Es tut sich etwas in Braunschweig

Demokratie heißt: sich zu Wort melden und mitzureden.
Demokratie heißt: Einsicht und Rechenschaft zu verlangen.
Demokratie ist unbequem, denn es heißt für die Mächtigen Macht zu teilen mit denen, denen sie ihre Macht verdanken.

Es tut sich etwas in Braunschweig, ein kleines Erdbeben, das vielleicht ein größeres ankündigt. Im größten, im populärsten Verein der Stadt und der Region melden sich Mitglieder zu Wort, wollen mitreden, verlangen Einsicht und Rechenschaft.

Und was macht der Verein? Bringt das Forum, den Markplatz der Meinungen, auf dem sie sich zu Wort melden, zum Schweigen.

Und was meldet, was schreibt die Braunschweiger Zeitung?
Freitag: Nichts ....
Samstag: Nichts ....

http://eintracht-demo.forumieren.com/

Am 4.09.2007 ist eine Demonstration geplant, die um 17.00 vom Löwenwall losziehen will bis zum Eintrachtstadion. Näheres hier.

Demokratie heißt: man kann einfach so mitmachen.

Luftfahrtforschung: Hamburg auf der Überholspur

Als Grund für den beabsichtigten Ausbau der Start-/Landebahn des Flughafens Braunschweig-Wolfsburg wurde vom DLR die Erprobung von Luftfahrzeugen des Typs Airbus und der damit zusammenhängenden Phänomene genannt.

In der Zwischenzeit sind jedoch am größten Standort der Airbus Deutschland GmbH im Technologiezentrum Hamburg-Finkenwerder - von den BraunschweigerInnen weitgehend unbemerkt - neben dem dort bereits bestehenden Institut für Flugzeug-Systemtechnik in diesem Jahr gleich drei weitere Luftfahrtinstitute gegründet worden, und zwar Institute für Flugzeug-Kabinensysteme, für Flugzeug-Produktionstechnik und für das Lufttransportsystem. Der Leiter des zuletzt genannten Instituts hat dazu gleich noch die Leitung der in Hamburg ansässigen DLR-Forschungsgruppe „Lufttransportkonzepte und Technologiebewertung" übernommen. Vizepräsident der dortigen Forschung ist der aus Braunschweig nach Hamburg abgewanderte Prof. Dr. Hermann Rohling. Diese Konzentration von Luftfahrt-Aktivitäten in Hamburg begründet die Technische Universität Hamburg-Harburg: „Die norddeutsche Metropolregion ist, neben Seattle und Toulouse, eines der weltweit führenden Zentren der zivilen Luftfahrttechnik.“ Von Braunschweig ist keine Rede. Das DLR Forschungszentrum Braunschweig erhält dafür als Ausgleich in den nächsten 15 Jahren die stattliche Summe von 30 Mio. Euro für den Aufbau eines Kompetenz-Zentrums für numerische flugphysikalische Simulation mit Hilfe von Rechnern. Die Mittel stammen zu gleichen Teilen von Airbus, der niedersächsischen Landesregierung und dem DLR.

Damit scheinen die Weichen für die Zukunft gestellt zu sein: Erforschung der Flugzeug-Systemtechnik, der Flugzeug-Kabinensysteme, der Flugzeug-Produktionstechnik und des Lufttransportsystems sowie deren Erprobung von der Start-/Landebahn bei Airbus in Hamburg einerseits und numerische Simulation flugphysikalischer Phänomene mit Hilfe von Rechnern in Braunschweig andererseits. Braucht Braunschweig damit nur noch eine simulierte Verlängerung der hiesigen Start-/Landebahn? Auf die Frage im Rat der Stadt Braunschweig, ob man diese Weichenstellung erkannt habe, antwortete der Erste Stadtrat Lehmann (FDP) eher lustlos: „Damit gehen in Braunschweig keine Arbeitsplätze verloren“. Recht hat er, denn Fraktionsvorsitzender Sehrt (CDU) hatte bereits vorher im Rat berichtet, dass allein beim DLR in den letzten Jahren 30% neue Arbeitsplätze entstanden seien. Wozu also das Gerede der Politik von angeblich 2.000 neuen Arbeitsplätzen, die mit einer Start-/Landebahnverlängerung in Braunschweig geschaffen würden, wenn das DLR selbst wieder auf den Boden der Tatsachen zurückkehrt: „Auch eine DO-728 wäre bestens geeignet gewesen“ heißt es nun. Dieses Kurzstart-Flugzeug wird zwar nicht mehr gebaut, aber es gibt vergleichbare Typen anderer Hersteller. Derartige Flugzeuge kommen mit der vorhandenen Länge der hiesigen Start-/Landebahn zurecht. Und zum offenbar voreilig zwar als Schnäppchen gekauften, aber überdimensioniert erscheinenden Airbus A320 des DLR meint man, es sei bei der jetzigen Forschungs- und Marklage nicht möglich, das Flugzeug wieder zu verkaufen. Na gut, aber dann vielleicht in absehbarer Zukunft, wenn auch das Thema der Start-/Landebahn- Verlängerung endgültig vom Tisch sein wird.

Ralf Beyer

"Hoffmanns Verfehlungen" - Bericht, Kommentar, Erinnerung der TAZ

Eine Braunschweiger Bürgerin fragte in der Ratssitzung am letzten Dienstag sinngemäß, wie es dazu kommen könne, dass die Stadt Braunschweig die Patenschaft für ein Kriegsschiff übernommen hat, das mit Marschflugkörpern bewaffnet ist, die in erster LInie für Einsätze von See auf Land geeignet sind: Angriffswaffen also, obwohl doch die bundesrepublikanische Verfassung Angriffskriege ausdrücklich verbietet.

Auch die TAZ berichtet nun darüber. Man spricht über Braunschweig. Die Stadt ist keine graue Maus mehr, und es ist wieder einmal Oberbürgermeister Dr. Gert Hoffmann, der in erster Linie sich selbst mit einem fulminanten, akrobatischen Auftritt in die - ach so beliebten - Schlagzeilen der überregionalen Presse bringt: "mit einem Hechtsprung" steuere er jeden Fettnapf an, kommentiert die TAZ und diagnostiziert eine "bürgermeister-hybris" in Braunschweig.

Erinnerungen an den Fall Hoffmann/El Kurdi werden wach.

Glückliche Stadt Peine - die Du hast zwei Zeitungen

Die Baugenehmigung 61.3/1778/2004/06 der Stadt Braunschweig für das Einkaufszentrum über dem ehemaligen Schlosspark wurde erteilt, ohne dass die Bauherrin, ECE/Panta, eine wasserrechtliche Erlaubnis vorlegen konnte, wie sie für das „Aufstauen, Absenken und Umleiten von Grundwasser“ erforderlich ist. Das tiefreichende Kellergeschoss des Kaufhauskomplexes machte das Aufstauen und Absenken des Grundwasser für die Bauzeit notwendig und das Umleiten so lange, wie die Kellerwände den natürlichen Grundwasserstrom unterbrechen, also auf unabsehbar lange Zeit.

Weiterlesen: Glückliche Stadt Peine - die Du hast zwei Zeitungen

Bericht aus Bumsdorf - Subjektives Sicherheitsgefühl durch objektive Berichterstattung

Gerne würde ich einmal eine politische Glosse schreiben. Zum Beispiel über das G8-Gipfeltreffen. Aber ich war ja nicht dabei, man hat mich schließlich nicht eingeladen, im Hotel Kempinski mit Angie und den anderen Jungs zu tagen und nächtigen. Und zum Zelten hatte ich keine Lust. Also bin ich nicht hingefahren.

Dafür waren andere da, hatten ihren Spaß und lieferten lustige Fernsehbilder. Zum Beispiel bei der Demo am 2. Juni. Im Laufe der folgenden Tage stellte sich zwar heraus, dass die Zahl der verletzten Beamten maßlos übertrieben war und außerdem ein Haufen randalierender Polizeispitzel versucht hatte, Demonstranten zu Gewalttaten aufzustacheln, aber schlimm soll es gewesen sein.

Schlimm, schlimm...

Aber ich war ja, wie gesagt, gar nicht dabei, ich kann das ja nicht beurteilen.

Also schreibe ich doch wieder über die Dinge, die ich kenne. Zum Beispiel über das Fahren mit Bus und Bahn. Da gibt es ja schon seit einiger Zeit diese Kameras, mit denen man die ganze Zeit angegafft wird. Um das "subjektive Sicherheitsgefühl" zu stärken, wie es so schön heißt. Als Ausgleich dazu darf man sich selbst aber auch etwas angucken, denn Fernseher gibt es da jetzt auch. Es werden aber keine tollen Spielfilme gezeigt ("Speed" würde mir z.B. sehr gut gefallen), sondern immer nur Werbung und Nachrichten. Die Hauptnachricht in den letzten Wochen war die, dass es eine "Neue Dimension der Gewalt" gäbe, da "die Autonomen", die bekanntlich "straff organisiert" seien, nun bei ihren Anschlägen "auch Todesopfer in Kauf" nähmen.

Vielleicht ist das ja auch so eine Maßnahme, um den Öffentlichen Personennahverkehr endgültig zu ruinieren, denn "das subjektive Sicherheitsgefühl" wird so sicherlich nicht gestärkt. Und waren heute nicht auch schon viel weniger Leute im Bus? Oder haben etwa schon die Semesterferien begonnen?

Volkswagen

2008
- Prof. Dr. Dr. Winterkorn und Bernd Osterloh verabschieden das Programm FRUST (FRemdfirmenUnterSTützung). Damit soll erwirkt werden, daß anfallende Aufgaben, die dadurch entstehen, daß in den Jahren 2006 und 2007 zu viele kompetente Mitarbeiter das Unternehmen zugunsten besserer Konditionen in anderen Betrieben und einer hohen Abfindung von Volkswagen verließen, nicht mehr von Volkswagen-Mitarbeitern ausgeführt werden, sondern ausschließlich durch „billigere“ Fremdfirmenmitarbeiter. Darüber hinaus werden keine Hochschulabsolventen aus Deutschland mehr eingestellt, weil die „mit dem ständigen Ziel ‚Hartz IV’ vor Augen keine Leistung mehr zu bringen bereit“ (Osterloh) seien.

2009
- Bei einer spontanen FRUST-Kundgebung vor dem alten Kraftwerk solidarisieren sich die Mitarbeiter von Volke, IAV, Sitec, VW-Bordnetze, AutoVision und Auto5000 GmbH. Ein Mitarbeiterrat (FRUSTrat) entsteht, der Lohn- und Gehaltsangleichungen an Volkswagentarife fordert. Innerhalb kürzester Zeit wird dieser Rat von der Werkssicherheit zerschlagen und von Volkswagen verboten. Winterkorn spricht von der „FRUSTration“, die man erteilt habe, kündigt die Verträge mit den betroffenen Firmen und läßt diese Aktion als „FRUSTrationalisierung“ in die Geschichte eingehen.

Weiterlesen: Volkswagen

Termine von Friedenszentrum und BUND

Bettina Büsing,
Ist Erziehung zum Frieden möglich?
am Montag, 18. Juni 2007
19.00 Uhr
VHS Alte Waage 15, Speiche
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Der Geobotaniker
Dr. W. Rieger und der BUND
laden am 30. Juni um 14:00 Uhr ein zu einer Exkursion über die
letzte zusammenhängende Heidelandschaft im Norden Braunschweigs.
Neben seltenen Sandmagerrasenrelikten auf nährstoffarmem Sandboden, ist der das Gebiet umsäumende Eichen-Krattwaldgürtel außerordentlich sehenswürdig. Dazu bildet der schöne Wiesen-Wachtelweizen üppige gelbe Blühaspekte. Treffpunkt ist das Schützenhaus Kralenriede, Friedtjof-Nansen-Str. 29a. Anmeldung und Informationen:
BUND Tel: 15599, email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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Exkursion für die ganze Familie:
Der BUND lädt Sie herzlich ein
an unserer
Schmetterlingssafaris für Schmetterlingszähler
und die, die es werden wollen, teilzunehmen. Das Angebot richtet sich besonders an Familien.

- Sonntag, den 24. Juni 2007, 13.30 Uhr, Waller Weg, Wendehammer Industriegebiet

- Sonntag, den 8. Juli 2007, 13.30 Uhr, Riddagshäuser Weg, Parkplatz Nähe Windmühle

Neuer Wein in alten Flaschen

Nachdem schon die alte Abfüllung Braunschweig in einen kollektiven Sinnesrausch versetzt hat, finden wir nun eine Abfüllung, die noch stärkere Wirkkraft verspricht. Abfüller, Abfüllung und Abgefüllte harmonieren so vorzüglich, dass sie den Sinnesrausch leicht in einen Zustand permanenter Besinnungslosigkeit (delirium tremendum) steigern können.

Die neue Abfüllung:

alt

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Friedensstadt Braunschweig?

- Zur Diskussion über kommunale Friedensarbeit am 7.6.2007 im Georg-Eckert-Institut -

Manchmal könnte einen der blanke Neid packen. Ute Lampe, der Initiatorin dieser Veranstaltung, muss es auch so gegangen sein, als sie auf einer Tagung Frau Margit Poggemeier kennen lernte, die Leiterin des Büros für Friedenskultur in Osnabrück, Sie lud diese ins Georg-Eckert-Institut ein, um dort vor Vertretern des Rats und interessiertem Publikum zu referieren und mit ihnen zu diskutieren.

Da erfuhr man, dass in der Stadt des Westfälischen Friedens die Friedensarbeit eine der Säulen der Kommunalpolitik ist. Dass es neben dem erwähnten Büro noch ein Friedenszentrum (kommunal) sowie den Erich-Maria-Remarque-Preis und das Nussbaum-Museum gibt. Regelmäßig finden Vorträge und Konferenzen statt, selbst die UNESCO ist zu Gast, und die Friedensarbeit stellt einen kulturellen und wirtschaftlichen Standortfaktor dar, wie Frau Poggemeier nicht ohne Stolz berichtete.

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Neulich beim Genderfußball...

Fussballmauer

De Handetasche muss lebändich sain! Wenn eine Frau eine Handetasche hat mit Geld drin, die muss einfach lebändich sain!
(Bruce Darnell bei Germany's next Topmodel, Guggst Du hier)

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