Volkes Stimme

97 % der Anrufer bei der Braunschweiger Zeitung haben sich dagegen ausgesprochen, deutsche Soldaten in einen Kampfeinsatz in Afghanistan zu schicken (1.2.2008). Mögen die Zahlen zustande gekommen sein, wie sie wollen – sie lassen keinen Zweifel an der Tatsache, dass der jetzt von den USA nachdrücklich geforderte Kampfeinsatz deutscher Soldaten von einer übergroßen Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt wird.

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Braunschweiger Zeitung: Bürgerzeitung oder Bürgermeisterzeitung?

über 87 Prozent der Leipziger Wähler sorgen per Bürgerentscheid dafür, dass dort in den nächsten drei Jahren jegliche Privatisierungen unterbleiben. Das ist für die meisten Medien ein wichtiges Ereignis, über das sie selbstverständlich berichten. Auch die überregionalen, so etwa die Frankfurter Rundschau oder die Süddeutsche Zeitung, auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung analysiert die Angelegenheit in einem Artikel von über 100 Zeilen (am 29. Januar 2008).

Und die Braunschweiger Zeitung?

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Ein Glaubwürdigkeitsproblem: Interview mit Gerhard Glogowski

(Zum Interview von Gerhard Glogowski, BZ 29.01.2008, worin er der SPD vorwarf, sie leide unter einem Mangel an Figuren, die mobilisieren und Volksnähe ausstrahlen.)

Zu Figuren haben die Bürger kein Vertrauen mehr, da geht es doch um Inhalte, die eine Politik für die Bürger darstellen sollte. Darsteller haben die MitbürgerInnen satt. Wir haben hier gerade die Abstimmung der SPD für das Spaßbad erlebt, da ist ihnen die Basis abhanden gekommen, das kann auch der beste Vertreter, Vertreterin nicht gutmachen.

Es wurde privatisiert und es wurden ausschließlich Großprojekte durchgeboxt. Nun wartet man auf eine Zeit nach Hoffmann. Nur zur Erinnerung, die vielen Bürgerinitiativen sind doch entstanden, weil die Parteien CDU, SPD und FDP sich den Bürgerthemen nicht mehr zuwenden. Auch eine Landtagswahl schlägt auf die Kommune zurück.

Hans Stimmann in 'Die Welt': "Braunschweiger Desaster"

Schon in den vergangenen Jahren konnte man in Braunschweig dem Hohn und Spott, den man europaweit für die Absurdität des Einkaufsschlosses erntete, dadurch entgehen, dass man die überregionalen Tages- und Wochenzeitungen ignorierte. Lediglich eine kleine, aber dafür von großem Lokalkolorit beseelte Tageszeitung hielt die Braunschweiger Fahne hoch und versuchte, ihren Lesern glaubhaft zu machen, dass da eine große kulturelle Leistung in ihrer Stadt entstanden sei. Da diese "Bürgerzeitung" aufgrund ihres regionalen Pressemonopols meinungsprägend wirkte und überregionale Zeitungen geflissentlich ignoriert wurden, soll an dieser Stelle ein kleiner Hinweis auf einen neuerlichen Artikel zum Thema in der Zeitung 'Die Welt' vom 30. Januar 2008 erfolgen.

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Du, glückliches Leipzig, freue Dich!

Im Schatten der Landtagswahlen geht fast unter, dass man auch Leipzig gewählt hat. Und zwar richtig und eindeutig: Die Bürger erteilten ihrem Oberbürgermeister, der 49 % der Stadtwerke verkaufen wollte, per Bürgerentscheid eine Absage. 25 % der Wahlberechtigten waren dafür erforderlich, und das Erstaunliche geschah: Die Hürde wurde genommen, mehr als die für das Quorum erforderliche Anzahl an Stimmen kam zustande.

Das zeigt, dass in der Bevölkerung das Bewusstsein für die Gefahren, die durch die Privatisierung entstehen, wächst. Und dass die Leute auch konsequent genug sind, um zur Wahl zu gehen. Angesichts der niedersächsischen Wahlabstinenz bewundernswert. Offenbar haben die Leute begriffen, dass sie mit ihrer Stimme etwas bewirken können.

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"Das wird keine Fassade für ein Einkaufscenter, das wird ein richtiges Schloss" (4. Folge)

Wertung der Architekten-Artikel - Kommentar

Ralph-Herbert Meyer informierte sich im Frühjahr 2004 nach eigenen Angaben persönlich bei den beiden Namensgebern des Architekturbüros, das mit der "Rekonstruktion des Schlosses" beauftragt war, und ließ sich von ihnen die "Schloss"-Pläne zeigen und erläutern. Wurden ihm die Pläne, die dann auch zur Ausführung kamen, tatsächlich gezeigt, kann es für Meyer keinen Zweifel gegeben haben, dass die Befürchtungen der Kritiker sich vollständig bewahrheiten würden; und entsprechend hätte die unmißverständliche Botschaft seiner zwei Artikel, die aus den Gesprächen mit den Architekten folgte, sein müssen: „Das wird kein ganzes Schloss, sondern doch nur eine Schlossfassade vor einem X-beliebigem Stahlskelettbau.“

 

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Tatsächlich eröffnete Meyer seinen ersten Architekten-Artikel jedoch mit genau der gegenteiligen Botschaft: „Das wird keine Fassade für ein Einkaufszentrum, das wird ein richtiges Schloss.“ Ein unbefangener Leser wird diese Aussage als redaktionelle Tatsachenbehauptung auffassen. Dass im zweiten Satz des Artikels en passant erwähnt wird, es handele sich bei dieser Aussage um eine Behauptung von Dipl.-Ing. Opfermann, wird bei den wenigsten Lesern dazu führen, die Botschaft dieser Aussage in Frage zu stellen, nachdem sie ihm erst einmal (im Indikativ) als bare Münze einer geplanten Realität präsentiert wurde.

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Eklatante Rechenschwäche bei Ratsherr Carsten Müller (CDU)

Carsten Müller (CDU) ist neben seinem Bundestagsmandat auch finanzpolitischer Sprecher der CDU-Ratsfraktion. Eine Kostprobe seiner kaufmännischen Fähigkeiten offenbarte Herr Müller in der Haushaltslesung der letzten Ratssitzung. Dort behauptete er nun, laut kaufmännischer Buchführung hätte sich herausgestellt,

daß das städtische Vermögen im Moment mit rund 1,6 Millarden € zu bilanzieren ist, darüber hat es auch eine städtische Mitteilung gegeben (Rats-Tonbandprotokoll vom 18.12.2007)

Das behauptet nun nicht mal mehr Herr Hoffmann, der sonst mit Wunderfinanzmeldungen noch vor einem Jahr nicht geizte.

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Eiertanz ums Magni-Hochwasser (Braunschweiger Zeitung vom 19.01.2008)

Manchmal kommen sie der Wahrheit sehr nahe, die Herren Jonscher von der Braunschweiger Zeitung und Romey vom Fachbereich Stadtplanung. Da führen ihre Vermutungen in die Nähe eines Kausalzusammenhangs zwischen Magni-Hochwasser und ECE. Aber sofort beginnen sie dann wieder zu eiern und zu mutmaßen und zu rätseln, und der Leser, der nicht klüger geworden ist, fragt sich, ob die Naturgesetze in Braunschweigs „Mitte“ nicht mehr gelten. Ihm sei gesagt: Was hier gilt, ist das Gesetz, das nach einem bekannten Lyriker benannt ist, und es besagt,

dass nicht sein kann, was nicht sein darf.

Mein Vorschlag: Das Kulturamt soll einen Christian-Morgenstern-Preis ausloben und ihn den beiden Herren verleihen.

Kulissenschau

In ihrer Kampagne zur Landtagswahl 2008 meint die SPD zur Nds. Landesregierung: „Sie baut darauf, dass niemand hinter die Kulissen schaut, weil Bürgerinnen und Bürger das auch nicht können."

Amüsierte Leser wissen nun endlich, wie es um ihre Wertschätzung durch die SPD bestellt ist. Allerdings scheinen die lieben Genossinnen und Genossen zu verkennen, dass es gerade engagierte Bürgerinnen und Bürger sind, die hinter die Kulissen schauen und zum Staunen der PolitikerInnen für sie weitgehend Unbequemes ans Tageslicht fördern.

„Wir werden das in den nächsten Monaten tun: sachlich, fachlich exakt, mit scharfem Blick, objektiv und der Wahrheit verpflichtet“ tönt die SPD weiter.

Und was entdeckt der Kulissenschauer? Beispiele:

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