Ausstellung in der Magnikirche: Über allem liegt das (schöne) blaue Meer

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Über allem liegt das schöne blaue Meer – so lautet der Titel eines der in der Magnikirche ausgestellten Exponate des Künstlers Vincent Thoss. In der Beschreibung dieses Exponats heißt es:

Sich als „aufgeklärt“ erscheinende Gesellschaften verfügen über das Wissen, welches das bisheriges Menschsein auf dem Planeten Erde als endlich aufzeigt. Die überwiegende Anzahl der Menschen wird im „täglichem Sein” dramatische Veränderungen von Umwelt und Zusammenleben der Menschen erfahren. Seit nun ca. dreißig Jahren ist dieser weltumfassende Prozess einsehbar; es bildet die Diskussionsgrundlage der Spezies Mensch im Überleben. Die Erderwärmung wird um ca. 5 Grad steigen – nicht wie politisch angekündigt um 1,5 bis 2 Grad. Unabhängig welcher Wert sich einstellt, werden die Auswirkungen überwiegend verheerend sein. Der Teil der Menschheit, welcher in seiner „Lust“ am Gewinn Mitverursacher ist, sichert seinen Vorteil (z.B. in Geldwerten und Aktienkursen) in einem Land mit hohen Bergen und sicheren Banken. „Demokratische“ Normen werden weiter zum Vorteil elitärer und besitzender Gruppen ausgelegt sein, bis diese Normen sich nicht mehr anwenden lassen.

Das hier präsentierte Tischobjekt ist eine Szenenkomprimierung. Die Elemente darauf sind als Einzelstücke auf dieser Erdkugel zu finden; dies in Zonen, die unmittelbar am steigenden Meeresspiegel liegen. Man lebt, nicht freiwillig, auf hohen Bäumen, sofern diese nicht aus Profitgründen bereits abgeholzt werden (Amazonien/ Maleisia). Man weicht aus auf Lebensorte aus Baugerüsten und Zelten. Letztlich kann Menschsein nur noch auf Flößen überleben. So zeigt die Gegenüberstellung die beiden, um das eigene Überleben ringende Hauptfiguren das Problem: Eine Welt ist im Meer versunken, der Untergang ist radikal im Prozess. Was gibt es nun für Profiteure zu retten? Das persönliche Vermögen, welches die eine Figur vor dem Wasser zu retten versucht. Die zweite Figur steigt (noch einmal) aus dem Meer, hält den Nachgebliebenenden Spiegel vor, der nur noch unscharf das eigene Ich erkennen lässt. Ein verzweifelter Mensch, ach, gar ein Farbiger, schlägt sich einige schwimmfähige Balken zusammen, schnallt sich darauf fest und lässt sich ins gelobte Europa treiben. Dort angekommen, was wird ihm geschehen? Zurückgeschoben ins Meer? Als Sklave auf italienischen Tomatenfeldern verbannt? Sein Name mag sein: Jesus, der erneut Erschienene. Wird der Mensch human bleiben bei Verlust allen Respektes für seine Gattung und jede Form von Leben? Über allem wird sich das schöne friedliche blaue Meer legen. Oder: Die jetzige Existenz Mensch kehrt ins Meer, in seinen Ursprung zurück. Und dann eine zweite Chance?

Die Ausstellung in der Magnikirche ist noch bis Ende August 2019 zu sehen.

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