Längst überfälliger Gipfel

Man mag es drehen und wenden, wie man will: Das Zusammentreffen von US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Staatschef Kim Jong-Un war im wahrsten Wortsinn historisch. Da reichten sich am 12. Juni 2018 im südostasiatischen Singapur zwei Männer die Hände, die noch Anfang dieses Jahres schwadronierten, wer über den größeren Knopf verfüge, um seine Raketen gegen die jeweils andere Seite abzufeuern.

Erst seit 1972 kam es zu drei innerkoreanischen Avancen, die allerdings aufgrund außenpolitischer Konstellationen bzw. direkter Intervention seitens der USA vereitelt wurden: die »Gemeinsame Süd-Nord-Erklärung über die friedliche nationale Wiedervereinigung« vom 4. Juli 1972; das um die Jahreswende 1991/1992 zwischen Seoul und Pjöngjang ausgehandelte »Abkommen über Aussöhnung, Nichtaggression, Austausch und Kooperation« und die »Gemeinsame Erklärung zur Denuklearisierung der Koreanischen Halbinsel« sowie die anlässlich des ersten innerkoreanischen Gipfeltreffens in Pjöngjang von beiden Staatschefs, Kim Dae-Jung und Kim Jong-Il (Vater von Kim Jong-Un), am 15. Juni 2000 vereinbarte »Nord-Süd-Deklaration«. Möglich geworden war dieser Gipfel nach dem Amtsantritt Kim Dae-Jungs im Februar 1998, der in Anlehnung an eine bekannte Fabel von Äsop vis-à-vis dem Norden eine »Sonnenscheinpolitik« verfolgte.

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Reisetipp: Nordkorea Special

Überblick über die Hauptstadt und Metropole Pyongyang Foto: Kerstin Lindner

Das Frühjahr eignet sich perfekt für einen ersten Jahresurlaub. Verlassen Sie die eingetretenen Pfade nach Florenz, Mallorca oder New York. Genießen Sie mit Prof. Rüdiger Frank eine Woche Nordkorea mit einem Besuch der interessanten „Pyongyang Spring Trade Fair“ (Frühjahrsmesse) und begleitet Sie ihn bei einer Tour durch die Hauptstadt und weitere spannende Städte Nordkoreas.

 

Koreanische Frau in traditionellem Kleid Foto: Kerstin Lindner

http://www.nord-korea-reisen.de/produkt/spring-trade-fair-tour-mit-nordkorea-kenner-ruediger-frank/

Interview über Nord-Korea: Das Land ist ganz anders

NEU: Der Braunschweig-Spiegel mit Korea –Blog

Es ist schwierig gut recherchierte Hintergründe zu Nord- und Süd-Korea in Beziehung zu den USA in der internationalen Presse zu finden. Es gibt jedoch landes- und sachkundige ExpertInnen, die sich intensiv mit diesen Ländern und ihren Beziehungen untereinander befassen. Mit diesen ExpertInnen will der B-S kooperieren und seinen LeserInnen Aktuelles und /oder historisches anbieten.

Die aktuelle politische Situation stellt sich jeden Tag an einem neuen Brennpunkt fragiler dar. Es ist äußerst schwer, über all die politischen Ereignisse über die Main-Stream- Überschriften hinaus informiert zu sein. Rainer Werning ist einer dieser Experten, der in den Nachdenkseiten "Kims klare Kante" veröffentlicht hat. Andere ExpertInnen werden in unregelmäßigen Abständen in unterschiedlichen Publikationsorganen folgen.

Sollten Sie an einer soliden Analyse der Korea – USA – Problematik interessiert sein, werden Sie dem Korea-Blog in Zukunft gut recherchierte Hintergrundartikel, so sie diese, sofern sie in der deutschen und internationalen Presse aufspürbar sind, entnehmen können.

Nordkorea - Bericht aus einem verschlossenen Land

Andreas Niederdeppe referierte am 20. 6.2013 über seine Reisen in Nordkorea.

Foto: Koreanerin in typischer Landestracht.

In den ersten Monaten dieses Jahres wurde die Aufmerksamkeit unsanft auf Demokratischen Volksrepublik Korea (Nordkorea) gelenkt, wo der junge Machthaber Kim Jong-un oder Kim Chŏngŭn, der die dritte Generation der Kim Ills verkörpert, die USA und ihre Verbündeten in der Region mit Atomwaffen bedrohte. Bei dieser Gelegenheit wurde klar, wie wenig verlässliche Kenntnisse es über dieses verschlossene Land gibt. Wenn sich auch die politisch-militärische Situation inzwischen wieder entspannt hat, war der Vortrag des Funkamateurs und Nordkorea-Reisenden Andreas Niederdeppe aus Heiligenhaus in der Reihe „Wege zu einer Kultur des Friedens" des Friedenszentrums Braunschweig eine willkommene Informationsmöglichkeit für eine Anzahl von interessierten Besuchern, die sich dann auch rege an der Diskussion beteiligten. Und das trotz der tropischen Hitze dieses Tage.

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Wo gibt es in der deutschen Presse differenzierte Nordkorea-Analysen?

Beim Thema Nordkorea scheint die bundesdeutsche Presse gleichgeschaltet zu sein. Nordkorea wird verteufelt und gehört seit Bush-Zeiten zur "Achse des Bösen". Ein Beispiel:

"Nordkorea ist ein Gulag, der von einem postpubertären pausbäckigen Politlümmel, der seine Allmachtfantasie im Reigen einer postrevolutionären Gerontokratie auslebt, regiert wird, weiß der "Kölner Express".

Dieser Tiraden-Journalismus mit Propagandacharakter weist darauf hin, dass es scheinbar für die einschlägige deutsche Presse, Nordkorea betreffend, mehrheitlich eher opportun ist, lukrative spektakuläre Oberflächlichkeiten zu vermitteln, als solide, differenzierte Antworten für die augenblickliche Situation zwischen den koreanischen Ländern, China, Japan und den USA zu recherchieren.

Die Schweizer "Wochenzeitung" (WOZ) versucht eine Analyse, die der Braunschweig-Spiegel veröffentlicht: "Kriegstrommeln für den Frieden rühren"

 

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