Neues Baugebiet in Riddagshausen? - Ein „Papier“ sorgt in Riddagshausen für Unruhe!

Links des Grundstück des Unternehmers A, rechts die Kleingartenanlage Am Triangel

Braunschweig wächst! Das ist die gute Nachricht. Die Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt sind allerdings vielfältig. Die politischen Entscheidungsträger der Stadt sind gefordert, einen Wildwuchs auf dem Immobilienmarkt zu verhindern und ausgewogen im Interesse aller Bevölkerungsschichten lenkend einzugreifen.

Bei dem für die Stadt Braunschweig prognostizierten Bevölkerungswachstum ist es nicht verwunderlich, dass innerstädtische Flächen, Flächen im Grünen oder Flächen am Wasser besondere Begehrlichkeiten bei finanzkräftigen Anlage- bzw. Immobiliengesellschaften wecken – schließlich sind ja hohe Renditen zu erwarten. Dabei machen sie auch nicht Halt vor seit vielen Jahren bestehenden Schrebergartenkolonien, die für viele Braunschweiger einen hohen Freizeitwert haben und wichtig für das Mikroklima in unserer Stadt sind. Für viele überraschend ist unsere Braunschweiger Traditionsinsel Riddagshausen in den Fokus städtebaulicher Überlegungen geraten.

 In einem vorab durch Indiskretion bekannt gewordenen Papier eines bekannten Braunschweiger Stadtplanungsbüro heißt es: „Speziell für das Quartier im Dreieck Stresemannstraße/Am Triangel und angrenzenden Kleingartenanlagen bietet sich aus stadtplanerischer Sicht eine Neugestaltung an, zumal sich ein Großteil des vorhandenen Altbaubestandes in einem desolaten, sanierungsbedürftigen Zustand befindet. Dabei sollten Lösungen angestrebt werden, die sich am „Braunschweiger Modell“ der innerstädtischen Verdichtung orientieren …“. Weiter heißt es: „… mit potentiellen Investoren werden schon Gespräche geführt, wobei diese besonderes Interesse an den im Planungsgebiet liegenden kleingärtnerisch genutzten Grabelandflächen zeigen.“

Ungewöhnlich an der Situation erscheint, dass der Unternehmer A als unmittelbar Betroffener nicht informiert war; schließlich taucht im besagten Papier auch das im Familienbesitz befindliche und hinter hohen Mauern versteckt liegende parkähnliche Grundstück („Sahnestück“) auf.

Ein Vertreter des Unternehmens wird auf die Sachlage angesprochen mit den Worten zitiert: „A is not amused!“

Die Nachricht von den bedrohlichen „Überlegungen“ des Stadtplaners löste in Riddagshausen und Umgebung eine Welle der Sympathie und des Mitgefühls aus.

Insbesondere die Bewohner im „Holzmoor Nord“ zeigten sich empört und ließen ihren Unmut freien Lauf:“ … so kann man doch nicht mit einer Unternehmerfamilie umspringen, die sich in vielfältiger Weise für die Stadt und Ihre Bürger verdient gemacht hat….! Weiter heißt es: “Die A‘s haben es verdient, dass man mit ihnen im frühen Planungsstadium in einem intensiven Gedankenaustausch tritt und einvernehmliche Lösungen sucht.“ Außerdem: „Betroffene sollte man immer zu Beteiligten machen …“

Ein weiterer Holzmoorbewohner sagte: „Aus leidvoller Erfahrung weiß ich, dass auf die Unternehmerfamilie schwere, nervenaufreibende Zeiten zukommen werden.“ Und fügte hinzu: „Ich unterstütze alle Anstrengungen der Familie, um einen Angriff großer Anlagegesellschaften auf ihr Eigentum abzuwehren! Ich werde die Einrichtung eines „Unterstützerfonds“ inizieren, damit die Familie, ohne in finanzielle Schwierigkeiten zu kommen, den evtl. notwendigen Klageweg gehen kann.“

Ein Anwohner meinte: “Ich war erst nicht sicher, ob ich mich solidarisieren soll. Aber dann habe ich gehört, dass der Sohn beim Papst war – also müssen es doch gute Menschen sein!“

Die Holzmoorbewohner stellen folgende Forderungen an die politischen Entscheidungsträger unserer Stadt:

  • Schluss mit den hinterhältigen Sandkastenspielen profilierungssüchtiger Stadtplaner!
  • Schluss mit der Vernichtung innerstädtischen Grüns!
  • Hände weg von unserer Traditionsinsel Riddagshausen!
  • Schaffung und Erhaltung von Frischluftzonen zur Verbesserung des Mikroklimas!
  • Einsatz zum Schutz der Braunschweiger Unternehmerfamilie vor renditehungrigen Investoren!

 


Kommentare   
 
+2 #1 MatthiasWitte 2015-02-01 22:19
Tja, wieso eigentlich klingt dieses vermeintliche Schurkenstück der Verwaltung solange glaubwürdig, bis man begreift, wer Herr A ist? Wieso ist dann mit einem Schlag klar, dass nur ein Gedanke noch lächerlich-naiv er ist als der Glaube, dass Boreks Medaillen jemals eine Wertsteigerung erfahren könnten? Nämlich der Glaube, das die Stadtverwaltung auch nur spaßeshalber jemals etwas denken könnte, dass Herrn A ein klitzekleines Unbehagen zufügen könnte.
Wieso ist die Vewaltung einerseits gegenüber Herr A so rücksichtsvoll, während sie andererseits die Existenzgrundlage der Holzmoorbewohner anscheinend ohne ernste Bedenken planerisch zunichtemacht?
Denkt darüber nach und diskutiert dann mit eurem Gemeinschaftskundelehrer darüber, liebe Kinder.
 
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