Ostermarsch: Es brennt an allen Enden, und kaum jemanden interessiert`s

Selbst in Großstädten kommen nur einige Hundert Menschen, wenn überhaupt, zu den Kundgebungen der Ostermärsche. In Braunschweig heute waren es nur die ohnehin aktiven ProtestiererInnen. Es sind auch immer dieselben Menschen, die sich jährlich zu einem kläglichen Rest Ostermarschierer versammeln, und oft auch seltsame Behauptungen am offenen Mikrofon zu sagen wagen. Junge Leute sind nicht dabei, seit Jahren nicht. Die Welt brennt und niemand regt sich auf.

Es gibt wahrlich genug Anlässe, dass nicht nur die üblichen Verdächtigen aus der linken Szene demonstrieren, sondern alle, die mit der Politik des Säbelrasselns und Waffenexporte nicht einverstanden sind. Im Zentrum der Kritik der wenigen DemonstrantInnen stehen deutsche Waffenlieferungen an die Türkei und deren Offensive gegen die Kurden in Nordsyrien. Allein das wäre Grund genug auf die Straße zu gehen. Das Land, das derzeit nach 52 Jahren Krieg den Frieden versucht und intern abrüstet, wie Kolumbien, ist nicht der Rede wert. Warum das Engagement so gering ist, versucht Patricia Hecht in einem Interview mit dem Bewegungsforscher Simon Teune zu ergründen.

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