Gedenkstättenforum widmete sich dem Schicksal der Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus

Pressemitteilung der Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel vom 02.11.2018

Die Beteiligten freuten sich über ein erfolgreiches und gut besuchtes Gedenkstättenforum: (v.l.n.r.) Reiner Lüdtke von den Zeugen Jehovas Braunschweig; Martina Staats, Leiterin der Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel; Prof. Dr. Thomas Henne, Vorsitzender der Internationalen Expertenkommission zur neuen Dauerausstellung; Berthold Mehm; Dr. Detlef Garbe, Leiter der KZ-Gedenkstätte Neuengamme. ©Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel

Im gut gefüllten Ratssaal fand am gestrigen Abend das 8. Wolfenbütteler Gedenkstättenforum zum Thema „Die Verfolgung der Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus – der Fall Berthold Mehm“ statt. Der Einladung der Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel waren zahlreiche interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Angehörige der Glaubensgemeinschaft gefolgt.

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Staatstheater: Der Fliegende Holländer als maritime Geisterstunde mit einseitig liebevoller Erlösungsstimmung

Mit Richard Wagners Oper „Der Fliegender Holländer“ eröffnet das Staatstheater Braunschweig glanzvoll die neue Opernsaison

Von links nach rechts: Jaco Venter (Der Holländer), Zhenyi Hou (Mary), Inga-Britt Andersson (Senta), Isabel Ostermann (Operndirektorin) Michael Eder (Daland), Srba Dinic (Generalmusikdirektor), Matthias Stier (Der Steuermann), Julia Burkhardt (Kostümbildnerin), Valeska Stern (Dramaturgin Musiktheater) und Kwonsoo Jeon (Erik)

Schon vor Beginn der Oper stimmte die Regisseurin Isabel Ostermann, die seit der letzten Spielzeit am Staatstheater Braunschweig als Operndirektorin wirkt, die Zuschauer im Großen Haus mit bedrohendem Gewitter vom Band sowie Blitzen im Zuschauerraum und mit großem Segelschiffmodel in der Eingangshalle auf den „Fliegenden Holländer“ ein. Wer bei „Blitz und Donner“ an Johann Strauß Schnellpolka denkt, findet sich in Braunschweig im „Fliegenden Holländer“ wieder. Isabel Ostermann ist mit ihrer Inszenierung der romantisch gruseligen Seefahreroper eine dichte, dramatische Darstellung gelungen, die packend und nicht althergebracht ist. Der Holländer auf der Bühne des Staatstheaters wirkt alt und abgekämpft und es ist nicht nachvollziehbar, warum sich das blonde Mädel Senta unsterblich in ihn verliebt. Das Einheitsbühnenbild von Stephan von Wedel bietet eine geräumige Spielfläche und lässt sich als Empfangshalle eines Schifffahrtskonzerns interpretieren. Hier sind Dalands Schiff auf der linken Seite und das des Holländers auf der rechten Seite als Modelle zu erkennen. Eine Uhr am Bühnenportal und eine Uhr im Bühnenbild. Beide Uhren gehen gegenläufig und zeigen erst im Finale die gleiche Zeit an.

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Gemeinsamer Gottesdienst zum Reformationsfest

Klosterkirche Riddagshausen

Den Reformationstag gemeinsam ökumenisch zu begehen, das haben sich die Klosterkirche Riddagshausen, die Bugenhagenkirche Gliesmarode, die St.-Johannes-Kirche Hondelage, die St.-Lukas-Kirche Querum, die St.-Marien-Kirche Querum und die Freikirche Querum vorgenommen. „Wir wollen gemeinsam das Reformationsfest und Gottesdienst feiern - statt konfessionelle Abgrenzung betreiben“, so Benedikt Sacha, einer der sieben PfarrerInnen dieser ungewöhnlichen Kooperation.

„Und wir haben uns dazu noch einen Partner gesucht, mit dem wir inhaltlich ins Gespräch kommen wollen. "Ihr seid das Licht der Welt" ist das Thema des Gottesdienstes. Um binnenkirchliche Perspektivverengung zu vermeiden, wird Henning Noske, stellv. Chefredakteur der BZ, kritische Anfragen formulieren, wo Kirche heute diesem Anspruch stärker gerecht werden kann und muss.“

Der Gottesdienst findet statt am Reformationstag (31.10.) um 10 Uhr in der St.-Lukas-Kirche in Querum.

8. Wolfenbütteler Gedenkstättenforum: Die NS-Verfolgung der Zeugen Jehovas

Die Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel lädt Sie herzlich ein zum 8. Wolfenbütteler Gedenkstätten-forum

„Die Verfolgung der Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus – der Fall Berthold Mehm.“

Donnerstag, 01. November 2018, ab 19 Uhr, im Ratssaal des Rathauses, Stadtmarkt 6, 38300 Wolfenbüttel statt.

Lange Zeit blieb die Verfolgung der Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus ein von Forschung und Gesellschaft wenig beachtetes Thema. Das Gedenkstätten-forum widmet sich dieser Thematik nun aus einer regionalgeschichtlichen und biografischen Perspektive. Im Zentrum steht an diesem Abend das Schicksal des Hildesheimer Baumeisters Berthold Mehm, der 1937 als „Bibelforscher“ im Strafgefängnis Wolfenbüttel inhaftiert war. Im Gespräch mit dessen Enkel Berthold Mehm jr. wird auch die neueste Publikation „Hildesheimer Ernste Bibelforscher/ Zeugen Jehovas von ihren Anfängen bis 1945“ von Birgit Jürgens vorgestellt.

Einführend spricht Dr. Detlef Garbe, Leiter der KZ-Gedenkstätte Neuengamme, zum Thema: „Heilsgewissheit und Glaubenstreue. Der Ertrag biografischer Forschungen für das Verstehen des Widerstands der Zeugen Jehovas gegen den Nationalsozialismus.“

 

 

Katholischer Bischof predigt am Reformationstag im Braunschweiger Dom

Zum Reformationsfeiertag am 31. Oktober erwartet die evangelische Landeskirche Braunschweig den neuen katholischen Bischof des Bistums Hildesheim, Dr. Heiner Wilmer SCJ, im Braunschweiger Dom.

Wilmer wird die Predigt im Festgottesdienst um 11 Uhr halten. „Das ist ein wunderbares ökumenisches Zeichen und unterstreicht das gute Miteinander der Christen in Niedersachsen“, betont Landesbischof Dr. Christoph Meyns.

Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes übernimmt die Jugendkantorei der Braunschweiger Domsingschule unter der Leitung von Domkantor Gerd-Peter Münden und Kantorin Elke Lindemann.

Im Anschluss an den Gottesdienst lädt die Propstei Braunschweig zu einem besonderen Stadtrundgang ein. Nach einer Suppe im Kreuzgang der Brüdernkirche (Schützenstraße 21) um 12 Uhr zeigen Experten aus Wohlfahrtspflege und Diakonie ab 12:30 Uhr „Schattenseiten und Lichtblicke“ in der Innenstadt.

Der Rundgang endet in der St. Andreas-Kirche am Wollmarkt, wo Landesbischof Meyns um 14:30 Uhr einen Kurzvortrag über Nächstenliebe hält.

Zum Abschluss ist um 15 Uhr eine Führung durch die Ausstellung „Kunst trotz(t) Ausgrenzung“ in der St. Andreas-Kirche geplant.

 

 

Chorkonzert zum 450. Jubiläum der Klosterkirche

Anlässlich des 450jährigen Reformationsjubiläums der Klosterkirche Riddagshausen lässt die Klosterkirche am 21.10. um 17 Uhr alte musikalische Traditionen lebendig werden.

Als 1568 unter Abt Johannes Lorbeer das Kloster Riddagshausen aufgelöst wurde, begann die „Evangelische Zeit“ in Riddagshausen. Vorher waren die katholische Liturgie und die Marienverehrung der Mönche Alltag im Kloster. Der Riddagshäuser Kammerchor nimmt diese Zeit musikalisch auf. Lateinische Messe und innerliche Frömmigkeit stehen dabei im Mittelpunkt des Konzertes. Mit der selten gesungenen Missa Canonica von Johannes Brahms und der berühmten Deutschen Messe in As-Dur von Franz Schubert erklingen zwei Werke, die von der katholischen Tradition geprägt sind.

Mitwirkende sind der Riddagshäuser Kammerchor sowie ein Bläserensemble aus Mitgliedern des Staatsorchesters Braunschweig unter der Leitung von Kantorin i. R. Christiane Prinzing und Georg Renz.

Der Eintritt am 21.10. um 17 Uhr ist kostenlos.

Staatstheater: Musik und Leckereien zur Mittagszeit

Die „Barocksolisten“ gestalten am Montag eine kulinarische Mittagspause im Staatstheater Braunschweig (Großes Haus). Foto: © Staatstheater Braunschweig

Wem zwischen harter Arbeit oder schwerem Studieren der Sinn nach ein bisschen Kultur steht, wird auch in der Mittagspause vom Staatstheater versorgt: Es offeriert seine „Lunchkonzerte“ sogar zum Nullpreis und jetzt im Großen Haus. Allegros, Sonatas, Konzerte in D-Dur und d-Moll stehen auf dem Programm. An der Trompete Orchesterdirektor Martin Weller persönlich.

Das Ganze ist zu erleben am Montag, 8. Oktober, um 13 Uhr im Staatstheater. Die „Barocksolisten“ spielen Kompositionen von Jenkins, Bodinus, J.S. Bach und G.P. Telemann. Die Besucher werden von Theatergastronom Gianni verwöhnt (daher der Name „Lunchkonzerte“), allerdings auf eigene Kosten. Weitere Veranstaltungen dieser Art sind geplant.

Wohl nichts für Angestellte mit 30-Minuten-Pause aus dem nahegelegenen Supermarkt oder dem Shopping-Center nebenan; dennoch eine schöne Idee. Einlass zu „Kunst und Kulinarisches zur Mittagszeit“ ab 12 Uhr, der Eintritt ist frei.

Die Nathanisierung der Selbstverständlichkeit

Der „Nathan“ des Diwan-Theaters aus Osnabrück. Seine Weisheit sieht man dem Chef – natürlich – am Barte an. Foto: Stadt Braunschweig / © Diwan Theater

War da mal was auf der Kölner Domplatte, mit der Flüchtlingskrise 2015, mit der Migration Anders- (oder überhaupt?-) Religiöser? Gab’s da mal eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Islam, dem Judentum, der Betrachtung des eigenen christlichen Glaubens? Weist der/die gemeine Deutsche fremde Kulturen, Ethnien, Menschen, Anschauungen und Glaubenszugehörigkeiten von sich? Ja?

Dann gibt’s da ein Allheilmittel: Gotthold Ephraim Lessing’s „Nathan der Weise“. Einmal gucken wirkt schneller als Pusten und tut nicht mal weh. Nathan – und schon sind die Schmerzen über Fremdenfeindlichkeit, Ausgrenzung und religiöse Intoleranz gelindert. Warum gibt es Nathan noch immer nicht auf Rezept gegen Rassismus?

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Was ist Heimat? Politikersprech in Leichte Sprache übersetzt

 

Verbund Leichte Sprache Braunschweig

Heute, am 30. September 2018, ist Internationaler Übersetzertag. Aus diesem Anlass gibt es eine Sonderausgabe der Neuen Leichtpost. Darin zeigen wir ein Beispiel für die Übersetzung von Politikersprech in Leichte Sprache. Die Bundesregierung hat nämlich am 25.7.2018 auf eine Kleine Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen geantwortet und definiert, was sie unter Heimat und Heimatpolitik versteht. So richtig schlau wird man aus der in feinstem Politikersprech geschriebenen Antwort nicht. Aber wir haben ja die Leichte Sprache. Leichte Sprache bringt Inhalte auf den Punkt. Leichte Sprache ist für Menschen, die nicht gut lesen können und/oder schwere Texte nicht verstehen – also manchmal für alle. Wir haben die Antwort deshalb in Leichte Sprache übertragen und die wichtigsten Aussagen zusammengefasst. Lesen Sie selbst – und bilden Sie sich eine Meinung: Erzeugt Leichte Sprache einen Aha-Effekt, oder entlarvt sie nichts sagende Aussagen im Ausgangstext? Oder sogar beides auf einmal?

"Leichte Sprache" wird immer wichtiger

Sprechen und schreiben ist schwierig. Vor allem, wenn wir auch noch verstanden werden wollen. Dieser selbstverständliche Anspruch ist alles andere als selbstverständlich. Das kann man täglich erleben.

Wir sprechen, damit wir anderen Menschen etwas mitteilen können. Oft versteht uns unser Gegenüber nicht. Noch schlimmer wird es, wenn wir nicht merken, dass wir nicht verstanden werden. Missverständnissen sind dann Tür und Tor geöffnet. Endlos Streit gibt es oft wegen Missverständnissen. Meistens ist es besser nichts zu sagen als missverstanden zu werden.

Noch schwieriger wird es, wenn wir missverständlich oder zu schwierig schreiben. Das Geschriebene bleibt oft lange erhalten; sei es im Internet oder in Bücher und Magazinen. Die geschriebene Botschaft hat ihre Tücken, wenn zu viele Informationen in einen Satz gelegt werden. Oder wenn viele Fremdworte und Satzverschachtelungen benutzt werden. Auch der Braunschweig-Spiegel ist nicht frei davon. Im Gegenteil,  aber wir wollen uns bemühen, auch wenn manche Zusammenhänge recht komplex (was ist denn das?) sind.

Bei Wikipedia bekommen Sie zur "Leichte Sprache" einen raschen Überblick. In Braunschweig gibt es einen Verbund Leichte Sprache. Dort finden Sie alle wichtigen Information. Besonders wichtig eine einfache Sprache zu schreiben, scheinen mir zunächst Gedenktafeln und öffentliche Erklärungen zu sein. Ein Beispiel finden Sie hier.

Medien nutzen inzwischen auch die Leichte Sprache, um besser von allen verstanden zu werden. Das gilt besonders für Nachrichten. Die TAZ gab ein Jahr lang die "TAZ leicht" heraus. Aus Kostengründen wurde sie nun nach einem Jahr eingestellt und erscheint nur noch zu besonderen Anlässen. "taz leicht sagt erst mal Tschüss!"

 

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