Ein Jahr Schloss-Arkaden

Die Schloss-Arkaden feierten den ersten Geburtstag, da sei es erlaubt, einen anderen Blick auf die Jubelfeier zu werfen. Es gibt schon nach so kurzer Zeit einen neuen Center-Manager. Herr Alexander Otto gratuliert persönlich. Er schwafelt vom zurückgekehrten Stadtschloss und von der gelungenen Rekonstruktion. Hier kann man nur jedem Interessierten den Weg in die Stadtbibliothek Obergeschoss oder gar ins Stadtarchiv empfehlen. Dieser seitliche Rückblick auf das sogenannte Schloss nimmt manchem seine Illusion. Wenn man durch die Fassade im Kaufhaus landet und gut beobachtet, gibt es ein Durchlaufpublikum, sehr junge Leute auch aus dem Umland, Ältere um sich aufzuwärmen, viele mit fast food in den Händen oder auch im Stehen Essende.

Nicht alle shoppen. Wo ist nun die - elegance - die uns vorgegaukelt wird? Kaufen sie weiterhin in Berlin, Düsseldorf, München? Mancher und manche von Ihnen möchten nicht im ECE-Kaufschloss gesehen werden. Das kann man sich gar nicht leisten. Fazit, viele Menschen fühlen sich aufgewertet, in einem Schloss einkaufen zu können. Gut erkannt, gute Strategie.

Welche Mehrheit interessiert sich für die Historie, das abgewirtschaftete Kaiserreich und die Fürstentümer? Das in Trümmern und Blut untergegangene 3. Reich? Diese dunklen Kapitel sind vergessen. In einigen Jahren wird keiner mehr wissen wollen, dass ein Biotop, ein Innenstadtpark für diesen Betonkoloss geopfert wurde. Ein Energiefressmonster ist an dieser Stelle entstanden. Als wirkliche Krönung soll noch in diesem Jahr die für immer im Goldglanz leuchtende „Quadriga“, die größte der Republik, mit der kämpferischen Brunonia oben drauf thronen, nach misslungenen Vorläufen. Ist Eulenspiegel wieder auferstanden?

Die UN Konferenz „Biodiversität“ –Biologische Vielfalt – Eine Natur - Eine Welt- Unsere Zukunft - in Niedersachsen, findet am Wochenende in Braunschweig statt. Diese Stadt ist denkbar ungeeignet für eine Selbstdarstellung solcher Art. Die nächste Katastrophe ist hoffentlich noch abzuwenden. Ca.60.000 Bäume für die Verlängerung der Startbahn sollen fallen, die der Forschungsflughafen in Wirklichkeit nicht braucht. Einige wichtige Herren aber wohl.