"Münchner Sicherheitskonferenz" hat nichts mit Frieden zu tun. Im Gegenteil.

Es sind zwei Jahre her als der damalige Bundespräsident Joachim Gauck auf der Münchner Sicherheitskonferenz zu Gast war. Er hielt eine beeindruckende Rede. Der Aufforderung des Präsidenten ist sicher zu folgen, die Augen nicht zu schließen, vor Bedrohung nicht zu fliehen, sondern standzuhalten, universelle Werte nicht zu vergessen oder gar zu verraten, sondern "gemeinsam mit Freunden und Partnern zu ihnen zu stehen, sie glaubwürdig vorzuleben und sie zu verteidigen".

Aber muss ein solches Engagement nicht auch - und gerade - beharrlich im Dialog mit jenen gesucht werden, die offiziell nicht zu unseren Freunden zählen? Ein wesentlicher Teil der beschworenen Werte würde sich doch darin bewähren, dass das Denken in Kategorien von Freund und Feind aufgebrochen wird und vor allem diejenigen in den Mittelpunkt gerückt werden, deren Stimme kaum Gehör findet, die wirtschaftlich Benachteiligten und an Leib und Leben bedrohten, egal welcher Nationalität.

Bundespräsident Gauck aber verbindet in seiner Münchner Rede den Frieden in Deutschland unittelbar mit Wohlstand und freiem (nicht fairem) Handel: Zitat: "Aus all dem leitet sich Deutschlands wichtigstes außenpolitisches Interesse im 21. Jahrhundert ab: Dieses Ordnungsgefüge, dieses System zu erhalten und zukunftsfähig zu machen."

Aber für wen hat dieses System, das wir verteidigen sollen, denn tatsächlich Wohlstand und Frieden geschaffen? Zu viel Elend in der Welt, zu viele Verlierer, auch bei uns, verbieten es, Gaucks Schlussfolgerungen zu folgen.

So weit, so nicht gut! Man fragt sich, wo blieb der Aufschrei der evangelischen und katholischen Kirchen, ob dieser Worte des Herrn Gauck? Es gab Ausnahmen, und das sind die freien Kirchen. Wird etwa nicht erkannt, dass die Worte des Herrn Gauck eine Aufforderung zum Krieg beinhalten können?

Lesen Sie hier von Jürgen Grässlin, dem Vorsitzender der Deutschen Friedensgesellschaft über die Münchner Sicherheitskonferenz 2018 "Kein Frieden in Sicht".

Die Ev. Akademie Abt Jerusalem der Landeskirche Braunschweig hat sich entschieden, das Thema Krieg und Frieden unter Federführung des Mitglieds des Konvents, Dr. Uwe Meier, verstärkt  in die Öffentlichkeit zu tragen. Jährlich sind mehrere Veranstaltungen zu dem Thema geplant. Interessierte können gerne mitwirken.

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