Stellplätze und Siedlungsgestalt in der Südstadt

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130 Südstädter kamen am 28. März in den Bürgertreff Roxy und folgten damit dem Aufruf der Stadtverwaltung, die Stellplatzsituation in der Südstadt öffentlich zu erörtern. Seit im Bereich zwischen Luchtenmakerweg und Welfenplatz zwei Hauseigentümer vom Bauamt aufgefordert worden sind, nicht genehmigte Einstellplätze zurückzubauen, ist eine heftige Diskussion um den gestalterischen Wert der durch Hecken gefassten Vorgärten in der Südstadt entbrannt.

Zukunftsperspektiven der postfossilen Stadt

Im Haus der Wissenschaft der TU fand am Di, 18.01. eine Podiumsdiskussion mit vorherigen Kurzreferaten der fünf eingeladenen Gäste statt.

Als Veranstalter stellte zuerst Prof. Stephan Rammler (HBK, Institut für Transportation Design) die Frage nach einer anderen Art der Mobilität. Um die Denkweise für eine andere Art der Mobilität zu begründen, nannte er - frei nach Helmut Schmidt - vier kulturelle Transformationsprozesse, die uns vor gewaltige Herausforderungen stellen werden:

  1. Die Zunahme der Weltbevölkerung
  2. Religiös-fundamental motivierte Kriege
  3. Den Klimawandel mit seinen Folgen
  4. Den Umgang der Politik mit Ressourcen


Rammler wirbt für eine Änderung der Region durch Strategien gelingenden Lebens.

Der ebenso rhetorisch begabte Prof. Mönninger (HBK, Geschichte und Theorie der Raum- und Baukunst) stellte einige Flächennutzungspläne der Stadt Braunschweig ab 1945 vor. Er hob hervor, dass 50% der zersiedelten Fläche in Braunschweig Verkehrsflächen sind. Das verwundert auch nicht, da der Städtebau in Verbindung mit der Zersiedelungspolitik die Wirtschaftskraft schlechthin im 21. Jahrhundert darstellte. Es wurde eine so genannte Konsumstimulanz geschaffen durch den Bau von Vororteigenheimen bevorzugt für den gehobenen Mittelstand (BS-Lincolnsiedlung).

Prof. Uwe Brederlau (TU Braunschweig, Institut für Städtebau und Landschaftsplanung) stellt ebenfalls ein Szenario bestehend aus drei Aspekten vor:

Wieder ging ein Park verloren

Mit dem Abriss der ehemaligen Öffentlichen Bücherei verlieren wir in Braunschweig eine weitere innerstädtische Grünfläche. Dieser Park war nicht groß, aber eine Oase der Ruhe in der Innenstadt. Auf den schattigen Bänken konnte man sich im Sommer ausruhen, ohne Geld für eine Bewirtung ausgeben zu müssen.

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Juli 2008

Darüber hinaus profitierten noch viele andere von dieser Grünanlage: Vögel und sonstiges Getier sowieso, aber auch die Bewohner und Passanten. Abgesehen von dem wohltuenden Anblick wurde Staub aus der Luft gefiltert und die Luftfeuchtigkeit erhöht – was besonders in heißen Sommernächten etwas Abkühlung brachte.

Dass auch kleinere Parkflächen besonders effektiv sein können, haben Wissenschaftler der TU Berlin festgestellt.

Auch der BUND Braunschweig hat sich deshalb für den Erhalt dieser Fläche eingesetzt. Vergeblich, wie man sieht.

 

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Januar 2011

 

Das braunschweiger forum wird 30

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Am kommenden Wochenende feiert das braunschweiger forum, Verein zur Förderung für bürgernahe Stadtplanung, das 30-jährige Bestehen mit einem vielfältigen Programm. Es rankt sich rund um die Thematik ökologischer Stadtumbau. Alle Mitglieder und Freunde/Freundinnen des Vereins sind herzlich eingeladen.

Stuttgart 21 - das kennen wir in Braunschweig, denn Stuttgart ist überall

Parkvernichtung, Kaufkraftentzug aus der gewachsenen Innenstadt, Demonstrationen, Missachtung der Bürger, Kungeleien zwischen Politik, Stiftungen und Geldadel, nicht eingehaltene Versprechungen, Bauwerke, die kaum einer will und braucht: Das kennen wir alles in Braunschweig, vor allem die Durchsetzung des ECE-Kaufhauses und natürlich auch die Bürgerverachtung! Das Beispiel Braunschweig bot genug Anlass für die Magazinsendung plusminus der ARD, das Thema Stuttgart 21 auch in Braunschweig zu recherchieren:

Hier der sehenswerte plusminus-Beitrag.

Es hat den Anschein, daß nur noch mit Verschleierung, Informationszurückhaltung und Lüge der Mächtigen Großprojekte durchzuziehen sind. Die Macht der selbst geschaffenen Tatsachen wird provoziert, um demokratische Teilnahme der Bürger zu verhindern. Wird die eingefordert, gibt`s Prügel von extra dafür und wohl auch für mehr ausgebildete Polizisten und/oder die Kriminalisierung unbescholtener Bürger.

Selbstverständlich kommt auch der Braunschweiger Stadtplaner und Architekt Dr. Holger Pump-Uhlmann (u. a. Shopping-Mall und ECE-Experte) im plusminus-Beitrag zu Wort, wobei der Hinweis auf das Buch von ihm und Mitautoren "Angriff auf die City - Korrigierte Ausgabe: Kritische Texte zur Konzeption, Planung und Wirkung von integrierten und nicht integrierten Shopping-Centern in zentraler Lage" nicht fehlt.

Stadtverwaltung will sich das Ausbluten der alten Einkaufsmeilen nicht länger mitanseh

"Die Stadt will sich das Ausbluten der alten, einst pulsierenden Einkaufsmeilen nicht länger mitansehen.", ist am 21.11. in dem Artikel "Make up fürr alte Geschäftsmeilen"  im Braunschweig-Teil der BrZ (nicht in newsclick verfürgbar) zu lesen. Wie Herr Jonscher formuliert, ist in der Innenstadt festzustellen: "Je weiter man sich vom Schloss entfernt, desto mehr bröckelt es ab." (Mit "es" ist nicht das "Schloss" gemeint, denn die Fassade bröckelt ja beim Näherkommen. Mit dem "es" sind wahrscheinlich Umsätze und Optik gemeint.) Deshalb hat die Stadt "gemeinsam mit der Stadtmarketing GmbH" "zwei innerstädtische Wiederbelebungsprojekte ins Leben gerufen": das Projekt "Quartiersmanagement - Aufwertung des westlichen Innenstadtrandes" und das "Eigentumerbürndnis Bankplatz/Friedrich-Wilhelm-Straße". Ersteres wird mit Steuergeldern in Höhe von 100.000 EUR und zweiteres mit Steuergeldern in Höhe von 40.000 EUR gefördert.

So beginnt also nun auch in Braunschweig die "ECE-Nachsorge". Nachdem mit städtischem Eigenturm die ECE-Ansiedlung im Schlosspark unterstürtzt wurde, werden nun Steuergelder investiert, um die Folgen dieser Ansiedlung zu mildern. Was fürr eine Logik!

Zum öffentlichen Nahverkehr: ein neuer Bürgerfahrplan wird vorgestellt

Vorstellung des überarbeiteten Bürgerfahrplans des braunschweiger forums
Die AG Verkehr des braunschweiger forums hat einen alternativen Liniennetzvorschlag für das Stadtgebiet erarbeitet. Die erste Präsentation erfolgte im September 2006. Ca. 70 Rückmeldungen folgten. Mit Anregungen, Ideen, Lob und Kritik. Diese wurden in den Entwurf eingearbeitet. Den Entwurf können Sie hier einsehen.

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