19,1 Punkte! Keine gute Ausgangsbasis für die beiden Spitzenkandidaten – ohne EUropa wären sie wohl schon in der Versenkung verschwunden. Aber auch die EU-Ebene bringt wenig Legitimation. Weiter

Siehe auch folgender Kommentar über den Orbanfreund und Kandidaten Weber im DLF

Too Big to Jail

Die Aktienanteile steigen: Der Finanzgigant Blackrock drängt auf den lukrativen Wohnungsmarkt und hat mit Deutschlandchef Friedrich Merz einen mächtigen Verbündeten an seiner Seite. Für Mieter, insbesondere von Vonovia und Co., ist das eine weitere Hiobsbotschaft.

Es sind Summen, die jedes Vorstellungsvermögen übersteigen. Mit 6,3 Billionen US-Dollar verwaltet der weltweit aktive Finanzdienstleister Blackrock ein Vermögen, das fast doppelt so groß ist wie das deutsche Bruttoinlandsprodukt (3,685 Billionen US-Dollar). Wäre Blackrock ein Land, wäre es nach den USA und China die drittgrößte Volkswirtschaft des Planeten – und das, obwohl das Unternehmen erst 1988 gegründet worden ist.

So viel Kapital hat Gewicht: Rund um den Globus schätzen nicht nur Privatkunden, sondern auch Regierungen die Beratungsleistungen des Vermögensverwalters. Dabei könnten die Drähte bald noch kürzer werden. Mit Friedrich Merz bewirbt sich nun der Aufsichtsratschef von Blackrock Deutschland um den Vorsitz der CDU, und eines Tages womöglich um die Kanzlerschaft. Vergangene Woche bekundete der Politik-Rückkehrer, der einst ankündigte, nicht in die Politik zurückkehren zu wollen, er sehe hier "keinerlei Konfliktlage". Weiter im Originaltext im KONTEXT

Weiter so mit Weber und AKK

Die Konservativen in EUropa sind im Wahlkampfmodus. Bei der EVP wird am Donnerstag in Helsinki der Spitzenkandidat für die Europawahl gekürt, im Dezember geht es dann in Berlin um den CDU-Vorsitz. Kommt der Wandel? Ich habe da große Zweifel – trotz Merz-Hype und Stubb-Kampagne. Beide wären sicher gute Kandidaten, die frischen Wind in die angestaubte konservative “Parteienfamilie” und in die CDU bringen könnten. Doch nach allem, was man in Brüssel hört, steht die Wahl von CSU-Mann Weber in der EVP schon so gut wie fest. Und in Berlin hat AKK die besten Wahlchancen – schließlich führt sie den Parteiapparat. Weiter

Siehe auch: Webers Werk und Macrons Manöver

Kommentar von Uwe Meier:

Einen CSU-Bayern zum Kommissionspräsidenten zu machen muss einem erst mal einfallen. Deutschland schafft es immer wieder Drittklassigkeit nach Brüssel zu entsenden. Auch der von Merkel abgeschobene Öttinger, der nicht mal mehr für Baden Württemberg gut genug war, ist ein trauriges Beispiel deutscher EU-Personalpolitik  Dahinter sollte man keinen Zufall vermuten, das ist Strategie. Je schwächer und je abhängiger der deutsche Oberkommissar, desto besser lässt er sich aus Deutschland steuern. Auch das ist ein Weg durch gezielte Formatlosigkeit der Entscheidungsträger die EU klein zu kriegen.

Nahostexperte Michael Lüders im offenen Gespräch zu Iran, Saudi Arabien und die Rolle des Westens

Der Nahostexperte Michael Lüders im offenen Gespräch Quelle: Screenshot aus dem Interview

Dr. Michael Lüders ist Politik- und Islamwissenschaftler, einer der anerkanntesten Nahost-Experten sowie Publizist und Autor. Kürzlich erschien sein neues Buch „Armageddon im Orient - Wie die Saudi Connection den Iran ins Visier nimmt“. Unter großer Resonanz der braunschweiger Bevölkerung trat vor zwei Tagen Michael Lüders in der Ev. Akademie Abt Jerusalem auf. Diese Veranstaltung wurde der Bevölkerung im Rahmen des Schwerpunktthemas "Krieg und Frieden" von der Akademie angeboten im Wissen um die zunehmenden Konflikte und Weltkriegsgefahr. Daran hat auch "Der Westen" seinen gewichtigen aggressiven Anteil. Die Akademie bemüht sich vor allem auch alternative Meinungen zu der offiziell veröffentlichten Meinung darzustellen.

Der Vortrag von Herrn Lüders in der Akademie wurde nicht aufgezeichnet. Im Gespräch mit Ramon Schack in "Impulsiv TV" berichtet Michael Lüders über die Konflikte in Syrien und dem Jemen, die unrühmliche Rolle des Westens und Saudi Arabiens, über die politische Abhängigkeit Saudi Arabiens von den USA. Lüders warnt vor hoch problematischen Situationen, die auch einen 3. Weltkrieg auslösen können.

#aufstehen plant ersten Bundeskongress

Die von der Linksfraktionsvorsitzenden Sahra Wagenknecht initiierte Sammlungsbewegung #Aufstehen plant einen Bundeskongress. Das erfuhr das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) aus Führungskreisen. Der Zeitpunkt ist noch offen. Die Flensburger Oberbürgermeisterin Simone Lange (SPD), die an der Gründung der Bewegung beteiligt war, sagte dem RND: „Wir beschäftigen uns damit, legitimierte Strukturen aufzubauen.“ Das müsse aber letztlich von unten geschehen. Sie schloss deshalb eine eigene Kandidatur für ein führendes Amt in der Sammlungsbewegung aus und erklärte vielmehr: „In der Führung sollten keine Berufspolitiker sein.“

Neben strukturellen und personellen Entscheidungen solle bei dem Bundeskongress auch über Inhalte gesprochen werden, betonte Lange. Im Übrigen brauche das Ganze Zeit. Denn die Sammlungsbewegung sei „neu in Deutschland“. So etwas habe es bisher noch nicht gegeben. Zum Originalbeitrag

Der Wind dreht gegen Macron – und die EU

Vor einem Jahr sah es noch so aus, als könnten Deutschland und Frankreich die EU gemeinsam wieder flott machen. Doch nun dreht der Wind in Paris: Präsident Macron stürzt in den Umfragen ab, die Anti-EU-Parteien legen zu.

 “Wir haben wieder den Wind in den Segeln”, freute sich EU-Kommissionschef Juncker im September 2017. Mit der Wahl Macrons seien die Populisten besiegt worden, glaubte Juncker – jetzt könne man sich an die EU-Reform machen. Doch dann passierte – nichts. Statt mit Macron die Ärmel hochzukrempeln, musste Juncker auf Kanzlerin Merkel warten. Als die dann endlich eine Regierung gebildet hatte, stand sie auf der Reformbremse. Macrons Impuls lief ins Leere. Weiter

"Das Heulen der CDU-Männer" in KONTEXT

Ist Wolfgang Schäuble gegen Merkel dabei?

Der Braunschweig-Spiegel versucht auch beim Machtkampf um den CDU-Vorsitz ein möglichst breites Spektrum an Meinungen darzustellen. Jens Spahn kommt dabei schlecht weg, weil er eher eine karriereorientierte Bewerbung abgegeben hat, die nicht ganz so ernst zu nehmen ist. Herr Spahn müsste noch etwas auf die Weide. Andere Kaliber sind Friedrich Merz und Frau Kramp-Karrenbauer.

Was die Kandidaten brauchen ist eine gewisse Rücksichtslosigkeit Parteifreund-Innen gegenüber. Die hatte auch Frau Merkel, sonst wäre sie keine 18 Jahre Parteivorsitzende geblieben. So manch eine Wunde hat sie geschlagen.

Jetzt, da Frau Merkel ihren Rückzug angekündigt hat, werden die Karten neue gemischt. Hauptsächlich von den Geschlagenen, die Verlierer, die sich nun zu Wort melden. Zu diesen Verlierern gehört auch Friedrich Merz vom "Andenpakt", der sich auch wieder zu Wort meldet - hoffentlich nicht, um Schlachten von gestern zu schlagen. Es fehlt nur noch Roland Koch, der sich in der Wirtschaft bei Bilfinger und Berger überhoben hatte. Lesen Sie von Johanna Henkel-Waidhofer in KONTEXT: "Das Heulen der CDU-Männer". (red)

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Roter Medienteppich für christlich unionierten Sozialdarwinisten F. Merz

Unsere Beiträge stehen zur freien Verfügung. Wir schreiben nicht für Honorar, sondern gegen die „mediale Massenverblödung“ (in memoriam Peter Scholl-Latour).

Der Machtkampf um den CDU-Vorsitz ist entbrannt. Auffällig ist, in welch hohem Masse der Bewerber Friedrich Merz von den Medien bevorzugt wird. Es ist geradezu ein Hype um den Finanzlobbyisten und Heuschrecken-Förderer ausgebrochen. Nüchtern betrachtet muss man fragen, was hat Herr Merz eigentlich in den letzten 18 Jahren für die CDU, die Demokratie oder für Deutschland geleistet? Man wird für eine Antwort lange suchen müssen. Vergleicht man dagegen Frau Kramp-Karrenbauer (AKK), hat sie immerhin diverse Wahlen demokratisch für sich entscheiden können. Darunter zwei Landtagswahlen. Und sie hat Kabinette als Koalitionen erfolgreich geführt. In dieser Zeit hat Herr Merz erfolgreich sein Konto gepflegt und Vermögenswerte angehäuft - nur für sich!

Während also AKK für die Allgemeinheit ihren Dienst versah, hat Herr Merz für sich Geld gescheffelt. Warum bekommt Herr Merz den Roten Teppich und schon jetzt den Lorbeerkranz geflochten - und das von unseren unabhängigen Medien?

Deutlich bringt das für die Öffentlich-Rechtlichen Sender die kritische Webseite "Ständige Publikumskonferenz" zum Ausdruck. Lesen Sie: "ARD-aktuell macht dem Merz die Räuberleiter" - Für den Bewerber um den CDU-Vorsitz wird der Rote Teppich ausgerollt / ARD-aktuell missachtet ihre gesetzlichen Programmrichtlinien

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Endlich - merkellose Welt

"Wir werden uns noch nach ihr sehnen", titelte die TAZ am 30. Oktober 2018. Gefühlsmäßig hatte der Leitartikler sicher recht. Eine Welt ohne Frau Merkel ist kaum vorstellbar. Wenn man die internationale Presse verfolgt, scheint es fast allen so zu gehen. Der Elogen sind inzwischen genug gesungen. Wenn man es nüchterner betrachten will, sollte man Bilanz ziehen. Von den gibt es unterschiedliche. Eine der Bilanzen, die nicht so vorteilhaft für Frau Merkel ausfallen, aber nicht von der Hand zu weisen sind, kann man im "Der Freitag" bei Jakob Augstein nachlesen.

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