Himmlische Visionen

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In einem glücklichen Moment ist es einem Fotografen gelungen, einen Braunschweiger Bürger K. zu fotografieren, nachdem dieser eine der für Braunschweig typischen Visionen hatte. Wie der Blick des Bürgers nach oben schon andeutet, handelt es sich um eine himmlische Vision. Wie der dickliche Bürger mitteilte, habe er zufällig seinen Blick in die Höhe gerichtet, als zwischen zwei Wolken das Bildnis eines würdigen Mannes auftauchte, der zwar etwas unrasiert aussah aber dennoch sehr gütig. Mit wohlwollender Stimme sagte er zu K, wobei eine Art Heiligenschein seine hohe Stirn umglitzerte: Na, du kleiner Bürgerwurm, jetzt hast Du einen Wunsch frei, stammele ihn nur hervor in Deinem miserablen Deutsch. Und schon stammelte K. los, denn er war regelmäßiger Leser der Braunschweiger Zeitung: "Ich wünsche mir mehr Einfluß auf unsere Politiker hier." - "Schluß jetzt mit dem Gefasel, siehst Du nicht, dass ich Chefredakteur der Braunschweiger Zeitung bin und es da gerade andersherum ist, denk' doch mal über unsere Hoffmann- oder ECE-Berichterstattung nach..." Und im selben Moment war die Erscheinung wieder weg und der anfangs erwähnte Fotograf hat genau den Augenblick festgehalten, als K. noch schreckensstarr nach oben schaute. Gut reagiert! Sonst wären die Plakate mit K. nicht zustande gekommen.

Botschafter und Botschaft

Auf der zweiten Seite im Stadtteil der Braunschweiger Zeitung lächelt uns heute (12.11.07) der Herr OB im Kreis von acht (!) leibhaftigen Botschaftern entgegen. Er will nicht etwa Steinmeier Konkurrenz machen, nein, er tut nur das, was er sich für seine zweite Amtszeit vorgenommen hat: Er repräsentiert. Im Schloss.

Was die Herren eigentlich in Braunschweig wollen, wird nicht ganz klar. Die Commerzbank hat irgendetwas Internationales für Braunschweig organisiert, um den Duft der großen weiten Welt auch an die Oker zu bringen. „Eingebunden“ in diese Repräsentationsveranstaltung, so erfahren wir beiläufig, ist eine Wirtschaftskonferenz in Hannover. Ob das nicht umgekehrt war?

Egal, wir haben die Botschaft verstanden: Braunschweig ist groß, und Hoffmann ist sein Repräsentant. Und seine Doris hat er auch wieder im Schlepptau. Vielleicht sollte das die eigentliche Botschaft sein?

Nachlese zum 9. November

Da war er nun wieder, unser Vielfach-Gedenktag, der einen Längsschnitt durch die verquere deutsche Geschichte ermöglicht! Das fängt an mit Robert Blum, dem linken Abgeordneten der Frankfurter Paulskirche, der am 9. 11. 1849 von der siegreichen Reaktion in Wien standrechtlich erschossen wird (trotz Immunität). Mit ihm starb die Hoffnung auf eine freiheitliche deutsche Republik. An diesen tapferen Mann erinnerten Hans-W. Fechtel und Bernhard Selker mit ihren Arbeiter- und Freiheitsliedern.

Es folgt die bekannte Trias von Gedenkanlässen: 1918 wird an diesem Tag die Republik ausgerufen; 1923 versucht Hitler diese Republik zu stürzen und 1938 brennen die Synagogen. Für die Juden potenziert sich das Unheil.

Und schließlich geschieht es am selben Tag anno 1989, dass der SED-Funktionär Schabowski sich verplappert, was der Anfang vom Ende der DDR wird.

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Die Braunschweiger Volksdemokratie

Seitdem die BZ zur Bürgerzeitung mutiert ist, ist ihr Volkes Meinung wichtig. Artikulieren soll es sich. Mitreden soll es können. Und so läßt die BZ Fragen an ihr Volk stellen, auf dass die da oben endlich mal hören, was wirklich die Stimmung im Volk ist.

Von welch Überdruck lang angestauter Meinung befreit muss sich ein einfacher Bürger vorkommen, wenn er sich endlich äußern kann zu brisanten Fragen wie: "Wissen Sie, welches der Name unseres Oberbürgermeisters Gert Hoffmann ist?"

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Sieg auf der ganzen Linie: Das Schloss hat alle überzeugt

Die Entpolitisierung, die die BZ mit ihren "Pulsmesser"-Fragen betreibt, ist offensichtlich. Das Volk soll sich zu Gastronomie, Parkplätzen und Schönheit äußern, aber bitte nicht zu politisch brisanten Themen.

Die BZ würde sich aber selbst untreu, wenn sie nicht versuchte, auch aus Antworten auf unpolitische Fragen politisches Kapital für ihren Oberbürgermeister zu ziehen.

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Letzte Runde der Propagandaschlacht?

Leserbrief zur Berichterstattung über die "Pulsmesser"-Umfrage der BZ zum Braunschweiger "Schloss " - BZ-Ausgabe vom 08.11.2007

Die Propaganda-Schlacht ums ECE-Kaufschloss geht anscheinend in die letzte Runde: Höhepunkt der täglichen Jubelarien nach dem Motto "Wir sind wieder wer" ist nun die bahnbrechende Erkenntnis, wie gut den Menschen das neue "Schloss" gefällt. Wobei ausdrücklich nur nach der historisierenden Fassade, nicht aber nach dem Einkaufszentrum selber gefragt wurde. Warum wohl? Die vielen Kritikerinnen und Kritiker des peinlichen Megabaus sollen offensichtlich nun entweder eingemeindet oder an den Rand gedrängt und mundtot gemacht werden. Dagegen möchten wir uns stellvertretend für viele Schlosspark-Freundinnen und Freunde energisch verwahren! Mit einer derart simplen Strategie lässt sich die Kontroverse über dieses unsinnige Prestigeprojekt - das bekanntlich mit knapper Not gegen viele Widerstände durchgeboxt wurde - nicht in "Friede, Freude, Eierkuchen" auflösen. Die Wunde der Schlosspark-Zerstörung und der damit einhergehenden Bürgerfeindlichkeit (inklusive Investorenhörigkeit und Honoratiorenherrschaft) verheilt nur langsam und schließt sich nicht auf Kommando der BZ oder des Oberbürgermeisters."
Mit freundlichen Grüßen
Braunschweig: Barbara Schulze Michael Kaps Sigrid Probst

Onkel Kurt

Onkel Kurt war in der SA. Als am 9.Oktober 1938 die Baune Horde über jüdische Mitbürger, ihre Geschäfte und Wohnungen herfiel, gab es einige Angehörige dieser Horde, die nicht mitmachten. Onkel Kurt: " Da habe ich nicht mitgmacht."

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Stadtrat und Oberbürgermeister in Braunschweig fehlt es an demokratischer Kultur

Besuchen Sie einmal die öffentlichen Ratssitzungen - das nächste Mal am 18. Dezember.Stadtratssitzungen in Braunschweig sind gekennzeichnet von einem Klima, das weder der Bedeutung dieses Parlaments als demokratischem Organ gerecht wird, noch die Partizipation von Bürgerinnen und Bürgern am kommunalpolitischen Geschehen respektiert. Negatives Vorbild ist der Braunschweiger Oberbürgermeister selbst.

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Informationsverstaltung: Anschlusszwang für Fernwärme

Die Bürgerinitiative für den Erhalt des öffentlichen Eigentums lädt ein zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung am:

Dienstag, den 13.11.2007 um 20.00 Uhr im Stadtparkrestaurant, Jasperallee:
Fernwärme durch Zwang?

mit Herrn Marcus Diekmann von bs-energy.

Ein kritischer Kommentar der BöE zum Anschlusszwang von Carlo Engel war hier zuvor schon zu lesen.

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Würde und Menschenrechte?


- Wie fühlt man sich, wenn man gezwungen wird, eine „Vereinbarung zur Teilnahme an einer Arbeitsgelegenheit“ zu unterschreiben?
- Was empfindet wohl jemand, der für 1,- € je Stunde 120 Stunden im Monat arbeiten muss?
- Welche Ohnmacht ergreift jene, die kein Recht mehr auf eine Personalvertretung haben?
- Wie erniedrigend ist es, per Unterschrift „freiwillig“ auf Krankheits- und Urlaubsgeld zu verzichten?
- Wie würden Sie empfinden, wenn Sie solch einen Vertrag unterschreiben sollten …?
Vereinbarung zur Teilnahme an einer Arbeitsgelegenheit

Deutschland ist zwar ein "reiches Land", aber
Jeder zweite Deutsche hat keine Ersparnisse und Viele Haushalte sind überschuldet, meist im Zusammenhang mit Arbeitslosigkeit.

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