"Das wird keine Fassade für ein Einkaufscenter, das wird ein richtiges Schloss" (5. Folge)

3. Schloss als "kulturelle Hochstapelei"? - Ein Bericht der Braunschweiger Zeitung über die ECE-Kritiker vom 10. Mai 2004

Am 10.Mai.2004 -zeitlich also genau zwischen den beiden Architekten-Artikeln- berichtete Ralph-Herbert Meyer in der BZ unter der Überschrift Schloss als "kulturelle Hochstapelei"? über Kritiker des ECE-Projektes.

In diesem Artikel kommt auch Prof. Burkhardt zu Wort - als Architekt ein Mann vom Fach, der aber von der BZ nicht als solcher, sondern nur als Vertreter des Bürgerbegehrens für den Erhalt des Schlossparks vorgestellt wurde.

Wiedergegeben wird in der BZ der Vorwurf Prof. Burkhardts, dass die Teilrekonstruktion des Ottmer-Schlosses unter denkmalpflegerischen und architektonischen Gesichtspunkten in hohem Maße unprofessionell sei, wie auch seine Befürchtung, dass sich das "Schloss" als Stahlbetonbau mit vorgebauter Fassade entpuppen könnte.

Wieder also ein Artikel, in dem ein Architekt zu Wort kommt, der sich zum Rekonstruktionsgrad des "Schlosses" äußert. Bemerkenswert an diesem Artikel ist wiederum, wie und mit welcher methodischen Konsequenz Meyer den Architekten zitiert, der diesmal allerdings kein Befürworter, sondern ein Kritiker des "Schloss"-Projektes ist.

Die Aussagen Burkhardts macht Meyer grundsätzlich durch Gänsefüßchen oder Konjunktiv deutlich als Zitate kenntlich und hebt sie somit von den Tatsachenbehauptungen ab. Ein erstes Beispiel ist schon die überschrift des Artikels:

Schloss als "kulturelle Hochstapelei"?

Das Zitat war der BZ anscheinend so ungeheuerlich, dass Anführungszeichen nicht ausreichten, um es deutlich von der Welt der Fakten abzugrenzen; es musste auch noch mit einem Fragezeichen versehen werden, um ja nicht mit einer Tatsachenbehauptung verwechselt zu werden.

Zudem wird die Qualität der Aussagen Burkharts durch entsprechende Prädikate deutlich als private Meinung gewertet:

Unter denkmalpflegerischen und architektonischen Gesichtspunkten sei die Teilrekonstruktion in hohem Maße unprofessionell, attackiert Burkhardt das dafür von ECE beauftragte Architektenbüro Dr. Richi, Opfermann und Partner. ... Er befürchtet einen Stahlbetonbau mit vorgebauter Fassade.

Wie wir im letzten Teil zeigten, lassen dagegen die Prädikate, mit denen die Architekten-Zitate in den entsprechenden Artikeln verknüpft werden, diese als Gewissheit erscheinen:

"Das wird keine Fassade für ein Einkaufszentrum, dass wird ein richtiges Schloss." Diplom-Bauingenieur Kent Opfermann erklärt seine Aussage anhand der Pläne ...
Die Rekonstruktion wird bis in das kleinste Detail gehen. "Keine Kompromisse in der gesamten Außengestaltung", versichert Richi.

Wenn man bedenkt, dass Ralph-Herbert Meyer wahrscheinlich genau wusste, dass das "Schloss" tatsächlich -wie Prof. Burkhardt befürchtete- nur ein Stahlbetonbau mit vorgebauter Fassade werden würde (er behauptet ja, dass er die Pläne für die "Schloss-Rekonstruktion" bei Herrn Opfermann einsehen durfte), wird das ganze Ausmaß offensichtlich, in dem Meyer in seinen drei hier zur Rede stehenden Artikeln die Leser irreführt. Die Aussage des Kritikers, von dem er wissen muss, dass er die Wahrheit spricht, verweist er in das Reich subjektiver Ängste. Die Aussage des Befürworters, von der er wissen muss, dass sie eine maßlose übertreibung ist, präsentiert er als von so unzweifelhafter Gewissheit, dass sie dem Leser als quasi-redaktioneller Beitrag erscheinen muss. Er selbst macht als Redakteur aber keine belastbaren Aussagen zum Thema.

So wurde in der BZ, um -im Einklang mit dem Oberbürgermeister- zwecks Durchsetzung des ECE-Projektes irreführen zu können, ohne lügen zu müssen, die Frage was da an der Stelle des alten Ottmer-Schlosses gebaut werden soll, zum Glaubensstreit zwischen Befürwortern und Kritikern des Projektes, obwohl diese Frage ohne weiteres mit einem nüchternen Bericht darüber, was in den Bauplänen steht, hätte geklärt werden können.*

4. Beim alten Schloss war das der Durchgang zum Schloss-Innenhof. - Die Veröffentlichung der Pläne der "Schloss"-Nutzung am 10.6.04 und am 15.6.04

Die Frage, wie der Bereich direkt hinter dem Portikus genutzt werden soll, war -wie bereits erwähnt- im Frühjahr 2004 von drängender Aktualität. Oberbürgermeister Dr. Gert Hoffmann suchte dabei immer wieder den Verdacht zu zerstreuen, dass dieser die Hausherrenschaft markierende Bereich dem Kaufhaus zugeschlagen werden sollte. Am 18.5.04 wurde aufgrund einer Bürgeranfrage im Rat bekannt, dass laut ECE-Projektleiter Thätner dieser Bereich selbstverständlich Kaufhaus würde und im übrigen nie zur Verhandlung gestanden hätte. Eine entblößende Niederlage für den OB, über die die BZ nie berichtete. Seit ungefähr dieser Zeit hingen auch im Info-Pavillon von ECE Baupläne - allerdings legendenlos - aus denen absehbar war, dass direkt hinter dem Portikus das Kaufhaus anfängt. Nur vermochte es die BZ nicht, gleiches in Erfahrung zu bringen. So mussten die Leser bis zum 10.06.04 warten, bis endlich auch die BZ im Artikel „Rund 80 Prozent Kultur im Schloss“ von Ralph-Herbert Meyer etwas detaillierter über die Nutzungen im "Schloss" zu berichten wusste.

"Ich bin zufrieden. Der Bereich, der die Schlosserscheinung ausmacht, wird kulturell genutzt.", sagt Zwafelink. ... Die gefundene Lösung sei ein "großer Erfolg für die Stadt". Lediglich im Cafe gibt es Berührung des kommerziellen Bereichs mit der historischen Frontseite. Der Portikus wird reiner Eingang in das Kaufhaus. In den Kulturbereich führen Nebeneingänge. "Der Portikus war auch früher nur Durchgang" so Zwafelink. Direkte Werbung an der Schlossfassade wird es nicht geben.

Von einer schweren Niederlage, die Hoffmann hinnehmen musste, indem der Bereich direkt hinter dem Portikus zum Kaufhaus wird, ist also keine Rede. Statt dessen lässt man Stadtbaurat Zwafelink von einem großen Erfolg schwadronieren, ohne nachzuhaken. Im Gegenteil: Ralph-Herbert Meyer bindet auf bekannte Weise Zwafelinks Behauptungen durch ergänzende Aussagen seinerseits dergestalt in den redaktionellen Text ein, dass diese Behauptungen Zwafelinks dem unbefangenen Leser als quasi-redaktionelle Tatsachenbehauptungen erscheinen müssen.

Auch will die Wahrheit nicht so recht heraus:Lediglich im Cafe [im ersten Stock] gibt es Berührung des kommerziellen Bereichs mit der historischen Frontseite. Also offensichtlich gibt es diese Berührungspunkte nicht im Erdgeschoß direkt hinter dem Portikus? Der Portikus wird reiner Eingang in das Kaufhaus. Das muss ja nicht heißen, dass dahinter gleich das Kaufhaus beginnt. Und zudem erhält man eine Nachricht von Herrn Zwafelink, die wohl beruhigend wirken soll: "Der Portikus war auch früher nur Durchgang." Ja schon, er war ja schließlich der Haupteingang, also musste man wohl durchgehen können, aber was tut das zur Sache, fragt sich der unbefangene Leser. Etwas unbeholfen und kryptisch, dieser Artikel. Offensichtlich suchte man noch nach einer geeigneten Interpretation, um das Ergebnis der Verhandlungen mit ECE als vollen Erfolg für Hoffmann verkaufen zu können. Fünf Tage später sollte man sie gefunden haben.

Am 15.6.04 wurden die Nutzungspläne für die 5 Stockwerke des "Schlosses" unter der überschrift: So will die Stadt das "Schloss" nutzen** ganzseitig veröffentlicht.

Die Pläne zeigen für das untere Stockwerke klipp und klar, dass der Bereich hinter dem Portikus reine Verkaufsfläche wird. Diese Wahrheit scheint der BZ allerdings so ungeheuerlich gewesen zu sein, dass sie diese Tatsache im von Zauner geschriebenen Begleittext gleich wieder leugnen musste. Dieser Text stellt eine im Sinne einer "Stadtverwaltungs-Propaganda" weiterentwickelte Fassung des oben zitierten Textes von Meyer dar. Nun heißt es:

Das Sockelgeschoss dient dem Hamburger Unternehmen ECE als Durchgang zu den "Schloss-Arkaden" – allerdings ohne Werbung, wie Oberbürgermeister Dr. Gert Hoffmann betonte. Beim alten Schloss war das der Durchgang zum Schloss-Innenhof. In diesem Sockelgeschoss war beispielsweise die Wachstube untergebracht.

Hier hat der erfahrene Journalist Ernst-Johann Zauner offensichtlich dem Frischling Ralph-Herbert Meyer gezeigt, wo der Hammer hängt, indem er aus den gleichen Motiven, die schon letzterer in seinem oben zitierten Absatz verwendete, ein propagandistisch weit wirkungsvolleres Pasticcio zusammenkomponierte. Die gesamte ECE-Verkaufsfläche im Erdgeschoss des "Schlosses" absolut wahrheitswidrig umzuinterpretieren in einen werbefreien Durchgang zum ECE; den jedem Laien als ehemaligen hochherrschaftlichen Schloss-Haupteingang erkennbaren Portikus geschichtsklitternd darzustellen als nebensächlichen Durchgang in den Innenhof*** - diese Kühnheit muss man erst einmal besitzen.

Die Pläne für den 1. und 2. Stock des "Schlosses" weisen eine bemerkenswerte Eigentümlichkeit auf. Die Tatsache, dass das "Schloss" in diesen Stockwerken als Gebäudeeinheit eine Fiktion der Stadtverwaltung ist, da sich die Center-Baumasse jenseits der von der Stadtverwaltung herbeidefinierten rückwärtigen Begrenzungslinie des "Schlosses" einfach bruchlos fortsetzt, wird kaschiert, indem man die Baumasse jenseits dieser Grenze einfach ausblendet.

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(Zum Vergleich, Kontinuität der Mall- und Verkaufsflächen über die nicht existierenden "Schloss"-Grenzen hinaus)

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Immerhin war die Darstellung insoweit graphisch korrekt, als dass man die Grenze zwischen gelb markierten ECE-genutzten ‚Schloss’-Bereich und der Ausblendung nur mit einer etwas dünner als sonst gezogenen Linie markierte und also für denjenigen, der ohnehin wusste, worauf man achten muss, andeutete, dass es hier nicht unbedingt eine manifeste Grenze geben wird.**** Der unbefangene Betrachter jedoch geht anhand dieser Pläne selbstverständlich von der manifesten Existenz eines Gebäude mit einem Grund-Umriss in der charakteristischen U-Form des seiner Rotunde beraubten Ottmer-Schlosses auch in den unteren Stockwerken aus.*****

Bemerkenswert immerhin: der aufmerksame Leser konnte mit etwas Interpretationsgeschick den diesbezüglich legendenlosen und undeutlich wiedergegebenen Plänen entnehmen, wie die Raumaufteilung im "Schloss" sein würde. Hatte er zusätzlich aus anderen Quellen die Raumaufteilung des Ottmer-Schlosses im Kopf, wusste er, dass die Aufteilung im "Schloss" nicht an die des Ottmer-Schlosses anknüpfen würde.

Die Pläne waren allerdings in noch einer Hinsicht unzutreffend - erstes und zweites Stockwerk waren vertauscht und falsch beschriftet - wohl keine böse Absicht, sondern schlicht Schlamperei; allerdings machte es demjenigen, der nicht ohnehin von anderer Seite her wusste, was geplant war, zusätzlich schwer, aus dem Wust von Richtigem, Falschem und Halbwahrheiten eine zutreffende Vorstellung über das zu gewinnen, was tatsächlich gebaut werden sollte.

Nur nebenher sei erwähnt, dass im Artikel vom 10.06.07 geschrieben wird, dass die kulturellen Nutzungen im ‚Schloss’ 13 300 qm umfassten, während das ECE-Center insgesamt mehr als 30 000 qm Verkaufsfläche aufweisen würde. Immerhin fast ein Drittel des ECE-Centers -so wurde es dem Leser suggeriert- wäre der Kultur gewidmet.

Das entspricht genau den immer wieder vorgebrachten städtischen Verlautbarungen, die jedoch irreführend sind, da Äpfel mit Birnen verglichen werden. Auf 13 300 qm Kultur kommt man -was jeder, der es wissen wollte, schon damals den Ratsunterlagen entnehmen konnte- wenn man die Bruttogeschossfläche der städtischen Anmietungen betrachtete -das sind die angemieteten Flächen inklusive aller Nebenräume, der Treppenhäuser und der Wände. Die 30 000 qm dagegen sind reine Verkaufsfläche, von der alle Nebenräume abgezogen wurden. Zudem wurden die Cafes und Restaurants und natürlich die Center-Mall selbst nicht mit eingerechnet. In einer einfachen überschlägigen Rechnung ( 25 000 qm Grundfläche mal 3 Stockwerke ) hätte die BZ die ungefähre Bruttogeschossfläche der gesamten Schlossarkaden exklusive der Parkdecks mit 75 000 qm leicht bestimmen können. Davon hätte sie dann die 13 300 qm für Kultur und ein paar tausend qm für die Lichthöfe abziehen müssen und wäre ohne weiteres auf die Größenordnung von ca. 55 000 qm Bruttogeschossfläche für das Einkaufszentrum gekommen. 55 000 qm Kommerz -von den Parkdecks zu schweigen- wären also gerechterweise den 13 300 qm Kultur gegenüberzustellen gewesen. Aber dann wäre die Kultur vom Kommerz deutlich marginalisiert worden.

Soviel eigene Überlegung, die zudem zu einem von der städtischen Propaganda abweichenden unerfreulichen Ergebnis führt, kann von BZ-Reportern wahrscheinlich nicht erwartet werden.

Auch später (so z.B. in der BZ vom 15.6.06, Seite 3) wurden die irreführenden Zahlen, die von der Stadtverwaltung vorgegeben wurde, noch unreflektiert von der BZ wiedergegeben. Geradegerückt wurden die Zahlen meines Wissens von der BZ oder der Stadtverwaltung nie.

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* Bezeichnend ist in diesem Zusammenhang eine Passage in einem am 15.05.04 erschienenen Artikel „Premiere heute auf dem BZ-Stand“ von Ralph-Herbert Meyer:

Seit rund 18 Monaten wird das ECE-Projekt so heiß diskutiert wie kaum ein Thema jemals zuvor. Kritiker sprechen von einer profanen Fassade für einen Konsumtempel, Befürworter von einer detailgetreuen Rekonstruktion des Residenzschlosses für kulturelle Nutzung.

Suggeriert wird hier eine fachliche Unentscheidbarkeit darüber, was denn eigentlich für welche Zwecke gebaut werden soll. Mag das für die Nutzung bis zu diesem Zeitpunkt noch bis zu einem gewissen Grad gegolten haben ( obwohl -wie gesagt- ein Anruf beim Projektleiter von ECE leicht hätte Aufklärung bringen können), ist das bezüglich der Frage, was eigentlich rekonstruiert werden soll, am 15.05.04 Herrn Meyer längst klar gewesen: im wesentlichen nur eine Fassade und nicht etwa detailgetreu das ganze Ottmer-Schloss. Die scheinbare Objektivität, mit der hier R.-H. Meyer über "Meinungen" der Gegner und Befürworter des ECE-Projektes berichtet, entpuppt sich bei näherer Betrachtung also als Strategie, längst objektivierbaren Tatsachen zu verschleiern. Nebenbei sei bemerkt, wie auch in den Zeilen vom 15.5.04 das ECE-Projekt mit dem "Schloss" gleichgesetzt wird, so als ob es -wie in der Kulturhauptstadtbewerbung behauptet- das Herzstück dieses Projektes sei.

** Tatsächlich setzte die BZ in diesem Artikel -ganz gegen ihre sonstige Gewohnheit- das Wort ‚Schloss’ z.T. in Gänsefüßchen. über die Gründe (Kabbeleien mit dem Presserat?) läßt sich nur spekulieren.

*** Herr Dr. Wedemeyer, der sich in seiner Liebe zum ECE-"Schloss" schwerlich übertreffen lassen wird, schrieb zu Funktion und Nutzung des gleichen Bereiches in seinem Standardwerk zum Ottmer-Schloss -allerdings geschrieben, ehe an das ECE gedacht werden konnte- noch sehr anders: Wir betreten das Schloß durch seinen fürstlichen Eingang, das Triumphtor, [...].“ Im weiteren beschreibt Wedemeyer, wie die Gäste, die mit dem Wagen durch das Triumphtor des Portikus gefahren waren, in der Halle, in die sie dann gelangt waren, ausstiegen und dann den Aufgang in der Rotunde benutzten, um in den Ballsaal zu gelangen, während ihr leerer Wagen die Halle über den Rotundenausgang wieder verließ, um nachrückenden Wagen Platz zu machen.
Aus diesem Prozedere leitet Ernst-Johann Zauner ab, dass sich beim alten Schloss hinter dem Portikus im wesentlichen der Durchgang zum Schloss-Innenhof verbarg.
Wie erfolgreich und nachhaltig diese Desinformation gelungen ist (die von BZ und Verwaltung wie üblich gemeinsam betrieben wurde), war Ende 2006 in einem Gespräch von Herrn Stuhlemmer mit einigen Mitgliedern der oppositionellen Fraktionen des Stadtrates zu erleben, die dem "Schloss" z.T. äußerst kritisch gegenüberstehen. Der Architekt Stuhlemmer hatte Vorschläge gemacht, wie die Räumlichkeiten in dem von der Stadt zu nutzenden Teil des "Schlosses" historisierend aufgehübscht werden können. Er erklärte, dass es notwendig sei, die Erwartungshaltung des Publikums vom Portikus -hinter dem ja nun nur Kaufhaus sei - wegzulenken. Das könne erreicht werden, wenn wenigstens hinter den Nebeneingängen historisierend ausgestattete Räumlichkeiten zu finden wären. Darauf sprach einer der Anwesenden einige Worte zu Herrn Stuhlemmer, worauf dieser fröhlich überrascht verkündete ( als Auswärtiger kennt er ja die eigentümliche Braunschweiger Sicht auf die Historie nicht), dass man ihn gerade treffend darauf hingewiesen hätte, dass hinter dem Portikus ja auch früher nur ein Durchgang in den Hof gewesen wäre.

**** So war es jedenfalls bei der Darstellung des ersten Stockwerks. Der Plan, der laut BZ das Erdgeschoss zeigt, zeigt Grundrisslinien in den ehemaligen Schlosshof hinein. Allerdings wurde der tatsächlich vollständig kommerziell genutzte ehemalige Schlosshof in diesem Plan, der mit ‚gelb’ kommerzielle Nutzung markiert, irreführender Weise weiß belassen. Zudem zeigt dieser Plan, was die Grundrisslinien angeht, nicht das Erdgeschoss.

***** Selbst der BZ-eigene Graphiker saß dieser irreführenden Darstellung am Ende wohl auf : Am 11.3.05 bringt er jedenfalls in eigener Darstellung die beiden angeblich kompletten ‚Schloss’- Geschosse, zieht jedoch anstelle einer dünnen eine ganz normale Linie, wie sie in seiner Graphik ansonsten Mauerwerk markiert. Damit wurde dann in der BZ auch graphisch die Existenz eines abgeschlossenen ‚Schloss’-Teils definitiv behauptet, wie er vorher - hier am 15.6.04 - graphisch nur suggeriert wurde.

(Fortsetzung folgt)

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