»Crowdfunding für Friedenskakao« auf Grundlage der "Agrarethik"

In Braunschweig wurde im letzten Jahr die "Yes Future GmbH" gegründet. Sie hat fünf Gesellschafter, darunter vier Transformation-Designer. Ich bin der fünfte Gesellschafter.

Das Unternehmen hat das Ziel, die Ergebnisse der Umweltkonferenz von Rio de Janeiro (Agenda 21) konsequent umzusetzen. Das heißt, die ökologische, die soziale und auch die ökonomische Säule sollen belastbar so umgesetzt werden, dass das Klima geschont, die Biodiversität möglichst erhöht (mit EU-Bio Verordnung ist das nicht erreichbar), die Kultur, so sie denn belastbar nachhaltig ist, geschützt wird und, dass ein Gewinn für alle Wirtschaftspartner entsteht, wobei der Gewinn nicht nur ökonomisch sein muss.

Nachhaltigkeitsdreieck nach MEIER. Das Rio-Dreisäulenmodell der UN-Umweltkonferenz ist verändert zu einem Dreieck und ergänzt um die "Kulturelle Nachhaltigkeit", die letztendlich alles zusammenhält. Quelle: AGRARETHIK - Landwirtschaft mit Zukunft" (MEIER, Uwe, 2012, Agrimedia-Verlag Clenze)

Nachhaltige Entwicklung erfordert eine kooperative Friedenskultur über nationale und internationale Grenzen hinweg. Der Frieden nach dem 50-jährigen Bürgerkrieg in Kolumbien ist sehr brüchig. Die Regierung hat das Friedensabkommen nur unzureichend umgesetzt. Hauptsächlich ehemalige Guerilla werden seit dem Regierungswechsel zu Präsident Duque von Paramilitärs erschossen. Doch es gibt keine Alternative zum Frieden.

Ein kleines aber kräftiges Licht wird nun in Braunschweig angezündet. Das in der Hoffnung, dass es größer werden mag. ›Cacao de Paz‹ wurde von BraunschweigerInnen gegründet in der Hoffnung, dass Frieden und Nachhaltigkeit über das Produkt Schokolade mit Kakao aus der Sierra Nevada de Santa Marta, Eingang in unser Leben finden.

Das Social Start-up ›Cacao de Paz‹ möchte mit direktem ­Kakaohandel den Friedensprozess in Kolumbien unterstützen und startet dafür vom 05.09. bis 10.10.2018 auf der Plattform Startnext eine Crowdfundingkampagne.

 

In Kolumbien wütete fünfzig Jahre lang ein blutiger Bürgerkrieg mit über 200.000 Toten. Sowohl Guerilla als auch Paramilitärs finanzierten sich mit Drogenhandel und viele Kleinbauernfamilien waren gezwungen, Koka für die Kokainherstellung anzubauen. 

Um eine stabile Zukunft für sich, ihre Familien und ihre Gemeinschaft zu sichern, schließen sich nun immer mehr Kleinbauern und -bäuerinnen zu Kooperativen zusammen und pflanzen in ihren Dschungelgärten Kakao statt Koka an.


Diese fragilen Entwicklungen in Kolumbien möchte das junge Unternehmen stärken und mit ›Cacao de Paz‹ zudem einen positiven Gegenentwurf zu den teilweise katastrophalen Missständen beim Anbau von Kakao aufzeigen. Ihr Friedenskakao wächst behutsam im Einklang mit der Natur in den Dschungelgärten der Kleinbauernfamilien heran, statt wie sonst häufig in großen Monokulturen und unter Einsatz von Pestiziden oder sogar mit Kindersklaven, wie teilweise an der Elfenbeinküste.

»Im vergangenen Jahr haben wir mit einer ersten Pilot-Edition von 300 kg begonnen, jetzt ist es unser Ziel mindestens eine Tonne Kakao von der Kooperative Guardabosques de la Sierra im Norden Kolumbiens zu beziehen«, erzählt Sarah Zerwas, Mitgründerin von Cacao de Paz. 

»Wir kennen die Bauern und Bäuerinnen persönlich, zahlen ihnen faire Preise und handeln auf Augenhöhe. Nicht der Markt, sondern die Menschen bestimmen den Preis, den sie für ihr Leben benötigen«, betont Mitgründerin Sina Pardylla. 

Die Guardabosques sind eine Kooperative von gut hundert Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in den Bergen der Sierra Nevada de Santa Marta und sie sind »absolute Vorreiter in Sachen naturnaher, fairer und sozialer Anbau« berichtet Kristof von Anshelm, der sich vor Ort selber davon überzeugt hat.

Aus dem Kakao, den das junge Unternehmen direkt aus den Dschungelgärten der Kleinbauernfamilien in Kolumbien bezieht, lassen sie in einer kleinen Manufaktur im Spreewald nach alter Handwerkstradition ihre Kakaoprodukte fertigen. Anschließend werden diese per Hand von der Lebenshilfe in Braunschweig verpackt und versendet. 

»Kakao ist für uns hier in Deutschland allgegenwärtig, aber es fehlt uns das Bewusstsein für seine Herkunft. Bei Kakao wissen viele gar nicht, dass es sich um eine Frucht handelt, wie diese aussieht, angebaut wird und wie er wirklich schmeckt – ohne Aromen und Milch«, erklärt Marie Christall, die ebenfalls Teil des Gründerteams ist. 

Das will das junge Unternehmen ändern. Dr. Uwe Meier, der pensionierte Agrarwissenschaftler und Agraethiker aus unserem Team, sagt: »Wir wollen verändertes unternehmerisches Verhalten. Beim Kaffee gibt es einen guten Weg. Wir engagieren uns für den Kakaos. Jede neue Entwicklung beginnt mit dem 1. Schritt« 

Für ihre Kakaorevolution suchen die fünf Gründer*innen nun dringend nach Kakaokomplizen, um ihre Mission weiterführen zu können.

Weitere Informationen zum Crowdfunding finden Sie unter www.startnext.com/cacaodepaz.

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